Leben 19.12.2011

Kodak-Rettung stößt auf Probleme

Finanzspritze für Foto-Urgestein wackelt. Mehrere Hundert Millionen Dollar fehlen. Insolvenz droht.

Der Fotopionier Kodak hat laut einem Zeitungsbericht Probleme, das für sein Überleben nötige frische Geld aufzutreiben. Unter anderem seien mehrere Hedge-Fonds, mit denen ursprünglich über 900 Mio. Dollar (689 Mio. Euro) gesprochen worden sei, jetzt nur noch zu einer Investition von 600 bis 700 Mio. Dollar bereit, berichtete das "Wall Street Journal" (WSJ) am Montag. Das könnte möglicherweise nicht genug sein.

Das Geld werde gebraucht, um die Zeit bis zu einem Verkauf eines Portfolios aus 1.100 Patenten zu überbrücken. Verhandlungen darüber laufen bereits länger, sie sollen dem Vernehmen nach auch die in einem Patentkrieg verwickelten Smartphone-Schwergewichte Google und Apple angezogen haben. Allerdings seien die Interessenten sehr vorsichtig, weil eine spätere Kodak-Insolvenz dem Käufer viel Ärger mit Gläubigern einhandeln könne, schrieb die Zeitung jetzt.

Insolvenz Anfang 2012 möglich

Wenn es in den kommenden Wochen nicht gelinge, den Patentverkauf abzuschließen oder eine Finanzierung zu vereinbaren, könne Kodak in den ersten Monaten 2012 zu einem Insolvenzantrag gezwungen sein, sagte einer der Informanten des "Wall Street Journal".

Schon im Oktober hatte die Finanznachrichtenagentur Bloomberg von Insolvenzüberlegungen bei Kodak berichtet und einen zwischenzeitlichen Kursrutsch ausgelöst. Das Unternehmen beteuerte damals, es habe keine aktuelle Absicht, einen Insolvenzantrag zu stellen. Bei Vorlage der Quartalszahlen Anfang November sah sich Kodak dann zum dramatischen Eingeständnis gezwungen, dass binnen zwölf Monaten das Aus drohe, wenn keine Quelle für frisches Geld aufgetan werde.

Analog-Digital-Übergang vermasselt

Kodak hat der analogen Fotografie vor mehr als hundert Jahren seinen Stempel aufgedrückt. Der Wandel von der klassischen Film-Technik zur digitalen Geräten macht dem Foto-Pionier aber schon seit Jahren schwer zu schaffen. Konzernchef Antonio Perez will den Konzern als Druck-Spezialisten neu ausrichten, doch der Umbau läuft schleppend. Im dritten Quartal hat es zuletzt rote Zahlen von 222 Mio. Dollar gegeben, die Barbestände schmolzen von 1,6 Mrd. Dollar zu Jahresbeginn auf 862 Mio. Dollar Ende September zusammen.

( apa,dpa ) Erstellt am 19.12.2011