Bildnummer: 34088334 Hund, Spielzeug

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Tiergesundheit
10/23/2013

Pfoten weg von Hundespielzeug aus Kunststoff

18 getestete Produkte enthielten zahlreiche bedenkliche Substanzen

Hundespielzeug aus Kunststoff kann eine "Giftbombe" sein: Das Umweltbundesamt hat für das Verbraucherschutzmagazin "Konsument" 18 Produkte aus dem Drogerie-, Tier- und Fachhandel untersucht. Kein Erzeugnis war frei von Giftstoffen. Das sei auch deshalb problematisch, weil die Quietschknochen, Gummitiere und Bälle oft wie "normales" Spielzeug aussehen und wohl häufig im Kinderzimmer landen.

In allen Produkten wurden polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) gefunden. "Diese Verbindungen können Krebs auslösen", erläuterten die Konsumentenschützer. Das deutsche Bundesamt für Risikobewertung (BfR) spricht sich für die Einführung eines Grenzwertes für Gebrauchsgüter von 0,2 Milligramm pro Kilogramm (mg/kg) aus. "Die von uns untersuchten Hundespielzeugprodukte überschreiten diesen Wert allesamt um ein Vielfaches, im extremsten Fall sogar um mehr als das Tausendfache", so die Tester.

In einem Produkt war der Stoff DEHP (Di-2-ethylhexyl-phthalat) enthalten. In Spielzeug für Kinder unter drei Jahren ist diese Substanz verboten, weil sie die Fortpflanzungsfähigkeit schädige und ebenfalls als Krebs auslösend gelte. In sieben weiteren Erzeugnissen wurden Weichmacherersatzstoffe in Konzentrationen von 41 bis 50 Prozent nachgewiesen. "Kleine Kinder lieben es, auf Spielzeug herumzubeißen. Dabei besteht die Gefahr, dass sie Teile verschlucken. Werden die Weichmacher dann im Magen-Darm-Trakt herausgelöst, härtet das Material aus, was zu lebensgefährlichen Verletzungen in den Verdauungsorganen führen kann. Diese Gefahr besteht natürlich genauso für Hunde", meinen die Konsumentenschützer. Deshalb finde sich auf 14 der 18 untersuchten Produkte auch ein Hinweis, dass beschädigtes Spielzeug zu entsorgen sei.

"Da in jedem der 18 Spielsachen zumindest krebserregende Stoffe in einer Menge detektiert worden sind, die auch nach international anerkannten Zertifizierungsverfahren als bedenklich eingestuft werden, ist das untersuchte Hundespielzeug von unserer Seite nicht empfehlenswert", sagte Christine Iben, Universitätsdozentin im Fach Tierernährung. Besonders gefährlich seien "die teilweise sehr hohen Werte an krebserregenden polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen". Weil Hunde auf ihren Spielsachen herumkauen, "ist eine Aufnahme einer für den Hund gesundheitsgefährdenden Menge durchaus vorstellbar. Bei wiederholtem Kontakt ist sogar zu befürchten, dass es zu einem Tumor im Bereich der Mundhöhle kommt". Zudem wurden in mehr als der Hälfte der Produkte hormonell wirksame Substanzen wie Bisphenol A und Nonylphenol nachgewiesen. "Letztere Substanz führt nachweislich zur Verweiblichung von Fischen und ist seit 2003 in Österreich für die industrielle Verwendung verboten."

Iben rät zu Spielzeugen aus Naturprodukten. Aber selbst das beliebte "Stöckchen" könne Tücken haben: Es komme hin und wieder zu Verletzungen im Maul oder Entzündungen durch Holzsplitter im Magen. Diese Gefahr bestehe bei Stofftieren zwar nicht, "dafür kann es hier in Ausnahmefällen zu Darmverschlüssen durch verschluckte Fasern kommen". Gedrehte und verknotete Taue und Seile aus Naturmaterial seien unbedenklich.

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