Leben
08.03.2018

Schülerin bis Pensionistin: Sieben Stimmen

Der Weltfrauentag und das Frauenvolksbegehren sollen die Rechte von Frauen stärken und Gleichberechtigung verbessern – der KURIER hat Frauen gefragt, was sie davon mitbekommen.

900 Jahre – so lange dauert es noch, bis Frauen und Männer weltweit gleichberechtigt sind, falls die Fortschritte im gleichen Tempo erfolgen wie bisher. Darauf weist Katharina Mader von der Wirtschaftsuni Wien hin, die sich selbst als feministische Ökonomin bezeichnet. Sie hofft, "dass es dann doch schneller gehen wird, bis wir so weit sind".

Ein Grund, warum der Kampf um gleiche Rechte und um Machtverteilung so viele Jahre beansprucht, liegt wohl auch darin, dass für viele Frauen die Emanzipation gar kein vorrangiges Thema ist. Einige, die der KURIER zum Weltfrauentag befragen wollte, lehnten ab, weil sie sich zu wenig damit beschäftigt haben. Mader verwundert das wenig: "Ich sehe zwei Gründe für das fehlende Engagement: Zum einen sind Frauen noch viel heterogener als Männer – da ist es gar nicht so einfach, sich auf ein gemeinsames Ziel zu einigen. Es gibt z.B. die hoch bezahlten Frauen, die Karriere machen, indem sie Arbeiten wie Putzen oder Kinderbetreuung auslagern – oft an Migrantinnen, die schlecht bezahlt und nicht angestellt sind."

Die Tatsache, dass sie zudem lange Zeit nicht im Fokus der Gewerkschaften lagen, hat ihre Lage nicht gerade verbessert.

Zum anderen müssen viele Frauen auf so vielen verschiedenen Baustellen gleichzeitig präsent sein, dass sie nicht die Energie haben, um für ihre Rechte zu kämpfen: "Sie haben eine prekäre Beschäftigung, müssen Kinder und manchmal Eltern pflegen und zuschauen, dass sie finanziell über die Runden kommen", beschreibt die Ökonomin die Situation vieler Frauen. "Die Tatsache, dass sie zudem lange Zeit nicht im Fokus der Gewerkschaften lagen, hat ihre Lage nicht gerade verbessert." Und ein solides Frauennetzwerk, in dem man sich engagieren könne, fehle.

So kommt es, dass der "Gender Pay Gap", also der Lohnunterschied von Männern und Frauen, noch immer hoch ist. Laut Statistik Austria liegt der Unterschied zwischen den mittleren Bruttojahreseinkommen bei 38 Prozent, was auch im EU-Vergleich ein sehr schlechter Wert ist. Selbst, wenn man Teilzeitarbeit herausrechnet und mitbedenkt, dass Frauen in oft schlecht bezahlten Branchen arbeiten, macht der Unterschied noch zwischen 3,5 Prozent und 11,2 Prozent aus, wie der wirtschaftsliberale Thinktank Agenda Austria vorrechnet. Ihre These: Weniger das Geschlecht, sondern die Mutterschaft führen dazu, dass Frauen weniger verdienen und am Ende auch eine wesentlich geringere Pension haben.

Das verändert auch die Machtbalance innerhalb der Familie.

"Das Problem ist doch, dass Frauen viel mehr unbezahlte Arbeit machen", stellt Mader fest. "Das verändert auch die Machtbalance innerhalb der Familie." Wo Frauen wenig oder nichts verdienen, entscheiden sie nur über Dinge, die sie dem traditionellen Familienbild gemäß schon immer entschieden haben – den täglichen Einkauf oder die Kindererziehung. Der Mann ist Herr über Vermögen und Kredite.

Wobei Mader verstehen kann, wenn sich Frauen nicht zwischen Job und Familie aufreiben oder sich ganz für den Beruf aufopfern wollen, wie es das männliche Ideal vorgibt: "Es ist feministisches Ziel, dass jede Frau ihr Leben so gestalten kann, wie sie es will." Der KURIER hat deshalb sieben Frauen in unterschiedlichen Lebensphasen gefragt, wie sie den heutigen Frauentag sehen.


