Leben
02.11.2018

Fitness im Test: Radeln in der Silent Disco

Wie es ist, mit Kopfhörern und Clubstimmung in einem Keller durch Wien zu biken.

Bei Kopfhörern bin ich heikel: Sie dürfen nirgends drücken und der Sound muss gut sein – allerdings fand ich die Vorstellung, beim Silent Disco Cycling Lauscher aufzusetzen, die schon von anderen angeschwitzt wurden, ziemlich ekelhaft. Nachdem es aber nicht nur mir so geht, hat sich der Anbieter ingoodshape die Kopfhörer einiges kosten lassen – sie sind angenehm zu tragen und die abnehmbaren Pölsterchen werden nach jeder Nutzung desinfiziert (Probetraining 10€, www.ingoodshape.at). Wer will, kann sogar seine eigenen Pölsterchen kaufen.

Bleibt die Frage, wozu überhaupt Kopfhörer? Der Lärmschutz gegenüber Nachbarn ist naheliegend, aber nicht der einzige Grund. Musik beim Sporteln hilft enorm, vielen ist die übliche volle Dröhnung aber zu viel – mit den Kopfhörern kann jeder selbst einstellen, wie laut er beschallt werden will.

Interessanter Nebeneffekt: Ich höre jedes Ächzen des Trainers Klemens, der die Übungen über die Kopfhörer durchsagt und sie natürlich auch alle mitmacht. Das Training fühlt sich viel unmittelbarer an, als wenn er die Übungen durch den Raum ruft.

Zu Action-Nummern wie Hyper Hyper von Scooter wird auf dem Spinning-Rad gleich mal der Kreislauf hochgekurbelt – den Schwierigkeitsgrad kann jeder an einem kleinen Knauf anpassen. „Wir stellen uns jetzt vor, wir radeln von Meidling rauf nach Döbling“, schnauft Klemens uns ins Ohr und bei jedem Streckenabschnitt wird weiter am Knauf gedreht. „Weil es auf dem Weg – vor allem am Gürtel – auch einige Hindernisse gibt, nehmen wir die Hanteln dazu“, ächzt Klemens weiter und wir machen zu Gigi d’Agostinos Nummer Super noch ein kleines Armtraining dazu.

Am Ende bin ich verschwitzt wie nach einer durchtanzten Nacht, aber froh, dass ich die Strecke von Meidling nach Döbling nicht wirklich radeln musste.

Fazit:

Für Anfänger bis Fortgeschrittene und alle, denen Radeln alleine zu langweilig ist. Ein Ausdauertraining mit Schwerpunkt auf der Hüfte abwärts, bei dem jeder selbst einstellen kann, wie intensiv es wirklich wird.

laila.daneshmandi@kurier.at