Leben
08.11.2018

Mann will Alter für bessere Tinder-Chancen um 20 Jahre senken

Ein niederländischer Motivationstrainer hat einen Rechtsstreit begonnen, um sein Geburtsdatum offiziell ändern zu lassen.

Man ist so alt, wie man sich fühlt, lautet ein bekanntes Sprichwort. Im Fall des Niederländers Emile Ratelband beträgt der Unterschied zwischen tatsächlichem und gefühltem Alter ganze 20 Jahre, wie er selbst sagt. Nun möchte der 69-Jährige sein Geburtsdatum ändern, um auch offiziell jünger zu sein. In seiner Heimat hat er Klage eingereicht, damit dieses nicht mehr 11. März 1949, sondern 11. März 1969 lautet. Das berichtet unter anderem die BBC. Dadurch erhofft sich Ratelband unter anderem bessere Chancen auf der Dating-Plattform Tinder.

Wenn Leute das Recht darauf haben, ihr Geschlecht zu ändern, warum sollte er dann sein Alter nicht ändern können, lautet Ratelbands Argument. Eine Untersuchung beim Arzt habe zudem ergeben, dass sein biologisches Alter 45 Jahre sei. "Mit 69 Jahren sind meine Möglichkeiten begrenzt. Mit 49 kann ich ein neues Haus kaufen, ein anderes Auto fahren. Ich kann mehr Arbeit annehmen", wird er in der Online-Ausgabe des Telegraph zitiert.

"Wenn ich bei Tinder bin und sage, dass ich 69 bin, bekomme ich keine Antwort. Wenn ich 49 Jahre bin, werde ich mit meinem Gesicht in einer sehr guten Position sein."

Verzicht auf Pensionsansprüche

Das Gericht steht der Klage Ratelbands skeptisch gegenüber, denn es gebe kein rechtliches Instrument, das es einer Person erlaube, ihr Geburtsdatum zu ändern. Dabei scheint es dem 69-Jährigen genau darum zu gehen, immerhin hätte er auch die Möglichkeit, auf Tinder einfach ein falsches Alter anzugeben. Er fühle sich im Alltag aufgrund seines Alters von der Gesellschaft diskriminiert, so Ratelband, der übrigens kein Unbekannter ist. Er hat in der Vergangenheit mehrere Bücher veröffentlicht und war Ende der Neunzigerjahre Moderator der Sendung "Tsjakkaa! Du schaffst es" bei RTL II.

Das Gericht wird voraussichtlich innerhalb der kommenden vier Wochen über den Fall entscheiden. Sollte dieser nach Ratelbands Vorstellungen ausgehen, hat er bereits angekündigt, auf seine Pensionsansprüche verzichten zu wollen.