Leben
27.02.2018

Lewinsky stellt Freiwilligkeit der Clinton-Affäre infrage

Ermutigt durch die #MeToo-Bewegung, meldet sich Monica Lewinksy mit einem Gastbeitrag in der Vanity Fair zu Wort. In diesem spricht sie über ihr Trauma vor 20 Jahren, Machtmissbrauch und stellt zum ersten Mal die Einvernehmlichkeit ihrer Beziehung zu Bill Clinton in Frage.

20 Jahre ist es her, dass die Beziehung von Monica Lewinksy, damals Praktikantin des Weißen Hauses, mit dem damaligen US-Präsidenten Bill Clinton ans Licht der Öffentlichkeit gelangte (mehr dazu hier). Das Bekanntwerden löste eine Staatskrise aus und machte Monica Lewinsky bis heute zur wohl berühmtesten Praktikantin der Welt. Heute ist Lewinsky eine 44-jährige Psychologin, die sich für Opfer von Cyber-Mobbing einsetzt. In einem Gastbeitrag für die März-Ausgabe der Vanity Fair schildert sie nun, dass sie die Affäre auch heute noch belastet.

Ermutigt zu diesem Essay habe sie die #MeToo-Debatte und das Bekenntnis der vielen Frauen, Opfer von männlicher Gewalt geworden zu sein. Angesichts der Missbrauchsvorwürfe gegen den Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein habe sie heute eine andere Einstellung zu ihrem damaligen Verhältnis zu Clinton. Denn in der Vergangenheit betonte Lewinsky immer wieder, dass sie und Clinton eine ebenbürtige Verbindung gehabt hätten. Vor vier Jahren schrieb sie dazu in der Vanity Fair: "Bestimmt hat mich mein Chef ausgenutzt, aber ich werde in einem Punkt immer felsenfest bleiben: Es war eine konsensuale Beziehung." Der Missbrauch sei erst danach gekommen, als der 27 Jahre ältere Präsident die Beziehung zu seiner Praktikantin öffentlich dementierte.

Ein anderer Blickwinkel

Heute sieht Lewinsky das anders. "Ich sehe erst jetzt, wie problematisch es war, dass wir beide überhaupt zu dem Punkt kamen, an dem es eine Frage von Einvernehmlichkeit gab. Der Weg dahin war gepflastert mit dem unangemessenen Missbrauch von Autorität, Posten und Privilegien." Sie beginne erst jetzt langsam zu verstehen, dass es ein riesiges Machtgefälle zwischen einem Präsidenten und einer Praktikantin im Weißen Haus gegeben hat.

Es sei also kompliziert, führt Lewinsky weiter aus und stellt die Frage, was überhaupt die Definition von Einverständnis sei. "Die Erlaubnis, dass etwas passiert. Aber was heißt 'etwas' in einer solchen Ausgangssituation, angesichts der Machtdynamik, seiner Position und meines Alters?"

"Ich bereue es jeden Tag"

Weiters stellt Lewinsky fest: Er war mein Chef. Er war der mächtigste Mann auf diesem Planeten. Er war 27 Jahre älter als ich und hatte genug Lebenserfahrung, um es besser zu wissen. Er war damals auf dem Höhepunkt seiner Karriere, während ich den ersten Job nach dem College hatte." Als "Notiz für die Trolle auf demokratischer und republikanischer Seite" wolle Lewinksy jedoch festhalten, dass nichts von dem ihre eigene Verantwortung für das, was geschehen ist, entschuldigt. "Ich bereue es jeden Tag."

Im Vergleich zu früher fühle sie sich aber heute nicht mehr allein und sei dankbar dafür. Eine Frau aus dem Umfeld der #MeToo-Bewegung habe Lewinsky geschrieben: "Es tut mir leid, dass du so allein warst."

Tatsächlich, so Lewinsky, sei das Alleinsein das schlimmste für sie gewesen und gibt auch Einblick in ihr Leben mit dem Trauma. Sie beschreibt, wie sie zu Weihnachten 2017 in einem Restaurant in Manhattan Kenneth Starr getroffen hatte, der Mitte der Neunzigerjahre gegen Bill Clinton ermittelte. Vor zehn Jahren hätte sie noch fluchtartig das Restaurant verlassen, schreibt Lewinsky. Im vergangenen Jahr sei es ihr dank jahrelanger Traumaarbeit zum ersten Mal gelungen, die Situation auszuhalten. Sie habe den Mann sogar ihrer Familie vorgestellt. Laut eigenen Angaben wollte sie ihn daran erinnern, dass er und sein Ermittlerteam in der Vergangenheit nicht nur sie, sondern auch ihre Familie verfolgt und terrorisiert hätten.

Wie es Monica Lewinsky nach ihrer Affäre mit dem Ex-Präsidenten ergangen ist:

Was treibt eigentlich Monica Lewinsky?

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LEWINSKY

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Monica Lewinsky

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NORWAY MONICA LEWINSKY

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