Leben 14.02.2018

Porters Ex: "Stärke" schützt nicht vor Missbrauch

Rob Porter, Trumps ehemaliger Staatssekretär. © Bild: APA/AFP/NICHOLAS KAMM

Eine der beiden Ex-Frauen von Rob Porter, Trumps ehemaligem Staatssekretär, will in einem Artikel mit Vorurteilen gegenüber Opfern häuslicher Gewalt aufräumen.

Bereits in der Vergangenheit gab es immer wieder Berichte über Mitarbeiter von Trump, denen vorgeworfen wurde, Frauen missbraucht zu haben (mehr dazu hier). Erst kürzlich sind nun zwei Mitarbeiter Trumps, denen Ex-Ehefrauen Misshandlungen vorwerfen, aufgrund solcher Vorwürfe zurückgetreten. Einer davon, der ehemalige Staatssekretär Rob Porter, sieht sich sogar mit Anschuldigungen der häuslichen Gewalt seitens seiner beiden früheren Ehefrauen konfrontiert. Seine erste Frau Colbie Holderness wehrt sich nun gegen die Behauptung von Trump-Beraterin Kellyanne Conway, starke Frauen würden nicht missbraucht werden.

Conway sagte in der CNN-Sendung "State of the Union", dass sie sich keine Sorgen um Trumps Pressesprecherin Hope Hicks mache, die Berichten zufolge Porter gedatet haben soll. Denn Hicks, so Conway, sei loyal und klug. Holderness fühlte sich nach dieser Aussage dazu verpflichtet, darauf zu reagieren. In einem Artikel, der am Montag in der Washington Post veröffentlicht wurde, schreibt sie, dass häusliche Gewalt jedem passieren könne:

"Stark zu sein – mit exzellenten Instinkten, Loyalität und Klugheit – schützt eine Person nicht vor Missbrauch. Es hält sie nicht davon ab, eine Beziehung mit jemandem einzugehen, der andere missbraucht. Missbrauch zeigt sich oft nicht von Anfang an – erst später, wenn man schon tief drinnen steckt und hinter verschlossenen Türen."

Holderness erklärte weiter, dass sie es sich niemals hätte vorstellen können, sich in einer missbräuchlichen Beziehung wiederzufinden und dass sie Jahre dafür gebraucht habe, ihr Selbstbewusstsein zurück zu erlangen, das in der Verbindung mit Porter verloren gegangen war.

"Es braucht jede Menge Stärke"

"Opfer verbringen oft eine lange Zeit mit der Person, von der sie missbraucht werden. Sie heiraten sie, werden finanziell mit ihr verflochten, bekommen Kinder mit ihr. Es gibt so viele Gründe, warum es für Menschen schwierig ist, zu gehen. Die Quintessenz ist, dass es jede Menge Stärke braucht, sich da selbst rauszuholen und von vorne zu beginnen."

Weiters spricht Holderness darüber, dass es wichtig sei, Überlebende von häuslicher Gewalt zu unterstützen. Sie selbst habe erfahren wie es ist, wenn einem nicht geglaubt wird. Im Rahmen der Anschuldigungen gegen Porter wurden auch Bilder von Holderness veröffentlicht, die sie mit einem blauen Auge zeigen. Diese würden von einem Urlaub stammen, den Holderness und Porter gemeinsam in Florenz verbracht haben.

In dem Artikel stellt Holderness klar, dass weder sie, noch die zweite Ex-Frau von Porter, Jennifer Willoughby, ihren Ex-Mann bloßstellen wollten. Das FBI sei jedoch aufgrund einer Sicherheitsprüfung Porters, die dieser nicht gänzlich bestanden habe, auf die beiden Frauen zugekommen. US-Präsident Trump beklagte indessen auf Twitter, dass "das Leben von Menschen durch bloße Anschuldigungen zerstört" werde. Zugleich betonte er, dass diese Personen Anspruch auf "Rechtsstaatlichkeit" hätten.

( kurier.at , elmo ) Erstellt am 14.02.2018