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Leben
01/17/2019

Salatmachen ist Frauensache: Trump sorgt mit sexistischem Sager für Wirbel

Der US-Präsident witzelte über seine Gattin. Statt eines Scherzes sahen viele seine Kommentare als Ausdruck von Sexismus an.

Am Montag verköstigte US-Präsident Donald Trump ein Hochschul-Football-Team im Weißen Haus mit Fastfood. Anlass war offenbar der andauernde Shutdown in der USA. "Wir haben amerikanisches Fastfood bestellt und ich habe es bezahlt", sagte Trump, bevor er die Clemson Tigers in seinem Amtssitz in Washington empfing. "Es ist wegen des Shutdowns, wie Sie wissen."

Trump nutzte den Termin auch, um einen kleinen Seitenhieb auf seine Gattin Melania Trump loszuwerden.

Vor den Sportlern und der versammelten Presse sagte er: "Also ich hatte die Wahl. Haben wir Essen für euch, wegen des Shutdowns, oder geben wir euch ein paar schnelle Salate, die die First Lady macht, mit der Second Lady. Sie würden gemeinsam ein paar Salate machen. Und ich sagte: Ihr Typen mögt doch keine Salate. Oder gehe ich raus…und lasse etwa 1.000 Hamburger reinbringen. Big Macs. Also haben wir dann das gemacht."

Aufgetischt wurden schlussendlich Hamburger und Pommes der Schnellrestaurant-Ketten McDonald's und Wendy's. Vereinzelt fanden sich auf der großen Tafel auch in Plastik abgepackte Salate.

Mit der Aussage, er würde seine Ehefrau zum Salatmachen in die Küche schicken, beliebte der Präsident also wohl zu scherzen. Für die implizite Botschaft, dass Burger Männersache und Salate die Angelegenheit von Frauen seien, erntete Trump aber erboste Reaktionen.

"Wir sind nicht hier, um Salate für Männer zu machen"

Die Aussage sei sexistisch und die Annahme, dass Frauen für Männer Salate vorbereiten müssten, ebenso – so der Tenor. Unter den Kritikerinnen und Kritikern waren auch die CNN-Nachrichtenmoderatorinnen Erin Burnett und Joan Walsh.

"Es scheint mir, als ob der Präsident nicht eher zufrieden sein wird, bis es keine einzige weibliche republikanische Wählerin mehr im Land gibt", sagte Walsh während der Sendung "Erin Burnett OutFront" am Montag. "Es ist unglaublich sexistisch. Er sollte nicht so über die First Lady sprechen. Wir sind nicht alle dafür da, um Salate für Männer zu machen."

In Schutz genommen wurde Trump vom konservativen Kommentator Scott Jennings, der ebenfalls zugeschaltet war. Er sagte zur Verteidigung des Präsidenten: "Ich habe seine Kommentare nicht für sexistisch gehalten."

"Wie um alles in der Welt empfinden Sie das nicht als sexistisch? Die Annahme, dass seine Frau Salate für eine Reihe von Fußballspielern machen wird?", schoss Burnett zurück. Und weiter: "Was ist sie, die Köchin? Ich interpretiere da nicht zu viel hinein. Er hat einen Witz gemacht, der sexistisch war."

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