Themenschwerpunkt: Alles zum Weltfrauentag

Gehaltsunterschiede: Frauen fehlt es bei Verhandlungen noch an Mut

Saudi-Arabien: Vorreiterin der neuen Freiheiten

"Frauen machen zuviel unbezahlte Arbeit"

Nina Burger: "Keine von uns hat ausgesorgt"


Dorothee Ritz hat die gläserne Decke durchbrochen: Als Chefin von Microsoft Österreich widerlegt die Juristin Vorurteile, die sie in der IT-Branche noch immer beobachtet. „Gesellschaftliche Stereotypen führen dazu, dass viele junge Frauen, die sich eine Karriere in der IT-Branche vorstellen könnten, schnell den Mut verlieren. Die Haltung ,Was wissen Frauen denn eigentlich über Technik?‘ ist leider noch viel zu häufig zu hören.“ Sie zitiert aus einer Studie in zwölf Ländern, dass das Interesse von Mädchen für MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) im Alter von 11 bis 16 Jahren am stärksten ausgeprägt ist und dann stark absinkt. Aus mehreren Gründen: „Neben den Rollenbildern müssen wir verstaubte Arbeitsmodelle überdenken und echte Vorbildwirkung für Frauen erzielen.“

„Für jeden Dollar, den ein Mann bei uns verdient, verdient eine Frau im gleichen Job auf der gleichen Ebene ebenfalls einen Dollar.“

Die gebürtige Deutsche engagiert sich im Bildungsbereich, weil „im nächsten Jahrzehnt rund 8 von 10 Jobs grundlegende Kenntnisse in den MINT-Fächern erfordern werden. Es ist also dringend an der Zeit, für Nachwuchskräfte zu sorgen und Mädchen an Bord zu holen.“ Stolz betont sie, dass Microsoft 2016 den „Gender Pay Gap“ quasi geschlossen hat: „Für jeden Dollar, den ein Mann bei uns verdient, verdient eine Frau im gleichen Job auf der gleichen Ebene ebenfalls einen Dollar.“

Für wichtig hält die zweifache Mutter die Vereinbarkeit von Beruf und Freizeit: „Bei uns werden alle Termine auch als Skype-Meeting ausgeschrieben. Damit kann jede Mama – und jeder Papa – von überall auf der Welt online daran teilnehmen.“ Der Weltfrauentag hat für Ritz auch eine persönliche Komponente: „Ich engagiere mich ehrenamtlich bei Plan International, einer NGO, die sich für Schulbildung, freie Meinungsäußerung und gegen Zwangsheirat in Süd-Ostafrika einsetzt. Das ist für Mädchen in Österreich selbstverständlich, aber ich finde ich es bereichernd, über den Tellerrand hinaus zu blicken. Natürlich wäre es mir am liebsten, wenn wir uns nicht jährlich am 8. März vom Kalender an diese Anliegen erinnern lassen müssten.“

Frauenbelange und vor allem persönliche Entwicklungsmöglichkeiten für Frauen waren Karoline Brückl (93) immer ein wichtiges Anliegen. „Wissen Sie, ich komme aus einer Zeit, wo man dies nicht so ernst genommen hat. Das hat sich über Jahrzehnte entwickelt, da mussten viele heutige Errungenschaften erst erkämpft werden.“ Der Frauentag ist wichtig, findet die betagte Dame. „Ich selbst habe ja noch nichts davon gehabt. Viele wissen heute gar nicht mehr, worum es da geht.“ Nicht darum, „dass man als Frau geehrt“ wird. „Sondern um gleiche Chancen, und dass man sie nutzen kann. Vieles wird jetzt selbstverständlich gesehen.“ Ähnlich sieht sie das Frauenvolksbegehren. „Das ist auch wichtig. Frauen sollen die gleichen Rechte haben.“

Wenn die Wienerin über ihr Leben spricht, merkt man: An Durchsetzungskraft hat es ihr nie gemangelt. Nach der Handelsschule begann die Eisenbahnertochter als Büroangestellte und arbeitete später auch in großen Industriebetrieben. „Das war ja klar, dass ich arbeiten geh’.“Viele Jahre war sie später auch als Betriebsrätin in großen Unternehmen tätig, zwischendurch ebenso ein Jahr als Referentin in der ÖGB-Zentrale. „Aber in der Privatwirtschaft hat es mir besser gefallen. Ich war immer ein neugieriger Mensch. Alles, was neu und nicht ganz einfach war, hat mich interessiert.“ Wenig überraschend, dass sie sich auch für Fernschreiber und die ersten Computer interessierte, als diese in ihrem Arbeitsbereich eingeführt wurden. „Das haben ja nur ganz große Firmen angeschafft, das war ganz anders als heute.“

