Einer Frau wird ungefragt auf den Po gegriffen - via Facebook schlägt sie zurück.

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Wünschte, ich hätte dich angeschissen
08/10/2016

Nach Po-Grapscher: Frau veröffentlicht wütendes Posting

Ein Mann fasst einer Frau bei einem Festival unaufgefordert an den Po. Nach dem Vorfall äußert sich die junge Deutsche auf Facebook zu dem Vorfall.

von Marlene Patsalidis

Maya Summer, wie die junge Frau auf Facebook heißt, ist wütend. Den Grund dafür können viele Frauen nachvollziehen. Sie wurde beim Hamburger Hip-Hop-Festival Spektrum von einem Mann sexuell belästigt. Der Unbekannte fasste ihr in der Menge ans Gesäß.

Ihrer Wut auf den Grapscher und dem Gefühl der Machtlosigkeit hat sie mit einem Facebook-Posting Ausdruck verliehen.

"Ich wünschte, ich hätte dich angeschissen"

Ihr Posting richtet Maya "stellvertretend für wahrscheinlich eine ganze Menge Frauen", "an den Typen, der mir gestern ohne mein Einverständnis an den Arsch gefasst hat". In ihrem Text lässt sie ihrem Ärger freien Lauf und sinniert über die vergebene Chance der Rache: "Ich wünschte, ich hätte dich angefurzt, während deine Hand an meinem Arsch war. Nein - vielmehr wünschte ich, ich hätte dich angeschissen. Und zwar wortwörtlich. So richtig schöne weiche klebrige Scheiße. Ich wünschte, du hättest den ganzen Festival - Tag mit demselben ekligen Gefühl rumlaufen müssen wie ich."

"Ich war so wütend"

Das Posting im Forum des Facebook-Events zum Festival wurde bisher über 12000 Mal gelikt. Im Interview mit der Online-Plattform jetzt.de erklärt die junge Frau unter anderem, warum sie den Beitrag gepostet hat. "Da stand keine große Überlegung dahinter. Ich war so wütend und es wurde immer schlimmer. Ich wollte nicht, dass so etwas wieder mal einfach passiert und es keine Reaktion gibt", so Maya. Derartige Vorfälle würden immer wieder passieren und viel zu oft einfach so "durchgehen".

Mit einer derart großen Resonanz habe sie jedoch nicht gerechnet. Neben Unterstützung für ihre Worte und ihr Anliegen habe sie auch "mega viel Hass" bekommen. "Da kamen Kommentare wie 'sei froh, dass dich überhaupt jemand anfasst' oder 'es war bestimmt ein Versehen'. Manche haben auch gefragt, ob ich eine Leggins anhatte. Ich hab auch Nachrichten bekommen von Leuten, die mir gesagt haben, ich sei voll eklig, oder dass sie mir Aids wünschen. Einige haben mich auch einfach nur ausgelacht."

Auch auf Facebook schilderte Maya wenige Tage nach der Veröffentlichung ihres Posting die Anfeindungen im Netz. Zu ihrer Wortwahl steht sie nach wie vor: "Ich habe niemandem etwas getan, ich habe lediglich meinen Mund aufgemacht."

Für die Zukunft wünsche sie sich, dass sich die ganze Gesellschaft dem Problem der sexuellen Belästigung annehme und sie zum Thema mache. Es bräuchte eine "sichere Atmosphäre" - auf Festivals und auch sonst.

Belästigung auf Festivals

Erst Anfang Juli dieses Jahres waren auf dem Bråvalla-Rockfestival in Schweden fünf Vergewaltigungen und zwölf Fälle sexueller Belästigung zur Anzeige gebracht worden. Beim Gratisfestival Putte i Parken, das zeitgleich in Karlstad stattfand, hatte es 32 Anzeigen wegen sexueller Belästigung gegeben (der KURIER hat berichtet).