Stonehenge: Rätselhaftes Monument der Urgeschichte

© Geert Verhoeven/LBI

Mamuz-Museum
03/02/2016

Stonehenge-Schau: Steine zum Angreifen

Grabbeigaben und sieben Meter große Stein-Replika kommen nach Mistelbach.

von Sandra Lumetsberger

Sie zieren japanische Telefonwertkarten oder kommen in Romanen, Filmen und Disney-Comics vor: Bald sind die Steine der rätselhaften Kultstätte Stonehenge im MAMUZ Museum Mistelbach zu sehen. Nicht im Original, aber in solch detailgenauer Nachbildung, dass sie den Archäologen Wolfgang Neubauer zum Staunen brachten. "Steine in der Größe, dreidimensional, detailgenau aufzunehmen – das können viele. Sie aber dreidimensional auszudrucken und nachzubilden, dass es aussieht wie Stonehenge, nicht." Bis zu sieben Meter sind die rekonstruierten Steine – "und zum Angreifen", betont Neubauer.

Der Leiter des Ludwig-Boltzmann-Instituts für Archäologische Prospektion und Virtuelle Archäologie, und aktuell Wissenschaftler des Jahres, kuratiert die neue Ausstellung. Sie ist das Ergebnis seiner jahrelangen Forschungen: Seit 2010 untersuchten er und sein Team eine Fläche von 14 Quadratkilometern rund um Stonehenge. Ohne Schaufel und Spaten. Stattdessen flitzte der Archäologe mit einem speziellen Mini-Traktor über das Gelände. Darunter: ein eigens entwickeltes Magnetometer, Bodenradar, 3-D-Laser-Scanner und magnetische Sensoren, die Abweichungen vom Erdmagnetfeld zeigen. Auf diese Weise entdeckten sie noch einen viel älteren Steinkreis.

Original-Relikte

Neben den neuesten Erkenntnissen, Neubauers Mini-Traktor, der im Simulator ausprobiert werden kann, sind auch Original-Relikte zu sehen, die England noch nie verlassen haben.

Zum Beispiel der Dolch des "Amesbury-Archers" – einem Bogenschützen, der aus der Alpenregion stammte. Er lebte zur Zeit der Glockenbecherkultur, die von 2600–2400 v. Chr. andauerte. Bei der Entdeckung seines Grabes fanden die Forscher heraus, dass er mit einen Kupferdolch, dem größten bisher auf den britischen Inseln gefundenen, bestattet wurde. Das Kupfer stammt aus den österreichischen Alpen. "Durch die Ausstellung kommt es wieder in sein Herkunftsland zurück", sagt Forscher und Autor Julien Richards, der das Ausstellungsteam beriet.

Die Grabausstattungen der am Ende der Steinzeit in ganz Europa aktiven Leute der Glockenbecherkultur werden in der Ausstellung gleichzeitig mit reichen Gräbern aus Niederösterreich präsentiert. Für Wolfgang Neubauer gehen die Forschungen am Gelände des Monuments in England weiter – es gibt noch viele Daten zum Auswerten und viele Rätsel zu lösen.

Info: "Stonehenge. Verborgene Landschaft", von ab 20. 3.–27. 11. 2016. www.mamuz.at

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.