Estelle und David bereiten Schokosoße zu, die sie "natürlich" auch kosten müssen

© Heinz Wagner

Reportage
09/14/2014

So hat Jamie Oliver auch einmal angefangen

Schmatzo "Backstage". Kinder kochen fürs Fernsehen. Wir waren live dabei.

von Heinz Wagner

Estelle und David basteln Papierflieger. In der Küche. Und das gehört zum Kochen. Oder zumindest zur Kochsendung. „Schmatzo“ ihr Name. Der Kinder-KURIER durfte dabei sein, als Beiträge für zwei verschiedene Sendungen gedreht wurden - für appetitliche eigene Schuljausen und für eine Gruselparty.

Kleine salzige Küchlein

Auf dem Papierflieger, der der Kamera ins Bild flattern soll steht, so wünscht sich’s die Regie: „Hunger“. Und das treibt das eigentliche Geschehen in der Küche voran. Zunächst stehen kleine Quiche auf dem Speise-, das heißt viel mehr noch auf dem Kochplan. Der zuvor schon vorbereitete Teil ausgerollt und für die kleinen Backformen zurecht geschnitten. Und dann lernen die beiden 11-Jährigen von ihrem anleitenden Kompagnon in der Küche, dem Chefkoch des Restaurants der Albertina-Passage, Alex, einen echt coolen Trick kennen, der auch für so manche Küchen-Alltagsprofis wahrscheinlich neu – und damit hier lehrreich – ist: Bevor die eigentliche Fülle gebacken wird, leeren sie rohe Linsen in die mit Teig ausgelegten Formen, stechen mit der Gabel noch ein paar Mal in den Teig, schieben das Blech mit einigen Formen ins Backrohr und lassen sie kurz backen. Nicht der Linsen, sondern des Teigs wegen. Durch das Gewicht der Linsen aber wirft sich der Boden nicht auf, bleibt flach an der Unterseite der Backform liegen.

Zack, zack, zack

In der Zwischenzeit geht’s „zack, zack, zack“ - der Speck wird mit scharfen Messer fein geschnitten. „Bevor die beiden Kinder mit den Messern in Aktion treten, zeigt der Chefkoch noch einmal schnell die „Klauentechnik“ – wie das zu schneidende Gut gehalten wird, damit ja nicht die Finger in Mitleidenschaft gezogen werden.
Butter, Ei, Thymian werden gemixt, Alex holt ein ovales Ding herbei und lässt raten, worum es sich dabei handelt. „Olive“ ist es keine, sondern Muskatnuss von der ein wenig in der Masse gerieben wird. Die Masse kommt in die vorgebackenen Quiche. Natürlich werden zuerst die Linsen rausgeleert…

Leckere Vitaminbomben

In einer Fernsehsendung werden immer mehrere Speisen präsentiert, die Zubereitung erfolgt aber meist nicht in dieser Reihenfolge, weshalb zwischen dem Vor- und Zubereiten der Quiche auf einmal bunte Jausenboxen fast durch die Luft geworfen kommen. Dort geben die beiden Jungköch_innen nun ihre eben fertig geschnittenen eigenhändig fabrizierten Müsliriegel hinein. Und die haben’s in sich. Getrocknete Paradeiser, Kokos, Bananen, Cranberries usw. haben sie gehackt, gemischt auf einer Art Backblech ausgebreitet, mit flüssigem Zucker bestrichen alles im Eiskasten erkalten und fest werden lassen und nun eben zu Riegel geschnitten. Leckere Vitaminbomben sozusagen.

Manchmal irgendwas zusammen mischen

In einer der Koch-Sendungs-Pausen kann der Kinder-KURIER die beiden Jung-Köch_innen und natürlich den – recht jungen – „Alt“-Koch interviewen. Estelles Spezialität sind eher Süßspeisen. „Zu Hause backe ich am liebsten Torten, Kuchen oder Muffins.“ Wie sie zum Kochen gekommen sei und wie lange sie das schon mache? „Angefangen hab ich so vor ungefähr drei Jahren – mit meinem Onkel, der ist Koch.“ Nicht immer gehe sie nach Rezept vor, „manchmal misch ich, was ich glaub, dass zusammenpasst, einfach so.“ Am liebsten bäckt Estelle in den Ferien – „oder für einen Geburtstag“.

