Nein, die alten Ägypter bauten keine Pyramiden auf dem Mars

Eine Hügellandschaft auf dem Mars mit einem pyramidenförmigen Felsen, der rot eingekreist ist.
Seit der Mars-Roboter Curiosity Anfang der Woche Bilder sendete, die eine Pyramide auf dem roten Planeten zeigen, geht es im Netz rund: Könnte das der Beweise für Lebewesen im All sein?

Verschwörungstheoretiker wollen in der fast vollendeten Perfektion des "Gebäudes" einen Beweis sehen, dass nur Lebewesen die Pyramide auf dem Mars gebaut haben können. Irrtum, sagt dagegen Christian Köberl. Der Direktor des Naturhistorischen Museums Wien ist auch Geologe und Spezialist für außerirdische Gesteinsformationen: "Das ist ein ganz normaler Basalt, denn diese Steine brechen oft in annähernd geometrischen Formen. Würde man auf der Erde in der Nähe von Vulkanen viele Steine fotografieren, fände man sicher auch etwas, das so ähnlich aussieht. Die geometrischen Oberflächen sind durch die Mineralstruktur vordefiniert. Eine ganz natürliche Formation."

Die NASA-Sonde Curiosity (Neugierde) war am 6. August 2012 mit einem gewagten Manöver im Gale-Krater am Fuße des Mount Sharp auf dem Mars gelandet. Seit damals sendet der Roboter eifrig Bilder. Die Missionsdauer ist auf ein Marsjahr ausgelegt, das entspricht 98 irdischen Wochen. Curiosity soll herausfinden, ob es auf dem Mars jemals Gebiete gegeben hat, in denen Leben hätte existieren können, oder in denen heute Leben existieren kann.

Köberl ist überzeugt, dass das aktuell gesendete Foto sicher nichts beweist: "Wenn man sich das Bild anschaut, sieht man ganz deutlich, dass das ein ganz normales Streufeld aus verschiedenen Gesteinen ist, das an einem Krater-Abhang hängt." Viele Zeitungen hätten die Pyramide heran gezoomt und aus dem Kontext gerissen. "Wenn man das macht, schaut es natürlich nach etwas anderem aus."
Die Formation soll – Medienberichten zufolge – in etwa so groß wie ein Auto sein. Köberl glaubt das nicht: "Das Objekt sieht auf dem Foto etwa Fußball groß aus – ein typischer, stinknormaler Basaltblock."

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