Leben
15.11.2017

Textnachrichten: Warum Emojis so wichtig sind

Emojis ersetzen in Chats zunehmend die Sprache. Das macht, wie eine US-Studie nun zeigt, durchaus Sinn.

Emoticons, neue Wortkreationen und spezielle Formen der Punktation sind aus der digitalen Kommunikation kaum mehr wegzudenken. Lange dachte man, die Abkürzungen und Smileys in Chats und Kurznachrichten ließen die Sprache verfallen. Eine Studie der New Yorker Binghamton University hat nun belegt, dass das Gegenteil der Fall ist. Während in der Face-to-Face-Kommunikation nonverbale Signale wie Mimik, Gestik und Tonfall Emotion und Absicht des Gegenübers erkennen lassen, würden die entsprechenden Stilmittel in Chats dabei helfen, Bedeutungsinhalte hinter den gesendeten Botschaften zu vermitteln.

"Beim verbalen Austausch sind diese Hinweise kein Zusatz zu unseren Worten, sie übermitteln wichtige Informationen. Ein Gesichtsausdruck oder ein veränderter Tonfall können die Bedeutung von Worten vollkommen verändern", erklärt Celia Klin, Professorin für Psychologie an der Binghamton University.

Im Jahr 2015 fand Klin im Zuge eines Forschungsprojekts heraus, dass Gesprächspartner, die ihre Nachrichten mit einem Punkt beenden, als unfreundlich wahrgenommen werden. Es mache demnach einen großen Unterschied, ob per SMS etwa ein "Ok" oder ein "Ok." Beim Empfänger ankomme. Diese Satzzeichen würden meist ein Gefühl von "Unehrlichkeit" vermitteln. Eine Ausnahme gebe es allerdings: Das Rufzeichen stehe hoch im Kurs – wer "!" benutzt, gilt als ehrlich und motiviert.

Vorsicht bei Emojis

Emojis, das sind Bildzeichen, die in SMS und Chats längere Begriffe symbolisch ersetzen, sind längst gängige Kommunikationsmittel geworden. Über 90 Prozent der online aktiven Weltbevölkerung verwenden sie. So können - unter anderem - Freude, Trauer, Angst und Liebe ausgedrückt werden. Während lachende Smileys in privaten Chats also durchaus angebracht sind, ist bei der Verwendung von Emojis im Arbeitskontext Vorsicht geboten. Eine Studie aus dem Fachblatt Social Psychological and Personality Science belegt, dass das Einsetzen von lächelnden Emojis im Arbeitskontext den Sender inkompetent wirken lässt. Außerdem wird der Sender durch die zur Auflockerung eingefügten Bildnisse nicht freundlicher oder sympathischer wahrgenommen.