Leben
29.06.2017

Playboy-Kolumnist wettert gegen Trumps Sprecherin

Pressekonferenzen sind in der Ära Trump ein schwieriges Thema. Bei einem Briefing am Dienstag im Weißen Haus machte einer der anwesenden Reporter seinem Ärger über die Haltung der Trump-Administration gegenüber Journalisten Luft.

Die problematische Beziehung zwischen Donald Trump und dem Journalismus, Stichwort "Fake News", ist um ein Kapitel reicher. Zwischen dem amtierenden US-Präsidenten und den Reportern, die täglich im Weißen Haus ihren Jobs nachgehen, herrscht seit seiner Amtseinführung ein schwieriges Verhältnis.

Mittlerweile ist Trumps offizieller Pressesprecher Sean Spicer von der Bildfläche verschwunden. Der Pressesprecher des Weißen Hauses hatte in den vergangenen Monaten mehrfach für Irritationen gesorgt. Kurz nach Donald Trumps Amtseinführung behauptete Spicer, Journalisten hätten falsch über die Anzahl der Zuschauer bei Trumps Vereidigung berichtet. Im April musste sich Spicer entschuldigen, nachdem er Adolf Hitler mit dem syrischen Machthaber Baschar al-Assad verglichen und gesagt hatte: "Nicht einmal Hitler hat Chemiewaffen eingesetzt." Ende Mai übernahm Spicer auch die Arbeit des Kommunikationsdirektors, nachdem Mike Dubke zurückgetreten war. Seitdem führt immer öfter Sarah Huckabee, Spicers Stellvertreterin, die täglichen Pressebriefings. Zudem muss sich Spicer immer mehr Stimmen gefallen lassen, die seinen Rücktritt fordern.

Sarah Huckabee war es nun auch, die einen Reporter bei einem Pressebriefing am Dienstag im Weißen Haus zur Weißglut brachte. Anstatt die anwesenden Journalisten über die Regierungsarbeit zu unterrichten, nutzte Huckabee den Termin, um über den Fernsehsender CNN auszuhauen. Dabei bezog sie sich unter anderem auf eine Geschichte, die redaktionell fehlerhaft war. Der Artikel, der von den Ermittlungen in der Russlandaffäre handelte, wurde schließlich vom Sender zurückgezogen und die drei involvierten Redakteure entlassen. Seitens des Medienunternehmens entschuldigte man sich öffentlich für die Verfehlung der Sorgfaltspflicht (mehr dazu hier).

"Eine Schande für den Journalismus"

Außerdem sprach Huckabee über ein CNN-Video, welches derzeit kursiere und ebenfalls möglicherweise fehlerhaft sei. "Ich denke, wenn das stimmt, ist es eine Schande für alle Medien, für den gesamten Journalismus. Ich glaube wir sind dort angekommen, dass wenn man den Medien nicht mehr vertrauen kann, dass sie die Nachrichten berichten, ist das gefährlich für Amerika. Und ich glaube, wenn das die Richtung ist, in die sich einige Medienhäuser bewegen, gerade um Wertungen unterzumischen, und wenn das direkt von oben kommt, dann denke ich, ist das sogar noch beängstigender und ganz sicherlich auch schändlicher", sagte die Pressesprecherin.

Schließlich wurde Huckabee von Brian J. Karem, der unter anderem für das Magazin People und den Playboy und schreibt und als Korrespondent für die US-amerikanische Dokumentarfernsehsendung "America's Most Wanted" tätig war, unterbrochen. Dieser kritisierte, dass sich durch ihre Kommentare die aufgeheizte Stimmung im Land weiter verschärfe.

"Wir sind hier, um Fragen zu stellen"

"Kommen Sie schon, Sie entfachen hier gerade ein Feuer zwischen allen, genau hier, genau mit diesen Worten. [...] Jeder von uns ist ersetzbar, und jeder von uns - falls wir etwas falsch machen – hat das Publikum hat die Möglichkeit umzuschalten oder uns nicht zu lesen. Sie sind für mindestens vier Jahre gewählt worden. Da gibt es keine andere Option. Wir sind hier, um Fragen zu stellen. Sie sind hier, um Antworten zu liefern. Und was Sie gerade getan haben, ist Menschen im ganzen Land aufzuhetzen, die das sehen und sagen 'Schau, schon wieder hat der Präsident recht und alle anderen hier sind Fake-Medien.' Und jeder hier versucht nur, seinen Job zu machen."

Huckabee reagierte prompt und sagte: "Da bin ich komplett anderer Meinung. Ich denke, wenn irgendetwas aufhetzend war, dann die Unehrlichkeit, die oft in den Medien stattfindet."

Auf Twitter legte Karem nach der Pressekonferenz nach und schrieb: "Also, wenn wir falsch liegen, bessern wir uns aus, aber wann hat POTUS das jemals getan? Wir sind nicht FAKE News."