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Smartphones
04/05/2017

Schüler surfen im Unterricht

Jeder dritte Schüler verwendet sein Handy im Unterricht. Aber die Lehrer nützen es nicht zum Lernen.

von Daniela Davidovits

Zwei von drei Schülern nützen ihr Handy in der Pause, einer von drei sogar während der Stunde. Aber kaum für den Unterricht – wenn doch, dann zum Schummeln. "Ein Fehler. Besser wäre es, die Smartphones in den Unterricht zu integrieren", regt Konrad Zimmermann, Geschäftsführer des Nachhilfe-Instituts Lernquadrat an.
Ein Beispiel aus seinem Institut: "Im Spanisch-Kurs haben die Schüler bei ihren Handys die Menüführung auf die Fremdsprache umgestellt. Da macht jeder mit, ist konzentriert und begeistert." In der Schule wären innovative Konzepte noch wichtiger: "In einer Kleingruppe arbeitet man leichter konzentriert. In einer großen Klasse ist es umso wichtiger, die Schüler zu motivieren."

In einer Studie ließ er jetzt ausarbeiten, warum Schulen soziale Medien nutzen sollten. Schließlich haben neun von zehn befragten Jugendlichen ihr Handy den ganzen Tag bei sich. Ins Internet geht die Mehrheit der befragten Jugendlichen zwischen 11 und 19 Jahren mit dem Smartphone (57 Prozent), weit abgeschlagen sind PC (35 Prozent) und Tablet (7,6 Prozent).
Bei Smartphones machen die Schüler eine aktive Erfahrung und bringen sich stärker in den Unterricht ein. Etwa, um mitzubestimmen. Zimmermann nennt ein Beispiel: "Bei Fachkonferenzen stimmen die Teilnehmer ab, welches Detail-Thema genauer ausgeführt werden soll. So könnte es in der Schule auch manchmal sein."

Das Internet nutzen 80 Prozent der Jugendlichen für soziale Kontakte, 70 Prozent zum Musik hören, 65 Prozent zum Lernen und für die Schule. Die besten Informationen gibt es dabei für den Englischunterricht, gefolgt von Geschichte und Geografie sowie Biologie und Deutsch. Studienautor Jan Höltge zitiert aus der Fachliteratur: "Es hat sich gezeigt, dass Schüler, die in sozialen Netzwerken aktiv kommunizieren, eine bessere Ausdrucksfähigkeit und sogar ein besseres Arbeitsgedächtnis haben als Jugendliche, die nur passiv konsumieren."
Twittern Das Thema " Twitter im Unterricht" war zumindest am vergangenen Montag an den heimischen Schulen relevant. Bei der Deutsch-Matura sollten die Schüler einen Zeitungsartikel zu Twitter und anderen sozialen Medien kommentieren. Darin waren diverse Beispiele angegeben: Recherche mit Google Maps im Geografieunterricht, Online-Kommentare über ein Gedicht in Englisch und eine virtuelle Twitter-Diskussion zweier historischer Konfliktparteien. Methoden, mit denen sich auch introvertierte Schüler motivieren ließen.

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