Leben
04.11.2017

Skurril: Mitarbeiterin ließ sich Firmenlogo tätowieren

Für einen Freiflug in die USA ließ sich eine Angestellte das Logo ihres Arbeitgebers tätowieren. Im Interview mit der Zeitschrift Spiegel erklärt die junge Frau ihre Motive.

Es ist eine Aktion, die unter die Haut geht - im wahrsten Sinne des Wortes. Anne Juliane Wirth, ihres Zeichens 26 Jahre alt und Studentin an der Universität Wien, arbeitet seit zwei Jahren als Werkstudentin für die Arbeitgeber-Bewertungsplattform Kununu. Kürzlich besuchte die junge Frau die US-amerikanische Stadt Boston. Das Flugticket dorthin bekam die 26-Jährige geschenkt. Dafür prangt nun das Logo ihres Arbeitgebers auf der Innenseite ihres linken Handgelenks. Ob es ihr das wert war? "Absolut! (...) Es war eine tolle Reise, die ich mir mit meinem Studenten-Budget sonst nicht hätte leisten können", sagt Wirth, die Politikwissenschaft studiert, im Interview mit dem Spiegel.

"Ich bereue es nicht"

Dass sie eine fünftägige Reise in die USA gegen ein Tattoo, das ihr Leben lang auf ihrer Haut zu sehen sein wird, getauscht hat, findet sie keineswegs sonderbar. Nach einer Woche Bedenkzeit stand für Wirth fest, dass sie sich für den Gratis-Flug unter die Nadel legen würde: "Die meisten Menschen verorten diese Aktion irgendwo zwischen verrückt und mutig. Ich habe eine Woche lang nachgedacht, ob ich das wirklich machen soll. Aber ich bereue es nicht."

Drei Gründe waren letztendlich ausschlaggebend für ihren Entschluss, erinnert sich die junge Frau im Interview. "Erstens finde ich meinen Arbeitgeber wirklich toll. Das liegt auch daran, dass ich ein typisches Opfer der Generation Praktikum bin und weiß, wie es in anderen Firmen zugeht. Hier fühle ich mich zum ersten Mal rundum wohl. Zweitens mag ich minimalistische Tattoos. Und drittens wollte ich nach Boston."

Weiteres Firmen-Tattoo nicht ausgeschlossen

Für das Stechkunstwerk verantwortlich zeichnete sich schlussendlich eine befreundete Tätowiererin. Bisher ist Wirth die einzige Mitarbeiterin bei Kununu, die das Firmenlogo als Tattoo trägt. Ob das so bleibt, ist fraglich. Sicher ist jedoch, dass Wirth bereits in Betracht zieht, sich das Logo ein weiteres Mal auf der Haut verewigen zu lassen. "Ich habe noch viele freie Körperstellen, ich könnte mir das auch noch mal vorstellen."

Bevor es soweit ist, wolle sie allerdings ihr Studium abschließen und ihren Vertrag als Werkstudentin in eine Vollzeitstelle umwandeln. Auf die Frage, ob ein weiteres Tattoo ihre Chancen auf einen Anschlussvertrag erhöhen würde, sagt sie: "Ach, das glaube ich nicht. Da kommt es wohl doch eher auf die Leistung und auf freie Stellen an. Aber ich sehe das ganz locker: Ich habe jetzt eine gute Zeit, und das Tattoo wird mich immer an diese erinnern."