Leben
06.02.2017

Hakenkreuz-Gekritzel: US-Bürger lassen Hass keine Chance

© Bild: Facebook/Gregory Locke

Als Bewohner der Stadt New York am vergangenen Samstag in einem U-Bahn-Wagon aufgemalte Hakenkreuze entdecken, zögern sie nicht lange und setzen ein Zeichen gegen Rassismus.

Derzeit macht ein Posting im Internet die Runde, welches für viele Menschen symbolisch für den Kampf gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit steht. Wie unter anderem Buzzfeed und das Magazin Time berichten, entdeckte der US-Amerikaner Gregory Locke am Samstag bei einer Fahrt in der New Yorker U-Bahn mehrere mit Hakenkreuzen beschmierte Fenster und Werbeflächen.

Locke zufolge, der eine Nacherzählung seines Erlebnisses auf Facebook teilte, waren fast alle Glasflächen und Werbebanner mit den rassistischen Symbolen und Botschaften bekritzelt.

"Alle haben einander angestarrt"

"Ich bin heute Abend in Manhattan in die U-Bahn eingestiegen und habe Hakenkreuze auf jedem Fenster und jeder Werbung gefunden", schrieb Locke am Samstagabend auf Facebook. Im Zug sei es angesichts der geschmierten Hakenkreuze sonderbar still gewesen – "alle haben einander angestarrt (...) und alle waren unsicher, was zu tun ist", so Locke in seinem Posting, dem er auch Bilder der Schmierereien beifügte.

Plötzlich sei ein Mann aufgestanden und habe gesagt: "Handdesinfektionsmittel entfernt Edding. Wir brauchen Alkohol." Dann hätte er ein Taschentuch genommen und begonnen die Hakenkreuze zu entfernen.

Wie Locke berichtet, hätten daraufhin alle Passagiere in ihren Taschen gekramt und dabei geholfen die U-Bahn-Fenster und Werbeflächen von den Botschaften zu befreien. "Ich habe noch nie so viele Leute gesehen, die gleichzeitig in ihre Handtaschen und Hosentaschen greifen und nach Taschentüchern und Reinigungsmitteln suchen", so Locke auf Facebook. Binnen zwei Minuten seien alle Nazi-Symbole verschwunden gewesen.

650.000 Likes

Lockes Posting auf Facebook wurde bisher über 650.000 Mal gelikt und über 530 Mal kommentiert. In den Kommentaren zeigen sich die User erfreut über die Zivilcourage der U-Bahn-Passagiere. "Danke Gregory, dass du uns gezeigt hast, dass wir immer noch alle MENSCHEN sind", postet eine Nutzerin. "Es bricht mir mein Herz und erneuert meinen Glauben an die Menschheit zugleich", schrieb eine andere.

Zahllose User hielten zudem fest, dass Aktionen wie diese für das wahre Amerika und den Sieg der Liebe über den Hass stehen würden.

Neue, alte Fremdenfeindlichkeit

Seit US-Präsident Donald Trump offiziell im Amt ist und unter anderem ein umstrittenes Dekret verabschiedet hat, das einen 90-tägigen Einreisestopp für Menschen aus den sieben mehrheitlich muslimischen Ländern Syrien, Iran, Irak, Sudan, Somalia, Libyen und dem Jemen anordnet, ist in den USA eine neue Debatte über Fremdenfeindlichkeit entbrannt. Mit zahlreichen Protesten und Hashtag-Kampagnen lehnen sich US-Bürger dabei gegen Trumps Politik auf. Auch international sorgt das Einreiseverbot für Wirbel. Derzeit ist der Erlass durch einen Richterspruch unwirksam.