Migration im Schulbuch

Kopftuch und Karriere
Foto: dpa/Kay Nietfeld

Ministerium gibt Leitfaden in Auftrag

Migranten werden in Schulbüchern meist sehr klischeehaft dargestellt. Das zeigte eine Untersuchtung von Integrationsstaatsekretär Sebastian Kurz. Bildungsministerin Claudia Schmied reagiert jetzt: "Der Wunsch des Staatssekretärs, das oft veraltete Bild von Migrantinnen und Migranten in Österreichs Schulbüchern zu ändern, hat volle Berechtigung und gehört schon seit einiger Zeit zu den laufenden Projekten der Bildungspolitik und Bildungsforschung. Schon Ende Mai soll es einen umfangreichen wissenschaftlichen Bericht zum Projekt Migration im Schulbuch geben. Darauf aufbauend wird nun ein Leitfaden zum Thema Darstellung von Migrantinnen und Migranten in den Schulbüchern erstellt", erklärt sie.

Ende Mai wird das Projekt "Migration(en) im Schulbuch" von Heidemaria Weinhäupl und Christa Markom, wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Lektorinnen am Institut für Kultur- und Sozialanthropologie der Universität Wien, unter der Projektleitung des Ludwig-Boltzmann-Instituts für Europäische Geschichte und Öffentlichkeit fertig gestellt. Finanziert wird dieses Projekt durch "Sparkling Science", ein Forschungsprogramm des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung.

 

Das BMUKK hat die Autorinnen nun dafür gewonnen, nach Vorliegen der Ergebnisse dieser kritischen Analyse der in aktuellen Schulbüchern vermittelten Migrationsnarrative und Repräsentationen von Menschen mit Migrationshintergrund, einen Leitfaden zum Thema "Darstellung von Migrantinnen und Migranten in Schulbüchern" zu erstellen. Er wird für Schulbuchautorinnen und -autoren, Schulbuchverlage und Mitglieder der Gutachterkommission eine wertvolle Orientierung bei der Erstellung von qualitätsvollen und breiten Angeboten an Unterrichtsmaterialien für unsere Schülerinnen und Schüler darstellen.

"Ich danke den Studienautorinnen für die Bereitschaft zu dieser Arbeit. Sie leisten damit einen wertvollen Beitrag dazu, das Bild von Migration sowie Migrantinnen und Migranten in Österreichs Schulbüchern auf ein den Standards einer aufgeklärten und demokratischen Gesellschaft entsprechendes Niveau zu bringen. Denn wir müssen ganz besonders in der Schule und in den Schulbüchern vermitteln, dass alle Kinder und Jugendlichen, die in Österreich leben und hier in die Schule gehen, ein respektierter Teil unserer Gesellschaft sind. Sie alle werden - unabhängig von ihrer Erstsprache oder ihrem derzeitigen Reisepass - in zehn bis fünfzehn Jahren unser Land prägen", so die Bildungsministerin abschließend.

 

(KURIER / ub) Erstellt am
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