Leben 30.09.2012

Der Sternmull

Serie Teil III: Sein Maul sieht aus wie ein Kraken von unten, und doch ist es ein Maulwurf.

Der Sternnasenmaulwurf, oder kurz Sternmull, (Condylura cristata) ist ein Vertreter der Maulwürfe. Er lebt in den Sumpf- und Feuchtgebieten Nordamerikas und unterscheidet sich erheblich von seinen nächsten Verwandten.

Zwar ist sein Schädel flach und langestreckt, wie bei anderen Maulwürfen, seine Nasenlöcher sind jedoch von jeweils elf hoch empfindlichen, fast fingerartigen Fortsätzen umrandet. Die als Tastorgane genutzten Ausbildungen "scannen" in Sekundenschnelle die Umgebung nach potentiellen Beutetieren.

Die dafür notwendigen Bewegungen passieren so schnell, dass das menschliche Auge ihnen nicht ohne Hilfe folgen kann. Wie das Wissenschaftsmagazin Nature festgestellt hat, können so bis zu 13 mögliche "Mahlzeiten" in nur einer Sekunde untersucht werden - das ist 14 Mal schneller als dies bei ihren Verwandten der Fall ist.

Unter der Erde

Sternmulle sind dabei perfekt an ihren Lebensraum angepasst. So sind etwa die forderen Gliedmaßen zu Grabwerkzeugen umgebildet, während ihre Schneidezähne mit den Highspeed-Tastorganen harmonieren. Die Schneidezähne sind demnach kleiner als bei andere Maulwürfen und wie eine Pinzette angeordnet, sodass auch kleine Beutetiere (wie Raupen oder Würfer) präzise aus dem Erdreich "aufgesogen" werden können.

Da der kleine Insektenfresser fast blind ist, verlässt er sich zur Orientierung fast ausschließlich auf seine Tastorgane. Da diese aber mit immenser Geschwindigkeit Daten liefern, kommt das Hirn des Sternmulls schon mal "durcheinander": Wie Forscher von der Vanderbilt-Universität herausfanden, laufen Sternmulle immer wieder "in die falsche Richtung" und bemerken ihren Irrtum oft erst nach einiger Zeit.

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( Kurier ) Erstellt am 30.09.2012