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Taschengeld richtig ausgeben
10/08/2014

Taschengeld richtig ausgeben

Wie Sie Ihren Kindern den Umgang mit dem Geld beibringen.

Kino, Handy oder eine neue CD: Dafür geben Jugendliche ihr Taschengeld aus. Vier von zehn Kinder in Österreich unter 19 Jahren bekommen regelmäßig Taschengeld. Während nur fünf Prozent der bis Fünfjährigen in den Genuss eines regelmäßigen Taschengeldes kommen, sind es 34 Prozent der Sechs- bis Neunjährigen und sogar 65 Prozent der Zehn- bis 14-Jährigen. Danach sinkt der Anteil der TaschengeldbezieherInnen wieder leicht auf 58 Prozent, was mit der Berufstätigkeit einiger Jugendlicher in der Altersgruppe der 15- bis 18-jährigen Teenies zusammenhängt. Dies geht aus der aktuellen MAKAM Research Umfrage hervor, bei der 596 Eltern mit Kindern unter 19 Jahren befragt wurden.

Kinder und Jugendliche erhalten durchschnittlich knapp über 19 Euro pro Monat Taschengeld. Somit liegt das Gesamttaschengeldvermögen der österreichischen Jugend bei etwa 370 Mio. Euro pro Jahr.

Die Höhe des Taschengeldes korreliert sehr stark mit dem Alter der Kinder: Das meiste Taschengeld bekommen Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren. Diese Gruppe erhält monatlich durchschnittlich 53 Euro. Zehn- bis 14-Jährige bekommen etwa 20 Euro pro Monat und Volksschüler zwischen sechs und neun Jahren immerhin noch durchschnittlich 6 Euro. Auch die ganz Kleinen gehen nicht leer aus: Die bis Fünfjährigen erhalten durchschnittlich 50 Cent pro Monat.

Im europäischen Vergleich geht es den österreichischen Kindern gut: Die aktuellen Daten der ING International Study legen dar, dass nur in Deutschland und in der Türkei noch mehr Kinder geregelte finanzielle Zuwendungen erhalten.

Zusätzlich Geldgeschenke

Neben dem regelmäßigen Taschengeld kommen zusätzlich noch Geldgeschenke von Eltern, Großeltern und anderen Verwandten und Bekannten zu Geburtstagen, Weihnachten oder anderen Anlässen in der Höhe von durchschnittlich 150 Euro pro Jahr und Kind. Auch dieses zusätzliche "Körberlgeld" korreliert mit dem Alter. Bei den Kindern bis fünf Jahren liegt es bei durchschnittlich 95 Euro, bei den Volksschülern schon bei 140 Euro und bei den Zehn- bis 14-Jährigen bei durchschnittlich 167 Euro pro Jahr. Jugendliche zwischen 15 bis 18 Jahren erhalten zusätzlich zum Taschengeld sogar durchschnittlich 200 Euro pro Jahr zu verschiedensten Anlässen.

Nicht das gesamte Geld wird gleich ausgegeben, auch Sparen ist bei den Kindern und Jugendlichen "in". 41% der Eltern geben an, dass ihre Kinder zumindest einen Teil des Geldes sparen. Aber auch der Handel profitiert von der Kaufkraft der Kinder und Jugendlichen. So kaufen Teenager häufiger im Bekleidungshandel Gewand und Modeschmuck und im Elektrohandel Computerspiele, Spielkonsolen oder diverses technisches Zubehör. Die Kleinen investieren dagegen eher im Spielwarenhandel oder kaufen Süßigkeiten. Das Freizeitleben der Jugendlichen ist teuer: Kleidung, Kino, Musik – das alles kostest Geld. Der teuerste Posten bei Kindern und Jugendlichen ist das Handy. Davor warnt die Schuldnerberatung: „Das Telefon selbst kostet null Euro, aber dann hat man plötzlich zwei bis drei Zwei-Jahresverträge mit einer Mindestgesprächsgebühr am Hals. Und das belastet das Budget ungemein“, erklärt Alexander Maly, Leiter der Wiener Schuldnerberatung.

