Leben 21.12.2011

Online-Shop mit Spamlinks erpresst

© Bild: AP

Erpresser drohten einem deutschen Online-Shop mit Spamlinks, die zu einer Herabstufung im Google-Ranking führen sollten.

Anfang Dezember verlangten Erpresser von der Inhaberin eines deutschen Online-Shops, der Holzspielzeug verkauft, 5000 Euro. Andernfalls würden auf den Shop massenhaft Links gesetzt, "von Adressen, die Google nicht gefallen", wie die Cyberkriminellenin einer Aussendung des deutschen Vereins für freien Wissenszugang SuMa eV zitiert werden. Die Links von fragwürdigen Sites sollten dazu führen, dass der Online-Shop im Google-Ranking fällt oder gar aus dem Index des Suchmaschinenbetreibers verbannt wird, so der Verein.

Die Inhaberin des Shops erstattete bei der Kriminalpolizei Anzeige und beobachtete laut dem Verein auch, wie sich ihre Website im Google-Ranking um einige Positionen nach hinten verschob.

Keine Warnmöglichkeit bei Google
Google verwies auf Anfrage von SuMa eV auf einen Eintrag im Google-Blog Webmaster Zentrale. Dort heißt es, dass ein Schaden aus solchen Spamlinks "nicht unmöglich" sei.

Google arbeite aber intensiv daran, solche Schäden zu vermeiden: "Wenn wir einen Algorithmus schreiben, der eingehende Links überwacht, stellen wir uns immer folgende Frage: `Wollte vielleicht ein Mitbewerber jemand anderem damit schaden?` Daher versuchen wir einen Code einzubauen, der verhindert, dass jemand einem anderen leicht Schaden zufügen kann." Möglichkeiten vor solchen Links zu warnen, stellt der Suchmaschinenbetreiber nach eigenen Angaben jedoch nicht bereit.

"Google braucht Zeit"
"Dass mit Spamlinks gedroht und erpresst werde, ist neu", sagt sagt Siegfried Stepke vom Wiener Suchmaschinen-Marketingunternehmen e-dialog: "Technisch ist es sicherlich möglich, dass durch Badlinks - etwa von Pornoseiten - Website-Betreibern Schaden zugefügt wird."

Online-Shop-Betreiber, deren Besucher hauptsächlich über Google kommen, hätten in einem solchen Fall ein Problem. Der Suchmaschinenbetreiber brauche Zeit, um solche Aktionen zu erkennen, so Stepke. Maßnahmen gegen solche Spamlinks seien zeitaufwendig und teuer.

Erstellt am 21.12.2011