„Ich bin jahrelang viel herumgefahren, bis in die Dolomiten bin ich gekommen.“

Das Privatleben der Mutter einer Tochter entsprach ebenso nicht ganz dem Klischee: Sie heiratete jung, ließ sich scheiden, heiratete später wieder. Mobil war sie durch ihr Motorrad, den Führerschein hatte sie bereits mit 16 Jahren gemacht, – „bis zur Beiwagen-Maschine“, betont sie stolz. „Ich bin jahrelang viel herumgefahren, bis in die Dolomiten bin ich gekommen.“ Während sie das erzählt, greift Frau Brückl nach einem imaginären Lenker, neigt sich leicht zur Seite und bewegt die Hände, als ob sie schalten würde. Bis zu ihrem 90er ging sie regelmäßig ins Fitnesscenter und wurde mit 88 als ältestes Mitglied ausgezeichnet. Hat sie sich als Frau jemals eingeschränkt gefühlt? „Nein. Ich war immer eine selbstbewusste Frau. Es macht aber viel aus, wie man mit den Gegebenheiten umgeht. Ich wollte nichts umkrempeln, sondern lernen. Das konnte ich zum Glück alles umsetzen.“ Bereut hat sie in ihrem Leben gar nichts. „Ich habe nicht einmal eine Viertelstunde versäumt.“ Was sie sich für die Zukunft der Frauen wünscht: „Es soll keinen Rückschritt geben, das Erreichte sollte erhalten bleiben.“

Weltfrauentag ist gut. Equal Pay Day ist besser“, sagt Eleonore Gudmundsson (52). Ihr als Unternehmerin bringe weder der Frauentag noch das Volksbegehren einen Vorteil. „Als Gründerin habe ich eh den Weg der Gleichberechtigung eingeschlagen.“ Mit ihrer Corporate Language-Agentur „Corpetry“ unterstützt sie Institutionen und Firmen dabei „wieder selbst die Schönheit ihrer Arbeit zu entdecken“, denn Sprache hat Kraft, das weiß sie. Und sie überrascht mit dem Satz: „Meine ästhetische Situation würde sich verbessern, würde das von der Politik oktroyierte Zu-Tode-Gendern unserer Sprache aufhören. Es macht Texte unlesbar und verlangsamt unser Denken.“ Wäre die Kraft der Sprache nicht hilfreich für die Gleichberechtigung? „Es ärgert mich, denn *innen sind ein Zugeständnis, um an Ungerechtigkeiten und am Status Quo des Einkommensunterschieds nichts ändern zu müssen.“

Gudmundsson ist für Emanzipation, sieht aber den eingeschlagenen Weg kritisch. „Ein Volksbegehren kann nie so stark sein wie Frauen, die in alltäglichen Situationen Unrecht bekämpfen und (Spitzen-)Plätze einfordern. Feminismus hängt immer am Mut Einzelner.“ Eine Haltung, die viele Frauen kritisieren. Aber: „Ich sehe Veranstaltungen mit der Etikettierung Frauen- generell kritisch. Trotz ihrer Berechtigung bleiben sie am Ende plakativ. Da haben mir die Isländerinnen besser gefallen, die am 24.10.1975 kein Frühstück gemacht, den Männern ihre windelschweren Säuglinge in die Hand gedrückt haben und nicht in der Arbeit erschienen sind, um gegen die Benachteiligung zu demonstrieren.“ Denn Gudmundsson ist emanzipiert und eine Kämpferin: „Frauen sind gleichberechtigt, wenn sie es wollen“, sagt sie. Nachsatz: „Aber der Preis kann hoch sein.“

