Leben 16.03.2016

Neuer Verwandter von T-Rex entdeckt

„Timurlengia euotica“: Groß wie ein Pferd und 90 Millionen Jahre alt © Bild: /Smithsonian, Original painting by Todd Marshall

Anfangs klein wie Menschen, dann gigantisch groß: Tyrannosaurier wuchsen, weil sie clever und scharfsinnig waren, das zeigt ein Fossilienfund.

So groß wie ein Pferd, ausgestattet mit schmalen, messerscharfen Zähnen und einem schlauen Köpfchen – das ist Timurlengia euotica, neu entdeckter Vertreter aus der Familie der Tyrannosaurier. Der 250 Kilogramm schwere Räuber jagte vor zirka 90 Millionen Jahren am liebsten Pflanzenfresser. Sein berühmter entfernter Verwandter, der T-Rex, avancierte 20 Millionen Jahre später zum König der Dinosaurier. Im Gegensatz zu seinem pferdegroßen Verwandten war er ein Gigant: bis zu sieben Tonnen schwer, zwölf Meter lang und sechs Meter hoch. Wie es dazu kam? Das hat ein Team um Steve Brusatte von der University of Edinburgh anhand der Fossilien von Timurlengia euotica herausgefunden.

Viel kleiner

Ursprünglich waren Tyrannosaurier noch viel kleiner als der aktuell entdeckte Vertreter. Teilweise so groß wie Menschen, schreiben die Wissenschaftler im Fachjournal Proceedings of the National Academy of Sciences. Sie trieben sich bereits vor 170 Millionen Jahren herum. Ihre Wurzeln hatten sie in Zentralasien, von dort zogen sie später nach Nordamerika. Wie sie zu solchen Giganten heranwuchsen, war den Forschern bislang ein Rätsel. Es fehlte ein Zwischenvertreter. Mit Timurlengia euotica haben sie ihn gefunden – vor allem sein leistungsfähiges Gehirn brachte ihnen die Lösung.

Schädel und Hirn waren ähnlich weit entwickelt wie beim T-Rex
Caption This is a reconstructed skeleton of Timurlengia euotica with discovered fossilized bones, highlighted in red, and oth… © Bild: /Proceedings of the National Academy of Sciences

Erst klug, dann groß

"Tyrannosaurier entwickelten im Laufe der Zeit ein leistungsstarkes Gehirn und scharfe Sinne, dadurch erreichten sie später ihre Größe und Dominanz", erklärt der Paläontologe Steve Brusette. Für den 32-jährigen Amerikaner ist der Fund das Highlight seiner Karriere. Als Forscher-Kollegen zwischen 1997 und 2006 die Fossilien in der Kyzylkum Wüste von Usbekistan ausgruben, war Brusette noch in der Highschool. Jetzt, wo sie den fossilen Saurier-Schädel mittels Computertomografie untersuchten, war er als Wissenschaftler daran beteiligt. Dabei entdeckten sie, dass der Schädel viel kleiner war, als jener von T-Rex. Nur Gehirn und Sinne waren schon ähnlich weit entwickelt.

( kurier.at ) Erstellt am 16.03.2016