Leben
17.03.2016

Tully-Monster war ein Wirbeltier

Das 1958 entdeckte Fossil von Tullimonstrum gregarium ist mit dem heutigen Neunauge verwandt.

Es könnte aus einem Science-Fiction-Film stammen, so bizarr sieht das urzeitliche „Tully-Monster“ aus. Das vom Hobby-Fossiliensammler Francis Tully 1958 entdeckte Fossil gab der Fachwelt Rätsel auf. Jetzt haben Wissenschaftler die Lösung gefunden.

Ein Forscherteam um Victoria McCoy von der Yale University stellte fest, dass es sich beim „Tully-Monster“ Tullimonstrum gregarium um primitive Wirbeltiere handelt. Genauer gesagt um Verwandte der heutigen Neunaugen – aalähnlicher Tiere, die als lebende Fossilien gelten.

Sammlung gesichtet

Die Forscher untersuchten über 1200 Exemplaren von Tully-Monster-Fossilien aus der Sammlung des amerikanischen Field Museum. Unter anderem mittels Röntgenaufnahmen konnten sie das Aussehen und die Zugehörigkeit der Tiere bestimmt. Demnach hatten die „Monster“ einen etwa zehn Zentimeter langen, torpedoförmigen Körper mit einer lang ausgezogenen Schnauze, an deren Ende ein zahnbewehrtes Maul saß. Die Augen standen an den Enden eines langen, steifen Stabes rechts und links vom Körper ab.

Älter als Dinos

Tully-Monster lebten vor 307 bis 309 Millionen Jahren – also vor den Dinosauriern. Fossilienfunde beschränken sich auf die Region Mazon Creek im US-Bundesstaat Illinois, wo auch Überreste von anderen „weichen“ Tieren wie Insekten und Quallen überdauerten.