Verstehen Sie die Jugendsprache? Hipster, appsen, fresh & Troll

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Jugendsprache 2015:
11/04/2014

Likegeil & WhatsAppSüchtel

Bifie, Bro und Bruder vor Luder: Das neue Langenscheidt-Lexikon sammelt und erklärt die aktuelle Jugendsprache.

von Sandra Lumetsberger

Bestimmt wissen Sie als Dadster, was Ihr junger Checker meint, wenn er sich für die Salamiparty aufpimpt und dort mit seinen Bros abschädelt (Übersetzungen siehe Kasten rechts, Anm.). Für jene, die darüber nur den Kopf schütteln, hat der Langenscheidt Verlag die aktuellen Slang-Ausdrücke von Jugendlichen gesammelt, die im deutschsprachigen Raum verwendet werden. Neben Wörtern wie fresh, Likegeilheit oder entsnowden zeigt sich ein Trend, der seit Jahren bekannt ist: Präpositionen und Verben fallen weg – "Alles bürstig? Gehen wir Shopping-City".

Arne Ziegler und sein Team vom Institut für Germanistik der Universität Graz beschäftigen sich seit einem Jahr mit grammatischen Besonderheiten in der Jugendsprache. Sie untersuchen den Einfluss von Dialekt und Migration auf die Kommunikation 13- bis 18-Jähriger in den Landeshauptstädten und ländlichen Gebieten Österreichs. Die Analysen sind noch nicht abgeschlossen. Ersten Ergebnisse zeigen aber, dass der Dialekt ein wichtiges Identifikationsmerkmal bestimmter Jugendgruppen ist. Dass Präpositionen wegfallen, ist teils Bestandteil des Dialekts oder der regionalen Umgangssprache und wird auch von Erwachsenen so gehandhabt. Eine einheitliche Jugendsprache gibt es in Österreich nicht. Ein Unterschied zwischen Stadt und Land ist der Einfluss von Migrationssprachen. "In städtischen Jugendzentren fällt auf, dass fremdsprachige Äußerungen einfließen. Auch das sogenannte Code-Switching haben wir beobachtet: Jugendliche wechseln in einer Äußerung von einer Sprache zur anderen," sagt Ziegler. Eine weitere Erkenntnis: "Die Mündlichkeit nähert sich teilweise der Schriftlichkeit an." Das bezieht Ziegler vor allem auf Akronyme – Kürzel, die bisher in der Kommunikation von Textnachrichten verwendet wurden. "Ka" – keine Ahnung oder "Wmgs" – Was machst gerade so?" finden Einzug in den alltäglichen Sprachgebrauch. Das sei auf den Einfluss von SMS und eMail zurückführen.

Das Projekt der Uni Graz soll in sechs Jahren abgeschlossen sein. Ziel ist es, die Aufnahmen und wörtlichen Niederschriften im Deutschunterricht einzusetzen. Jene die Deutsch als Fremdsprache lernen, lernen Hochdeutsch. Und so verstehen sie die regionalen Umgangssprache meist nicht. "Das ist besonders in Österreich und Süddeutschland ein Problem."

Buchtipp:„100 Prozent Jugendsprache 2015“, erschienen im Langenscheidt Verlag, 160 Seiten, 3,99 €

abschädeln = saufen, exzessiv Alkohol trinken

aufpimpen = hübsch machen

appsen = nach neuen Apps im Internet suchen

Bifie = Selfie/Foto im Bikini

Bro = guter Kumpel

Bruder vor Luder = Freunde sind wichtiger als Mädchen

Checker = kluge Person

chillaxen = chillen, relaxen

Dadster = gewollt lässiger, szeniger Papa

entsnowden = entschlüsseln, aufdecken

Flashbackfriday = alte Fotos mit vielen Erinnerungen

fresh = extrem cool, genial

Hausfrauenpanzer = SUV, schicker Geländewagen

Hipster = Angehörige einer urbanen Subkultur, mit Vintage-Klamotten und Faible für Design und Nachhaltigkeit

keksi = cool, super

Likegeilheit = Wunsch, dass Beiträge in sozialen Netzwerken mit vielen "Gefällt mir" ("Like") markiert werden.

Salamiparty = Party ohne Mädchen

Troll = Idiot

WhatsAppSüchtel = Jemand, der ohne WhatsApp nicht leben kann

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