© Twitter/Screenshot/AldiUK

Leben
09/27/2019

Tabubruch: Supermarktkette Aldi zeigt stillende Mutter

Mit der Werbung will die Supermarktkette das Stillen in der Öffentlichkeit normalisieren.

Für Mütter, die ihrem Baby Muttermilch geben, ist Stillen etwas Selbstverständliches. In der Öffentlichkeit gilt es nach wie vor oft als verpönt, wenn Frauen ihren Säugling zur Brust nehmen.

Die Supermarktkette Aldi, genauer gesagt die britische Zweigstelle des deutschen Konzerns, wirbt nun mit einer solchen Szene.

In der neuen Werbung, in der das Unternehmen die Preisvorteile gegenüber der Konkurrenz vermitteln will, kommt ein junges Paar zu Wort. Liz und Drew treten zusammen mit ihrem neugeborenen Sohn Eli auf – und preisen, wie in einer Werbung üblich – die Babyprodukte des Supermarkts.

Mutter beim Stillen

Für Aufmerksamkeit sorgt vor allem eine der Schlussszenen des Spots. Darin sieht man Mutter Liz, wie sie ihren Sohn stillt.

Das Video, welches von Aldi UK auf Twitter geteilt wurde, wurde bisher fast 8.000 Mal angesehen, zahlreiche Userinnen und User haben den Clip auf dem Kurznachrichtendienst gelobt.

"Gut gemacht Aldi, dafür, dass ihr das Stillen in einer so normalen und zärtlichen Art und Weise gezeigt habt, bitte mehr davon", schrieb eine Userin. "Die neue Aldi-Werbung ist spitze, einige mögen meinen, dass sie fortschrittlich ist, aber es ist der Alltag von Müttern", schrieb eine andere.

Das freut den Konzern naturgemäß. "Wir freuen uns, dass die Darstellung des realen Lebens der Menschen, die bei uns einkaufen, einen größeren positiven Einfluss hat", ließ ein Sprecher des Unternehmens wissen.

Tabuthema

Noch immer stehen viele Menschen dem Stillen in der Öffentlichkeit skeptisch gegenüber. Eine im Jahr 2017 veröffentlichte Umfrage der Nationalen Stillkommission in Deutschland ergab, dass sechs Prozent der Bevölkerung Stillen in der Allgemeinheit ablehnen, jeder vierte Befragte steht dem öffentlichen Füttern zwiespältig oder ablehnend gegenüber. Jede zehnte Mutter gab an abzustillen, weil sie diese ablehnende Haltung in der Öffentlichkeit stört.