„Ich erinnere mich an keine Situation in meinem Leben, in der ich als Frau benachteiligt wurde“, sagt Sophie Hauser (25). Den Frauentag hält sie dennoch für sehr wichtig: „Es ist ein guter Anlass, dass Themen aufgegriffen und Veränderungen besprochen werden. Vor allem für die Gleichstellung auf dem Arbeitsmarkt ist noch viel zu tun. Vieles andere, das ursprünglich gefordert wurde wie das Wahlrecht haben wir bekommen.“ Die Mutter eines zweijährigen Sohnes arbeitet 25 Stunden pro Woche als Social-Media-Expertin und schreibt nebenbei ihren Blog „Kinderlachen & Elternsachen“. „Als ich in Karenz war, ist mein früherer Arbeitgeber in Konkurs gegangen, das war ein riesiger Schock. Deswegen habe ich nach einem Jahr zumindest geringfügig wieder zu arbeiten begonnen, damit ich danach nicht ohne einen Job dastehe.“ Das Frauenvolksbegehren wird die junge Oberösterreicherin demnächst unterschreiben: „Ich halte es für ein wichtiges Signal. Aber ich sehe es kritisch und stehe nicht von A bis Z hinter allen Punkten.“ Etwa beim Binnen-I: „Ich fühle mich von einem Text auch angesprochen, wenn die Frauen nicht extra genannt werden. Bei Jobinseraten finde ich es sinnvoll, dass Männer und Frauen explizit angesprochen werden. Da hat es eine höhere Bedeutung.“ Sehr positiv findet sie die Forderung nach Programmen, die Gewalt gegen Frauen verhindern helfen sollen.

Ein Punkt im Forderungskatalog des Volksbegehren ist ihr als Alleinerzieherin ein besonderes Anliegen: „Der Unterhaltsvorschuss ist für viele Frauen großes Thema. Das muss der Staat gut regeln.“ Sie macht sich auch Gedanken über die Kosten für Kinderbetreuung: „Kostenlose und qualitativ hochwertige Betreuung ist auch eine sinnvolle Forderung.“ Für sie passt es zum Glück, meint sie: „Ich bringe meinen Sohn in die Krippe, gehe dann arbeiten und hole ihn wieder. Ich komme mit meinem Gehalt, den Alimenten für meinen Sohn und der Familien- und der Wohnhilfe zurecht.“ Aber die Kostenstruktur benachteiligt sie: „Bei uns ist der Kindergarten am Vormittag gratis und am Nachmittag nicht. Aber ich muss auch später arbeiten. In einer Familie, bei der das Kind am Nachmittag nicht betreut werden muss – etwa weil die Mutter nicht so viel arbeiten braucht –, entstehen gar keine Kosten.“

Wenn man sie auf den Weltfrauentag anspricht, wirkt die Friseurmeisterin Ulli Sütcü pragmatisch: „Der Tag ist eine gute Gelegenheit für uns Frauen, die Aufmerksamkeit der Gesellschaft auf unsere Schwierigkeiten in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zu lenken.“

Auch ihr Name ist pragmatisch gewählt – die 32-jährige Friseurmeisterin mit türkischen Eltern heißt Ümmehan, aber alle nennen sie „Ulli“. „Meinen Namen merkt sich ja keiner.“ Deshalb hat sie auch ihr Geschäft in Wien Neubau vor acht Jahren „Hair by Ulli“ genannt. Seitdem führt sie es sehr erfolgreich, vor fünf Jahren nahm sie das Nebenlokal dazu und erweiterte um ein Nagelstudio. Denn auch wenn Sütcü überzeugt davon ist, dass ihr Frauentag und Frauenvolksbegehren etwas bringen, betont sie doch die Eigenverantwortung: „Wir müssen in erster Linie an unserem Selbstbewusstsein arbeiten und für unsere Träume und Ziele kämpfen. Es wird mir nichts geschenkt, weil ich eine Frau bin.“ Ganz im Gegenteil: „Frauen werden in der Gesellschaft und im Arbeitsleben oft benachteiligt und ungleich behandelt.“ Das Frauenvolksbegehren sei daher eine gute Möglichkeit mitzubestimmen.Ihr selbst gehe es aber gut, obwohl sie neben dem Geschäft ein Kleinkind managt, das oft vom Opa betreut wird. „Ich bin mit meiner Situation sehr zufrieden und auch sehr froh darüber, eine Frau zu sein“, sagt Sütcü. Sie persönlich habe zum Glück nie eine Ungleichbehandlung im Beruf erlebt, sich „nie benachteiligt gefühlt, weil ich eine Frau bin. Im Arbeitsleben muss die Leistung passen“. Das kann auch an der Branche liegen. In Sütcüs Unternehmen arbeiten 85 Prozent Frauen. „Viele Schönheitsberufe werden von Frauen gewählt.“ Nachsatz: „Dennoch soll keiner sich benachteiligt fühlen.“

