Kiku
07.05.2017

Fingerpuppen, Häuser und ein Baum-Messer

KiKu-Lokalaugenschein in der Außenstelle des Kindermuseums ZOOM im Ottakringer Sandleitenhof.

Update: 8. Mai 2017, 16.47 Uhr: Neue Altersangaben für die beiden Programme in ZOOM 16.

Gizem baut mit kleinen Streichholzschachteln an einem Haus. Da ist sie nicht die einzige. Häuser, gar Türme sind die beliebtesten Objekte, die hier in diesem bunten Atelier entstehen. Das ZOOM-Kindermuseum – mit Stammsitz im Wiener MuseumsQuartier – hatte hier schon in den Sommerferien des Vorjahrs erstmals mit einer Außenstelle auf Zeit begonnen. Kinder der Umgebung haben das Angebot stark frequentiert und so ist nun jedes Wochenende am Nachmittag offen.

Brief mit 3D-Effekten

Zwischen Regen und Sonne wechselt an diesem Sonntag Nachmittag das Wetter hin und her. Das macht den bastel- und malfreudigen Kindern nichts aus – sie hockerln, knien, sitzen in einem überdachten, geschützten Kreativ-Spielplatz im Ottakringer Sandleitenhof. Der Kinder-KURIER kam – wie schon im Vorjahr – zum Lokalaugenschein. Und konnte beobachten, wie Seyma wahrhaft akribisch, konzentriert, geduldig und ausdauernd an einem Bild malt. „Das ist ein Brief“, vertraut sie dem KiKu-Reporter an und zeigt klitzekleine, gezackte, bebilderte Briefmarkerln. Der Brief hat noch was Besonderes – die Künstlerin versieht ihn mit einigen 3D-Effekten. Ein gemaltes Herz beklebt sie mit roten Holzstückchen, die sie von einem dünnen Stab abschneidet.

Theater

An einem anderen der niedrigen Karton-Tischchen werkt Manuel und zeigt Schächtelchen mit aufgemalten und teils aufgeklebten Gesichtern. „Das sind Fingerpuppen für mein Theater“ und dabei klappt er eine aus Karton gefertigte Bühne auf. Der Reihe nach stellt er das Personal für sein Stück vor: „Das ist eine Mama mit kurzen Haaren, ein Max – der ist ihr Sohn, von der Schwester wissen wir den Namen noch nicht. Dann gibt’s noch den Felix, das ist ihr Hund und eine Frau und einen Herrn Monster.“

Furkan hat ein riesiges Gebilde aus den Schächtelchen fabriziert. Jetzt befestigt er mit Hilfe von Shabnam, einer der Betreuer_innen von ZOOM-Ottakring, ein Stück Kartonröhre an diesem Ding. „Das ist ein Baum-Messer, also eine Säge“, erklärt er dem Reporter.

Gemeinschaftswerke

David baut an einem schmalen Turm, ärgert sich kurz über einen Bau-Fehler, und findet Sekunden-Bruchteile später eine Lösung, „na, dann bau ich halt noch höher!“. Damian fügt etliche der Schächtelchen zu einer Fläche zusammen, zeigt zuerst, dass er da die Innenteile rausziehen kann „wie bei Schubladen“, verklebt aber schließlich alles mit blau schimmerndem Band rundum ganz dicht und präsentiert: „Das ist mein Tablet!“ Die beiden bauen dazwischen aber auch einzelne Elemente für ein größeres Haus an dem vor allem ihr Vater still vor sich hin werkt.
Süheyda, Navruz und Nuriye klinken sich schließlich auch noch ein in den Bau eines gemeinsamen Hauses mit Gizem.

Im Nebenraum klauben nun Manuel, Mert und Furkan mit Betreuer Johannes unterschiedlich gefärbte, vieleckige Teppichfliesen aus einem Stapel raus, um daraus wie in einem Puzzle einen bunten Boden zu legen – Tags darauf wird diese ZOOM-Außenstelle u.a. mit der Museums-Direktorin und dem Bildungsstadtrat den Medien vorgestellt.

... vom Loaklaugenschein

ZOOM 16-Fakten

Samstag und Sonntag
Jeweils von 15 bis 18 Uhr
Für Kinder bis 12 Jahre

Ab 19. Mai startet "Club 16"
Immer freitags finden von 16.30 bis 18 Uhr Workshops statt für Kids ab 12 Jahren, die gemeinsam mit dem Betreuungsteam Trickfilme produzieren.

Mitmachen: Kostenlos

1160, Rosa-Luxemburg-Gasse 7
Infos auf der ZOOM-Homepage

... geht's zu einer Reportage aus dem Vorjahr