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Poverty is Sexist
02/23/2017

Video: "Armut ist sexistisch"

"Nein" - dieses Wort steht im Zentrum des Videos "Poverty is Sexist", zu Deutsch "Armut ist sexistisch".

Haben Frauen weltweit die gleichen Chancen? Werden ihre Rechte in allen Gesellschaften, quer durch alle Nationen, Regionen und Religionen, geachtet? Können Frauen ĂŒberall auf der Welt alles erreichen, was sie wollen? Die Antwort auf all diese Fragen ist – "nein".

Das Wort ist auch in einem neuen Video der US-amerikanischen Organisation One, die sich fĂŒr die BekĂ€mpfung extremer Armut und vermeidbarer Krankheiten einsetzt, zentral. Denn "nein" ist oft die Antwort, wenn Frauen oder MĂ€dchen etwas können, sagen, ausdrĂŒcken oder tun wollen.

Genau solche Situationen, sowohl scheinbar trivialer als auch gravierender Natur, werden in dem Kurzfilm "Poverty is Sexist" skizziert. So wird beispielsweise einem MĂ€dchen von der Mutter gesagt, dass es kein schwarzes Shirt tragen darf, sondern ein pinkes anziehen muss. Eine junge Frau wird in einem Meeting von mĂ€nnlichen Kollegen daran gehindert zu Wort zu kommen, eine andere wird von einem Mann gegen ihren Willen gekĂŒsst.

Besonders deutlich wird die Tragweite der Problematik, als ein minderjĂ€hriges MĂ€dchen unter TrĂ€nen von ihrer Mutter getrennt und einem alten Mann zu Eheschließung "ĂŒbergeben" wird.

Obwohl die Szenen unterschiedlich bedrohlich wirken, beleuchten sie alle gleichermaßen die Ungerechtigkeit, die Frauen weltweit auch heute noch widerfĂ€hrt.

"Niemand von uns ist gleich, bis wir alle gleich sind"

"Niemand von uns ist gleich, bis wir alle gleich sind", liest man in der letzten Szene. "Wir wollten, dass dieses Video fĂŒr Frauen auf der ganzen Welt Sinn ergibt, egal wo sie leben und welche Sprache sie sprechen“, sagte Ones Kreativdirektorin Meagan Bond gegenĂŒber der Teen Vogue. „Wir haben realisiert, dass ‚nein‘ ein Wort ist, das Frauen ĂŒberall und in jedem Alter hören und wir wollten uns der Macht der kollektiven Erfahrungswerte, die Frauen teilen, hingeben.“

Zahlen zu Armut

Laut Statistik Austria sind 336.000 Menschen, das sind etwa vier Prozent der Wohnbevölkerung, in Österreich von Armut und sozialer Ausgrenzung betroffen (Stand 2015). Frauen sind dabei stĂ€rker als betroffen MĂ€nner.

Weltweit geht die Armut zurĂŒck, doch die Ungleichheit nimmt zu. 1,2 Milliarden Menschen haben laut einem Bericht der Vereinten Nationen (UN) nicht einmal einen Euro pro Tag zur VerfĂŒgung – weiteren 800 Millionen droht das gleiche Schicksal. Auch global gesehen hĂ€lt sich die geschlechtsspezifische Tendenz. Zwei Drittel aller Menschen, die in Armut leben, sind weiblich.

Die reichsten Staaten der Welt sind laut der UN Norwegen, Australien, die Schweiz, die Niederlande, die USA und Deutschland. Auf den hintersten PlĂ€tzen der Liste stehen ausschließlich afrikanische Staaten: Eritrea, Sierra Leone, der Tschad, die Zentralafrikanische Republik, die Demokratische Republik Kongo und Niger. Die große Mehrheit der Hungernden (98 Prozent) lebt in EntwicklungslĂ€ndern. Davon leben zirka 511 Millionen in Asien und der Pazifikregion, 232 Millionen in Afrika. Jedoch ist der Anteil der Hungernden an der Bevölkerung mit 20 Prozent in Afrika am höchsten.

FĂŒr Frauen und MĂ€dchen ist Armut neben gesundheitlichen und bildungstechnischen Problemen mit einer Vielzahl anderer bedrohlicher Konsequenzen verbunden. Sie werden unter anderem öfter Opfer von Gewaltverbrechen, hĂ€ufiger sexuell ausgebeutet, öfter zwangsverheiratet, können sich seltener aus Gewaltbeziehungen befreien und erfahren öfter unterschiedliche Formen von Diskriminierung.

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