Leben
13.01.2012

US-Behörde überwacht Facebook und Co.

Datenschützer verklagen Heimatschutz-Ministerium, das Social-Media-Seiten nach Schlagwörtern durchsucht.

Auf einer geheimen Liste des US-Heimatschutzministeriums (Department of Homeland Security - DHS) finden sich unter anderem die Webseiten Facebook, Twitter, MySpace, YouTube und Flickr. Sie bezeichnen das Einsatzgebiet für ein so genanntes "Social Media Monitoring" der Behörde. Das DHS überwacht die Netzwerke und sucht nach bestimmten Schlagwörtern - offiziell, um "Informationen zu sammeln, die eine situationsbedingte Wahrnehmung bereitstellen". Die Behörde meint damit, dass etwa in Krisensituationen schneller Hilfe geleistet werden kann, weil die Behörden durch Online-Informationen bereits wissen, was vor Ort passiert.

Die genauen Methoden des DHS und die Möglichkeiten, die sich daraus ergeben, sind jedoch bisher unbekannt. Die Datenschutz-Organisation Electronic Privacy Information Center (EPIC) hat aus diesem Grund im Vorjahr ein Auskunftsbegehren beim DHS eingebracht, das jedoch bisher unbeantwortet bleib. Ende Dezember wurde eine Klage eingereicht, wonach das DHS nicht dem "Freedom of Information Act" (FOIA) folgt. Dieses regelt öffentliche Auskunftspflichten in den USA.

EPIC befürchtet, dass durch das Social Media Monitoring unnötig viele Daten über Privatpersonen gespeichert werden - und das bis zu fünf Jahre lang. Wann immer Schlagwörter wie "Bombe", "illegaler Immigrant", "Virus", "Tod", "Einsturz", "Fehlschlag" oder "Trojaner" benutzt werden, geraten Nutzer von Facebook und Co. ins Visier der Behörde. Teilweise werden auch falsche Profile angelegt, um mit Verdächtigen Online-Freundschaft zu schließen und so an noch mehr Informationen zu kommen.

Wer durch die DHS insbesondere überwacht werden soll, welche Konsequenzen sich aus dem Fall für europäische Überwachungs-Praktiken ergeben und mehr erfahren Sie in der futurezone (Link unten).

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