Kiku
05.12.2011

Zelte, Musik und Tanz für den Frieden

Kurd_innen verlangen das Recht auf ihre Muttersprache vor allem in der Türkei

Kinder spielen, singen, tanze - mit den Erwachsenen. Vor einem weißen Zelt mit rot-gelb-grünen Fahnen (der kurdischen Flagge) auf dem Christian-Broda-Platz vor dem Wiener Westbahnhof. Was seit diesem Schuljahr sogar in Wien möglich ist - muttersprachlicher Unterricht in (wenigstens einer der) kurdischen Sprache ist in der Türkei noch immer ein "Fremdwort".
Kurz vor dem kurdischen Neujahrsfest (Frühlingsbeginn) begann auf Initiative der "Friedensmütter" die Aktion Friedenszelte - vor allem in den Kurd_innengebieten der Türkei. Damit wollen die Aktivist_innen sichtbare Zeichen setzen, dass sie weiterhin den Dialog mit der Regierung verlangen, den diese still und heimlich wieder einschlafen ließ.
In Wien gab's nun - aus Solidarität - auch drei Tage so ein Friedenszelt - als politische Kundgebung mit Tanz und Musik. Sonntag Nachmittag verwandelte sich der Platz in ein Festgelände. Kurdische Lieder und Tänze - lautstark und aus tiefster Seele: Cane, so etwas wie die Hymne aller Kurd_innen, insbesondere berühmt geworden durch Sivan Perwer.

Sprache

Unter den zehn Forderungen auf einem großen Transparent, hoben Sprecher_innen vor allem die folgenden vier hervor:
* Wir wollen endlich das Recht auf unsere Muttersprache und kurdischen Unterricht in der Schule haben!
* Die Zelte stehen auch als Zeichen dafür, dass die türkische Regierung endliche wieder mit den Kurd_innen verhandeln soll statt mit militärischer Gewalt gegen die Minderheit zu kämpfen

Kinder im Gefängnis

* Alle politischen Gefangenen müssen freigelassen werden. Allein seit April 2009 wurden etwa 2000 demokratische kurdische Politiker_innen eingesperrt. nicht nur das, auch Hunderte Kinder, die an Demonstrationen teilnahmen, sitzen in Gefängnissen
* Für die Parlamentswahlen (im Juni) soll die Prozenthürde gesenkt werden, so dass Minderheiten überhaupt die Chance haben, Abgeordnete ins türkische Parlament zu bringen.