Seine Erfahrung zeigt, dass Kinder und Jugendliche, die regelmäßig ein fixes Taschengeld bekommen, besser mit Geld umgehen können als jene, die immer bei Bedarf von ihren Eltern „schnorren“. So lernen sie, ihr Budget besser zu planen.

Wofür soll das Taschengeld da sein?

Das Jugendamt der deutschen Stadt Nürnberg sagt: „Das Taschengeld ist für Wünsche wie CDs und Spielsachen oder zusätzliche Süßigkeiten gedacht. Es soll nicht für notwendige Anschaffungen wie Schulsachen und Kleidung oder Fahrgeld verwendet werden.“

Wieviel Geld ist gut?

Außerdem gibt es von den deutschen Experten eine Empfehlung für das Taschengeld: Für Kinder unter sechs Jahren schlagen sie einen Euro pro Woche vor, dann zwei Euro, ab acht Jahren etwa drei Euro. Mit zehn Jahren raten die Experten zu monatlichem Taschengeld von anfangs zwölf Euro, die sich bis 15 Jahre auf etwa 30 Euro steigern.

Wie zum Haushalten erziehen?

Unabhängig von der Höhe hält Roel Huisman von der Bank ING Diba das Reden über Geld für besonders wichtig: "Über Geld sollte in der Familie offen gesprochen werden können. Dies lernt man anhand des Taschengeldes von Kindesbeinen an. Eltern sollten mit ihren Kindern besprechen, wofür das Taschengeld ausgegeben wird bzw. wurde oder welche Ausgaben damit zu decken sind. Wichtig ist auch Alternativen aufzuzeigen, wie z.B. das Sparen oder die Möglichkeiten das Taschengeld aufzubessern."df

Wofür dürfen Kinder Geld ausgeben?

Bis 7 Jahre Kinder dürfen sich selbst gerade einmal eine Wurstsemmel oder eine Tafel Schokolade kaufen. Das Gesetz nennt das „geringfügige Geschäfte des täglichen Lebens“.

7 bis 14 Jahre Minderjährige dürfen sich altersgemäße Dinge kaufen, etwa Kinokarten oder Bücher. Schon eine Stereoanlage wäre zu viel. Maly bringt ein Beispiel: „Wenn ein Elfjähriger im Geschäft bezahlt, können die Eltern das Gerät zurückbringen. Selbst wenn es kaputtgegangen ist.“

14 bis 18 Jahre Mündige Minderjährige können über ihr eigenes Geld verfügen, aber Verträge – etwa für Handys – nur mit Unterschrift der Eltern abschließen. Deshalb müssen die Eltern die Telefonrechnungen bezahlen. Aber die Firmen glauben gerne an ein höheres Alter, bedauert Schuldnerberater Maly: „Wir haben schon von Fällen gehört, bei denen Verkäufern schlecht gefälschte Ausweise gereicht haben, um auf die Unterschrift der Eltern ganz zu verzichten.“

Einen Kredit aufnehmen?

Jene Jugendlichen, die auf eigenen Beinen stehen, warnt der Schuldnerberater Maly vor Kreditangeboten: „Es gibt keinen Gegenstand, den ich nicht mit Ratenzahlungen bekommen kann“, sagt Sozialarbeiter Maly und bringt einfache Dinge wie CD-Player und Fernseher als Beispiel. Doch Kredite sind der erste Schritt in die Verschuldung.

Literatur:

Der Deutsche Sparkassenverband gibt in den Download-Broschüren „Budgetkompass“ und „Taschengeldplaner“ Tipps für den Umgang mit Geld.

Auch die oberösterreichische Initiative „Klartext“ bietet ein Programm, das die Berechnung der Ausgaben automatisch durchführt.

www.geld-und-haushalt.de

www.klartext.at

www.jugendamt.nuernberg.de

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