Für Anna Hader (19) ist der heutige Frauentag ein wichtiger Tag. Die Studentin der Universität Wien ist eine überzeugte Feministin, wie sie im Buch steht: „Der Frauentag macht regelmäßig auf den alltäglichen Kampf von Frauen aufmerksam, die für Gleichberechtigung und Selbstbestimmung kämpfen“, sagt die Afrikanistik-Studentin. Sie will die Welt verbessern: Nach der Matura ging sie auf Reisen und arbeitete in Ghana in einem Krankenhaus mit und in Asien bei anderen Sozialprojekten. Jetzt plant sie, auf ein Medizinstudium umzusatteln und einen Beruf mit nachhaltiger Wirkung zu erlernen.

Ja, natürlich hat sie als politisch aktiver Mensch das Frauenvolksbegehren bereits unterschrieben. Und nein, sie fühlt sich im Alltag nicht gleichberechtigt, ärgert sie sich über grundsätzliche Ungerechtigkeiten. „Das zeigt sich in unterschiedlichen Dimensionen: Frauen verdienen immer noch weniger als Männer und werden für ihre Arbeit zu Hause nicht bezahlt. Sie sind öfter von Armut betroffen und von sexueller Gewalt. Sie müssen sich ständig rechtfertigen. Bis hin zu Alltagskonversationen, in denen Frauen das Wort genommen wird. Und laute Frauen werden als schrill und übertrieben abgestempelt.“ Am wichtigsten ist für Hader, „dass das Frauenvolksbegehren die Situation fehlender Chancengleichheit und weiblicher Diskriminierung überhaupt wieder in den öffentlichen Diskurs bringt“. Denn Frauentag und Volksbegehren würden Forderungen stellen, die selbstverständlich sein sollten, es aber absolut nicht sind. Was nötig ist: „Die Problematik unserer Gesellschaft darf nicht unter den Teppich gekehrt werden. Es braucht Aktionen und Symbole – und wir dürfen nicht locker lassen.“hannah Grandits

Das Wort „Gleichberechtigung“ taucht in unserer Gesellschaft immer öfter auf. Frauen wollen nicht anders als Männer behandelt werden. Wir wollen für unsere Arbeit gerecht entlohnt werden und wir wollen akzeptiert werden, wie wir sind. Schon als Schülerin bin ich mir bewusst, dass man als Frau in der heutigen Welt die Karriereleiter erklimmen kann, andererseits nur bis zu einer gewissen Grenze. Das ist eines der Probleme: Oftmals werden Frauen unterschätzt oder man befürchtet, dass wir den dauerhaften Stress nicht aushalten. Doch woher kommt diese Denkweise? Seit dem Ersten Weltkrieg kämpfen Frauen darum, nicht benachteiligt zu werden. Ich bin stolz darauf, dass sich die ganze Mühe ausgezahlt hat.

Als 16-jähriges Mädchen kann ich mich mit dem Weltfrauentag noch nicht sehr identifizieren, da das Thema unter uns Jugendlichen noch keine enorme Rolle spielt. Ich finde das schade, weil der Frauenkampftag für mehr Aufmerksamkeit und zugleich Redebedarf sorgen sollte. Ich schätze, das wird sich mit der Zeit ändern. Meine Freundinnen meinen, das Interesse wird steigen, sobald das Fach „Recht“ ab kommendem Jahr auf meinem Stundenplan steht.Klassen-DiskussionenHin und wieder treten in meiner Klasse Diskussionen zum Thema „Gleichstellung von Mann und Frau“ auf. Die Mehrheit der Burschen ist der Ansicht, dass Frauen nicht so stark sind wie Männer und für manche Berufe deshalb nicht geeignet sind – auf der Baustelle sowieso, aber auch als Piloten. Die Mädchen wollen dies nicht einsehen und kontern, dass Männer in Berufen wie Kindergärtner oder Sekretär auch nicht oft gesehen werden. Ich denke aber, dass Menschen unabhängig vom Geschlecht einen Beruf wählen sollten, der ihnen Spaß macht und ihre Stärken zum Vorschein bringt. Frauen sollten gegenüber Männern einfach nicht benachteiligt werden. Kora Rodan