Leben 04.12.2016

Überlebensstrategien für den Weihnachtsstern

Weihnachtssterne gibt es in den Farben rot, weiß, lachs und rosa © Bild: dpa-Zentralbild/Patrick Pleul

Was die farbenfrohe Staude braucht, um während der kurzen Wintertage schön zu bleiben.

Der Weihnachtsstern ist die Pflanze der Wintersaison. Oft findet ein üppig blühendes Exemplar als Geschenk den Weg in unsere Wohnzimmer. Doch die Freude währt meist nicht sehr lange, denn bald sind die Pflanzen eingetrocknet oder lassen alle Blätter hängen. Zum Glück gibt es Menschen wie Katharina Schmalek. Sie ist Floristin bei der Gärtnerei und Starkl und hat Ratschläge für Kauf und Pflege der prächtigen Blume parat.

"Man muss schauen, dass die Miniblüten in der Mitte nicht abgeblüht sind", erklärt sie. Viel Laub und wenig gelbe Blätter zeigen an, dass es der Pflanze gut geht. Soll das so bleiben, muss der Standort optimal gewählt sein: "Sie möchte keine volle, pralle Sonne, aber hell. Sie gehört nicht zu weit weg vom Fenster, verträgt aber keine kalte Zugluft." Wer bei Wintertemperaturen lüftet, muss den Topf zuerst wegstellen.

Auch beim Gießen ist Fingerspitzengefühl gefragt. Die Erde darf nicht zu trocken und nicht zu nass sein – Staunässe bringt die Staude um. Wer sich länger an den Blüten erfreuen will, muss sie regelmäßig düngen. Als Faustregel gilt: Von März bis Oktober einmal pro Woche Blühpflanzendünger einbringen, zwischen November und Februar genügt die Nährstoffgabe zwei Mal pro Monat.

Achtung: Der Milchsaft des Weihnachtssterns ist giftig. "Viele Menschen vertragen das nicht", warnt Schmalek. Allein der Kontakt kann gesundheitsschädlich sein.

Weltweit beliebt

Die Staude zählt weltweit zu den meist angebauten Zierpflanzen. Weil sie im November und Dezember Hochsaison hat, ist die Bezeichnung Weihnachtsstern naheliegend. Für die Wissenschaft ist die "Euphorbia pulcherrima" hingegen schlicht die "Schönste". Und in der Heimat Mexiko nennt man sie "Flores de Noche Buena" – Blume der Heiligen Nacht. Die frühere botanische Bezeichnung Poinsettia geht auf den amerikanischen Botschafter in Mexiko, Joel Poinsett, zurück. Der schickte vor 200 Jahren einige Exemplare zur Sichtung an den botanischen Garten in Philadelphia. 100 Jahre später wurden die ersten Pflänzchen Richtung Europa verschifft, und von da an etablierte sich die Schnittvariante als Weihnachtsblume. Die Franzosen nennen die mexikanische Schönheit übrigens "Étoile d’amour" – Liebesstern. Bei den Azteken assoziierte man den immergrünen Strauch eher mit Liebesleid. Einer Sage nach benetzten einst die Blutstropfen einer Göttin, die an gebrochenem Herzen starb, die obersten Blätter des Pflanze und gaben ihr die unverwechselbare Farbe.

( kurier.at ) Erstellt am 04.12.2016