Leben
17.08.2017

Religiöse Familie verweigert lesbischer Kellnerin Trinkgeld

Weil sie ein Tattoo trug, mit dem sie ihre Zugehörigkeit zur LGBTQ-Community zeigte, bekam eine Kellnerin in den USA kein Trinkgeld.

Des Öfteren wurde in der Vergangenheit über besonders großzügige Trinkgelder berichtet, die von Kunden als Geste der Dankbarkeit an Kellner ausgegeben wurden. Ein aktueller Fall erzählt eine weniger schöne Geschichte.

Samantha Heaton ist 20 Jahre alt und arbeitet im US-Bundesstaat Illinois bei der Restaurantkette Buffalo Wild Wings. Kürzlich bediente die junge Frau eine fünfköpfige Familie - zunächst eine gänzlich unspektakuläre Situation. Das berichtet unter anderem die Lokalzeitung Rock River Times. Schließlich verlangte die Familie nach der Rechnung, um diese zu begleichen.

"Schlimmes Tattoo"

Nachdem die Gäste das Lokal verlassen hatten, sammelte Heaton Rechnung und Geld ein. Als sie auf das Papier blickte fiel ihr auf, dass sie kein Trinkgeld erhalten hatte. Damit nicht genug: Auf der Rechnung fand sich auch eine Notiz, die die Kunden hinterlassen hatten. "Wir können jemandem, der Jesus nicht liebt, kein Trinkgeld geben. Schlimmes Tattoo", stand darauf geschrieben. Mit den Zeilen bezog sich die Familie auf ein Regenbogen-Tattoo, das Heaton am Arm trägt, um ihre Sympathie für die LGBTQ-Community (LGBTQ: Abkürzung für Lesbian, Gay, Bisexual und Transgender) zu zeigen. Die Regenbogenfahne gilt in zahlreichen Kulturen unter anderem als Zeichen der Toleranz und Akzeptanz - und der Vielfalt von Lebensformen.

Heatons Arbeitskollegin, Joelle Nicole Maish, teilte die Geschichte auf Facebook und fand klare Worte, mit denen sie das Verhalten der Kunden kritisierte. Ihre Arbeitskollegin sei zwar lesbisch, ihre sexuelle Orientierung habe jedoch nichts mit ihrem Job zu tun.

"Es ist fürchterlich, wenn man kein Trinkgeld bekommt, aber kein Trinkgeld zu bekommen, weil man im Jahr 2017 homosexuell ist, ist noch ein klein bisschen fürchterlicher", erklärte Samantha Heaton im Interview mit der Huffington Post. Zudem habe ihre sexuelle Orientierung nichts mit ihrem Glauben zu tun, so Heaton, die sich der katholischen Kirche zugehörig fühlt.

"Als Christin sollte man niemanden verurteilen. Egal wie jemand aussieht, man sollte ihn dafür lieben, was in seinem Herzen ist und wie er dich behandelt", sagte sie im Gespräch mit Rock River Times. Ihr Tattoo bereue sie außerdem nicht. Kürzlich habe man sie gefragt, ob sie es lieber rückgängig machen wolle - "ich sagte 'Nein, ich würde es noch größer machen'".