Leben
24.01.2018

Saudi-Arabien: Wirbel um gebotoxte Kamele

Ein Dutzend Kamele wurden bei einem Schönheitscontest in Saudi-Arabien disqualifiziert, weil die Besitzer den Tieren Botox injiziert hatten.

Ein bizarrer Fall von Tierquälerei sorgt für Schlagzeilen: Kamelbesitzer spritzten ihren Tieren vor einem Schönheitswettbewerb in Saudi-Arabien Botox, um ihre Chancen auf einen Sieg zu erhöhen. Regelkonform ist das keinesfalls. So heißt es Medienberichten zufolge im Handbuch des Contests, dass "Kamele, die Drogen in den Lippen haben, rasiert sind oder in ihrer natürlichen Form sonst irgendwie verändert wurden" nicht teilnehmen dürfen. Als der Schwindel um die Schmollmünder der Tiere aufflog, wurden die betroffenen Kamele vom Wettbewerb ausgeschlossen.

Botox für Mund, Nase & Kiefer

"Sie verwenden Botox für den Mund, die Nase, die Oberlippe, die Unterlippe und sogar das Kiefer", sagte Teilnehmer Ali Al Mazrouei der Zeitung The National. Das Nervengift, welches beim Menschen zu Faltenbekämpfung eingesetzt wird, solle den Kopf "aufgeblasener" erscheinen lassen. Auch operative Eingriffe kommen vor: Dabei werden die Ohren der Tiere verkleinert, denn zarte Ohren gelten ebenfalls als Schönheitsmerkmal. Außerdem würden manche Besitzer den Tieren Hormone verabreichen, um den Muskelaufbau zu fördern.

Der Wettbewerb, für den heuer über 30.000 Kamele angemeldet wurden, ist Teil des jährlichen King-Abdulaziz-Kamel-Festivals, das rund 120 Kilometer von der Stadt Riad entfernt stattfindet und sich über einen Monat zieht. Bei dem Festival wird nicht nur das schönste Kamel gekürt. Es gibt auch Kamel-Rennen und Wettbewerbe, welches Kamel seinem Besitzer am besten gehorcht, und wer das beste Kamel-Foto macht. Das Preisgeld beläuft sich laut Daily Mail auf 57 Millionen Dollar.

Mit dem Festival soll die Tradition des Königreiches bewahrt werden. "Das Kamel ist ein Symbol Saudi-Arabiens. Früher haben wir es gefördert, weil es notwendig war, heute als Zeitvertreib", sagte der Chef der Festival-Jury der Nachrichtenagentur Reuters.