Ihr Kollege hat noch früher begonnen. „Schon im Kindergarten hab ich die Mama oft gefragt und hab ihr helfen dürfen. Das hat mir sehr gefallen.“ Die ersten positiven Erfahrungen haben Davids Lust zu kochen zur Leidenschaft werden lassen. „Heute koch ich oft – Gulasch zum Beispiel oder Semmelknödeln, ich hab schon viel probiert, auch Brot. Und es ist mir meistens alles gelungen.“

Unaufgeregt

Beide zeigen sich auch völlig unaufgeregt, wenn die Kamera sie beim Kochen filmt. „Ich war nur beim ersten Mal ein bisschen aufgeregt“, gesteht David. Und unisono meinen beide: „Es macht voll viel Spaß!“ Und auf Nachfrage meinen beide, dass der Spaß sich aus vielem ergebe – dem kochen, dem scherzen mit Alex, dem Spielen in den immer wieder vorkommenden Drehpausen und nicht zuletzt dem kosten. „Aber ich mag kein Kokos“, merkte Estelle an, „und keinen Karfiol“. Den möge er auch nicht, schließt sich David an und ergänzt „Spinat mag ich auch nicht – außer in Tortellini“.

Spaßige Abwechslung

„Richtig Spaß“ macht das Kochen mit Kindern und vor Kamera auch dem Profi. „Es ist schon völlig konträr zu meiner alltäglichen Arbeit, aber ich bin voll Feuer und Flamme dafür. Aber es ist nicht nur das, ich kann die Sendung auch dafür nutzen, um einfache und doch wichtige Dinge rund ums Essen und Kochen zu vermitteln, dass du Pilze nicht waschen sollst, weil sie beim Kochen ohnehin schon viel Wasser verlieren, oder dass Bananen, deren Schale ein bisschen fleckig ist, viel besser sind als voll gelb-grüne.“

Müsli-Riegel und Quiche

Nach einer kurzen Pause bleibt der Chefkoch derselbe, seine Jungkolleg_innen aber wechseln. Amos und Ashley kochen nun ihrer Zeit voraus – für eine Gruselparty. Passt gut zu Halloween. Aber Dreh- halten sich natürlich nicht an Jahreszeiten. Außerdem eignet sich das, was hier gekocht und zubereitet wird, auch für sonstige spannende (Geburtstags-)Partys: Die drei kochen Gulasch auf, „verstecken“ es aber in großen Weckerln, die sie zuvor aushöhlen, das fertig gekochte Gulasch hineingeben und den abgeschnittenen Deckel des Weckerls oben drauf setzen.

Und dann fabrizieren die beiden unter Anleitung ihres Vorbildes noch gesunde „blutige“ „Gummi“schlangen. Dazu mischen sie Johannisbeersaft, Zucker und Aga-Aga, ein Mittel aus Algen. Das soll gesünder sein als Pektin, das früher dafür verwendet wurde und aus Äpfel- oder Orangenschalen gewonnen wird.

Kochen und filmen

Ashley (10) kocht ab und zu, „ich hab auch schon Pizza selber gemacht, nicht nur belegt, sondern auch den Teig gemischt. Begonnen hat es damit, dass ich zuerst meinem Papa geholfen hab und das hat einfach Spaß gemacht. Und dann hab ich einmal für einen Geburtstag alles ganz allein gekocht.“ Dass hier beim Kochen ständig mehrere Kameras zuschauen „macht mir nichts aus, es macht mich gar nicht nervös, weil ich auch selber filme. Wie ich klein war, so 6 oder 7, hab ich angefangen, selber Videos zu drehen.“

Früher gefürchtet

Amos (9): „Ich koch zu Hause fast alles allein. Das erste Mal war vor mehr als einem Jahr, da hab ich meinen Mama gefragt, ob ich was ganz allein kochen darf. Das Erste was ich gemacht hab, waren Spätzle. Einmal als mein Onkel da war, da hab ich eine eigene Tomatensoße gekocht und Nudeln selber gemacht. Das mit dem Filmen find ich noch cooler, weil dann viele Leute sehen können, wie du kochen kannst.“ So nebenbei gesteht Amos, angesprochen auf die Gruselparty-Speisen: „Früher hab ich mich schon gefürchtet, wenn ich allein um Dunklen war.“

Der Koch-Kids-Club „Schmatzo“ mit der Vorbereitung auf eine Gruselparty geht am 25. Oktober (8.55 Uhr, ORF1) auf Sendung!

Kochen für Gruselparty

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