Leben
04.04.2017

Diese Frau rappt über ihren Hidschab

Mona Haydar will mit dem Song ein Zeichen für Inklusivität und Liebe setzen.

Die 28-jährige Mona Haydar ist eine syrisch-amerikanische Aktivistin und Dichterin. Am vergangenen Donnerstag, den 27. März, veröffentlichte sie ein Rap-Video namens "Hijabi". An diesem Tag wurde zum ersten Mal der muslimische Frauentag begangen.

Die Online-Kampagne für den muslimischen Frauentag wurde von MuslimGirl gestartet, eine Website von und für muslimische Frauen. In Zusammenarbeit mit anderen Medienorganisationen ging es dabei darum, sich auf die Stimmen und Erfahrungen von muslimischen Frauen zu konzentrieren.

"Wrap My Hijab"

Auf Facebook wurde das Video zu "Hijabi" bereits über 900.000 Mal aufgerufen. Darin zu sehen ist die im achten Monat schwangere Haydar, flankiert von anderen muslimischen Frauen. In dem Song rappt Haydar darüber, dass sie nicht damit aufhören wird, sich ihren Hidschab umzuwickeln. Ein Statement an all jene, die muslimische Frauen für das Tragen eines Kopftuches beleidigen oder attackieren.

Unter dem Hashtag #hijabiXmona brachten in den folgenden Tagen viele Menschen ihre Begeisterung für das Video in den sozialen Medien zum Ausdruck. "Das Einzige, was mich interessiert, ist diese Welt freundlicher zu machen. Das ist das Ziel und die Absicht hinter all meiner Arbeit", sagte Haydar zur BBC.

Im Text von "Hijabi" thematisiert sie beispielsweise Fragen, mit denen Hidschab-Trägerinnen oftmals konfrontiert werden. "Wie sieht das Haar darunter aus? Ich wette gut. Schwitzt du darunter nicht? Ist das nicht beengend?", lautet eine Textstelle. Viele Menschen seien geschockt darüber gewesen, dass sich Haydar hochschwanger in dem Video gezeigt hat, erzählte sie der BBC. "Warum ist es so schockierend, wenn eine schwangere Frau mit ihrem Leben weiter macht, während neues Leben in ihr heranwächst? Als Frau, die daran glaubt, dass alle Körper gut und schön sind, freut es mich, jene sozialen Strukturen aufzubrechen, die versuchen, Frauen vorzuschreiben, wie ihr Körper aussehen sollte", sagte Haydar.

Liebe und Inklusivität

Haydar, die aus dem US-Bundesstaat Michigan kommt und nun in New York lebt, hat bereits in der Vergangenheit die mediale Aufmerksamkeit mit diversen Aktionen auf sich gezogen. Gemeinsam mit ihrem Ehemann hat sie beispielsweise vor etwa einem Jahr einen Stand auf der Straße aufgebaut, der fremde Menschen dazu motivieren sollte, Fragen über den Islam an sie zu stellen.

Genau wie bei diesem Projekt, will sich Haydar auch mit ihrem Rap-Song für Inklusivität und Liebe einsetzen. "Wir arbeiten daran, eine schönere Welt zu schaffen, von der wir alle wissen, dass sie möglich ist — eine, die voll von Güte und Mitgefühl ist", sagte Haydar zu mic.com.