Kiku 18.01.2009

Zeichentrick-Serie weckt das Interesse an Japan

© Bild: Heinz Wagner

Während Österreichs beste Go-Spieler ihre Steine um die Meisterschaft setzten, verfolgten einige Dutzend Interessierte die Partien via Internet. Dort können Partien auch noch nachträglich betrachtet und Zug für Zug analysiert werden.

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© Bild: Heinz Wagner
Einige wenige Fans des Strategiespiels mit den weißen und schwarzen Steinen (mit letzteren wird immer begonnen) kamen auch ins Lokal Go7 in der Wiener Mariahilfer Straße. Eine davon war Anna Picha. Die 13-Jährige begann vor einem Monat mit Go.
Die japanische Zeichentrickserie Hikaru no Go (japanisch mit englischen Untertiteln) hatte sie in ihren Bann gezogen.

„Vorher hat mein Vater schon oft gefragt, ob ich mit ihm spielen will. Das hat mich aber nie wirklich interessiert. Erst nach den Filmen, wo’s um die höchste Dimension geht, um Macht und Herrschen, hab ich angefangen.“ In Pausen der Champions-Partien spielten einige der heimischen Top 6 mit ihr einzelne Situationen und Probleme, vor allem Tsume-Go – Stellungen wo’s um Leben oder Tod einer ganzen Steine-Gruppe geht.

Manga und Anime wirken offenbar vielfältig wie eine Art Einstiegsdroge in japanische Kultur. Anna Adam (14) aus Linz und ihre Freundin Alice Hoffmann erzählten dem Jugend-KURIER, dass sie ausgehend von den fernöstlichen Bildgeschichten in gedruckter und bewegter Form sich intensiver mit Sprache und Kultur Japans zu beschäftigen begonnen haben. Anna belegte in der Folge sogar einen Sprachkurs auf der Linzer Volkshochschule .

Geistergeschichte

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© Bild: Heinz Wagner
Hikaru no Go: Mangas in gedruckter und Zeichentrickserien in bewegter Form – sie bewegten – siehe Story oben und nebenan – etliche junge Leute, ebenfalls mit dem Go-Spiel zu beginnen. Worum geht’s in der Serie, die in Buchform heuer mit 23 Bänden in deutscher Sprache abgeschlossen wird?

Hikaru findet auf dem Dachboden seines Opas einen erst seltsam anmutenden Tisch (Go-Bang). Der weist obendrein geheimnisvolle Blutflecken auf, die nicht wegzukriegen sind.

Der Geist eines alten, des vielleicht besten Go-Meisters aller Zeiten, der durch Intrigen vom Hof des Kaisers in Heian-Kyo (Kyoto) vor mehr als 1000 Jahren vertrieben wurde, ersucht den Jungen, in seiner Figur spielen zu dürfen. Immer noch brennt er darauf, ein Kami no itte, ein perfektes Spiel, auch „Hand Gottes“ genannt, aufs Brett legen zu können. Diese Herausforderung, nicht zuletzt auch die Rache für ungerecht erlittene Schmach, wecken in Hikaru die Lust auf Go. Wie viele hatte er das Spiel zunächst nur für alte Männer gehalten.

Hikaru no Go, Carlsen Comics

Erstellt am 18.01.2009