Leben 03.01.2012

Netz-Giganten planen Protest-Blackout

Facebook, Google und Amazon könnten mit Offline-Tag zu Aktionen gegen US-Gesetzes-Entwurf SOPA aufrufen.

Eine Reihe von großen Internet-Unternehmen, darunter Facebook, Google und Amazon, diskutieren derzeit darüber, ihre Internet-Dienste vorübergehend für einen Tag abzuschalten, um gegen das US-Gesetzesvorhaben SOPA zu protestieren. Unterdessen ließen sich auch Unternehmen wie Nintendo, Electronic Arts und Sony von der Liste der SOPA-Unterstützer streichen.

Der umstrittene US-Gesetzesentwurf zum "Stop Online Piracy Act" (SOPA) sorgt in den USA nach wie vor für großen Wirbel. Er sieht weitreichende Sperren gegen Webseiten vor, die Urheberrechte verletzen oder Urheberrechts-Verstöße begünstigen. Seine Gegner, darunter Kaliber wie Google, Facebook, eBay und Amazon, fürchten eine Beschneidung der Redefreiheit im Netz und einen Rückgang bei Innovationen.

"Ernsthafte Diskussionen"

Deswegen denken die großen Internet-Unternehmen derzeit über mögliche Aktionen nach, um SOPA zu stoppen. Man zieht dafür sogar in Erwägung, die eigenen Dienste zeitweise abzuschalten. Den Besuchern sollen statt dessen Zensur-Warnungen angezeigt werden und eine Aufforderung, die zuständigen Politiker zu kontaktieren und sich über das Gesetz zu beschweren.

"Es gibt einige ernsthafte Diskussionen darüber. So etwas hat es noch nie zuvor gegeben", erklärte Markham Erickson von der NetCoalition, in der sich die SOPA-Gegner zusammengeschlossen haben, gegenüber Cnet. Eine ähnliche Aktion von Tumblr brachte bereits 87.834 Anrufe an den bei SOPA federführenden republikanischen Politiker Lamar Smith mit sich.

Auch Wikipedia-Gründer Jimmy Wales hatte eine Art Online-Streik der Web-Enzyklopädie vorgeschlagen, um auf die Weise gegen SOPA zu protestieren. Als Vorbild nahm er sich hierbei die italienische Wikipedia, die aus Protest all ihre Artikel für eine Zeit unsichtbar gemacht hatte.

Liste der Unterstützer wird kleiner

Unterdessen rudern auch viele SOPA-Unterstützer wieder zurück und distanzieren sich von dem geplanten Gesetzesentwurf. Nach dem Provider GoDaddy zogen nun auch die Videospiel-Unternehmen Nintendo, Electronic Arts und Sony ihre Unterstützungserklärung zurück, berichtet Business Insider.

Auf einer aktuellen Liste der Unterstützer sind demnach nur noch 124 Firmen vertreten, zuvor waren es noch 360. Auch Sportartikel-Hersteller wie Nike oder Adidas haben ihre Unterstützung zurückgezogen.

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( futurezone ) Erstellt am 03.01.2012