Leben
04.04.2017

Warum so kamerascheu, Mr. Trump?

Normalerweise sucht US-Präsident Donald Trump die Aufmerksamkeit der Kameras. Der offiziellen Fotografin des Weißen Hauses scheint er dennoch aus dem Weg zu gehen.

Der Fotograf Peter Souza folgte Barack Obama während seiner Präsidentschaft auf Schritt und Tritt. Mit der Wahl des neuen Präsidenten war seine Arbeit im Weißen Haus getan. Er lässt es sich aber dennoch nicht nehmen, auf seinem Instagram-Account immer wieder nostalgische Bilder von Obama zu teilen. In den sozialen Medien finden diesen großen Anklang. In den Medien wurde das sogar bereits mehrmals als Seitenhieb gegen Donald Trump gewertet (mehr dazu hier). Doch auch wenn Souzas Nachfolgerin, Shealah Craighead, mit Bildern des neuen Präsidenten zurückschlagen wollte, hätte sie nicht viel vorzuzeigen. Denn wie es aussieht, verhält sich Donald Trump ihr gegenüber eher kamerascheu.

Erste Frau als Chef-Fotografin

Craighead, war während der Präsidentschaft von George W. Bush die offizielle Fotografin der First Lady Laura Bush. Im Jänner 2017 wurde sie von Donald Trump als Fotografin des Weißen Hauses angestellt und ist somit die erste Frau in dieser Position. Sie arbeitet mit einer Handvoll weiterer Foto- und Videografen zusammen. Doch anders als Souza, der es verstand, Barack Obama und seine Familie von einer menschlichen und intimen Seite zu zeigen, beschränken sich die Bilder von Craighead darauf, Trump in offiziellen Situationen abzubilden.

Auf dem Instagram-Account des Weißen Hauses wurden bislang 34 Bilder gepostet, das offizielle Flickr-Album ist bislang leer. Auf Trumps Facebook-Account zeigt ein Fotoalbum mit dem Namen "The First 50 days" 50 Bilder der ersten 50 Amtstage. Alle Bilder, die bislang vom Weißen Haus veröffentlicht wurden, haben gemeinsam, dass sie eine gewisse Distanz vermitteln. Sie zeigen Trump ausschließlich in seiner offiziellen Rolle, beispielsweise in seinem Büro oder hinter dem Redepult. So etwas wie festgehaltene private Momente sucht man vergeblich.

Einblicke hinter die Kulissen

Bereits im März erschien über diesen Umstand ein Artikel im New Yorker. Darin steht auch, dass es Fotografen beispielsweise nicht erlaubt sei, Fotos vom Trump am Golfplatz zu machen, obwohl er dort am Wochenende viel Zeit verbringt. Doch es seien im Fall von Obama und auch seinen Vorgängern vor allem die Bilder hinter den Kulissen gewesen, die "maßgeblich dafür verantwortlich waren, wie wir über das Präsidentschaft gedacht haben". Die Bilder hätten außerdem immer "eine Geschichte von starken Persönlichkeiten der Menschen, die Geschichte schrieben, erzählt."

Die Website Reading the Pictures, auf der Fotos kommentiert werden, stellte fest, dass die offiziellen Fotografen des Weißen Hauses keinen besseren Zugang zum Präsidenten hätten als alle anderen Pressefotografen. Meist würden sie neben oder sogar hinter ihnen stehen.