Leben | Kiku 05.12.2011

Wo will ich dazu gehören, was dafür tun? Und was sind Träume Jugendlicher?

Cheerleaders contra Crackers - eines der Stücke des Spielklubs des Theaters der Jugend/Die älteren spielen mit Traumbildern

Val: Leute das geht so nicht! Also wirklich ... Du (zu Camilla) schaust aus wie ein Waschlappen - mehr Tense - Spannung. ( Val verdreht die Augen, geht weiter zu Leonora) Üben, üben, üben! Wendy, du warst gut. Und du (zu Melchior) hampelst die ganze Zeit vor mir rum, das nervt - ein absolutes no go - da sieht man mich nicht! Ab in die Dusche, ihr stinkt!
… O my God, der Wettbewerb ist schon bald und die Choreo sitzt null. Lina ich brauch Aqua, das ist echt ein busy job, den ich da hab. Du! musst auch noch ein paar Sachen ausbessern. Der Move heute war nicht grad hot…


Genau so überspannt, wie's klingt, gibt sie sich auch, die Darstellerin der Val, Chefin der Cheerleader-Gruppe BC.
Ihre Gegenspieler_innen: Die Kids von der Park-Gang Crackers. Feinheit am Rande: Vals Schwester Cora gehört zu den Crackers. Und eine Neue in der Schule, Emma, sucht Anschluss - an beide Gruppen.
Mehr außer den Eckpfeilern der Geschichte sei nicht verraten. Entwickelt wurde sie und gespielt wird sie vom Klub 12, dem jüngeren der beiden schauspielwütigen Gruppen im Wiener Theater der Jugend. Demnächst stehen die - öffentlichen - Aufführungen an - am Spielort Theater im Zentrum in der Wiener Innenstadt.
Schönling Laurenz Rogi ist dem dem zur Schau gestellten Traumkörper doch nciht so ganz zufrieden und schwärtm von einschlägigen OPs...

Endlich mal die Böse

BC contra Crackers - aus dem Stück des Spielklub 12 des Theaters der Jugend
© Bild: heinz wagner

Klar war, so vor allem Valerie Tschida, Junia Eder und Josef Prader mit ein paar Zwischenbemerkungen einiger weiterer Jung-Bühnen-Akteur_innen zum Online-KiKu: Familiendrama, Teenagerdrama, Gruppen und Mutproben - dazu haben wir zuerst improvisiert und daraus ist dann das Stück entstanden."
Auch wenn sie so manches Know-How aus jugendlichem Alltag eingebracht haben, es streckenweise karikaturenhaft überzeichneten, so haben die gespielten Figuren, so meinen die meisten der Darsteller_innen, "wenig mit uns zu tun, wir sind ganz anders. Nicht so zickig", meint etwa die schon zitierte Val(erie).
Lucy Steinwender, die schon zum fünften Mal beim Spielklub dabei ist, freut sich heuer "endlich einmal eine Böse spiele zu dürfen. Von den Zickigen hab ich genug!" Angefangen hatte sie damals in der dritten Klasse Volkschule, "ich wollt einfach einmal Theater ausprobieren".
Josef Prader und Carina finden, "Theater spielen hat seinen Reiz!"
Deutlich mehr Bedeutung hat's für Junia Eder. Sie trägt sich durchaus mit dem Gedanken, Schritte in Richtung professioneller Schauspiel-Ausbildung zu gehen. Auch Lucy Steinwender findet diesen Spielklub "viel intensiver als Schulspiel" "Das ist richtiges Theater und von der Barbara (Rottensteiner Comploi, Leiterin der Theaterpädagogik im TdJ) kriegen wir gute Tipps."

(Alb-)Träume

Ob Traumberuf, -familie, - ausbildung- oder -körper - die neun Jugendlichen des älteren Spielklubs (ab 15 Jahren) traten zunächst alle schwarz - teils nur in Unterwäsche - gewandet auf. Verzogen sich hinter die Türen, um jeder und jedem zunächst ein Solo zu ermöglichen. Bei diesem holten sie sich ihr jeweiliges Obergewand - von einer Kartonpuppe, die an der Kulisse hingen. War die Kleidung angezogen und die Puppe sozusagen nackt, kam der jeweilige Begriff zum Vorschein. So spielte Coco König die Traumausbildung - als Schauspielerin, Vanessa Milchrahm den Traumjob beim Ballett. Recht krass: von der Seite tauchen Eltern und andere "nette" Menschen auf, die ihr nur so an den Kopf schleudern, dass das eh alles nix werde...

Noch viel ärger geht#s Philipp Bretterbauer mit seiner Traumfamilie. Kurz und zaghaft äußert er, was er sich wünsche. Einfach das Gefühl vermittelt zu kriegen, gemocht zu werden. Und was kriegt er: Szenen mti herumbrüllenden, ja sogar schlagenden Eltern - genial die Auflösung dieser Szene: Während sie schlagen, steht er neben "seiner" Kartonpuppe und klebt ihr etliche blaue Flecken auf.

Obwohl thematisch alles nciht lustig, sorgt so manche Szene durch die Karikierung von durchaus vorstellbaren alltäglich Erlebnissen für Lacher im Publikum.
Und keine Sorge, dieses Stück zieht nicht runter, kein Grund zur Depression. Alle finden dann doch eher zu sich und damit auch zu wirklichen Träumen und nciht dem Verfolgen vorgegaukelter Traumbilder...

Infos

Zeig mir deine Freunde und ich sag dir, wer du bist! Performance der Theaterspielgruppe Klub 12
Mein Traum Performance der Theaterspielgruppe Klub 15

Wo? Theater der Jugend, Theater im Zentrum
1010 Liliengasse 3

Wann? 10., 11., 12. Mai, 19.30 Uhr

Karten (3 Euro) und Infos: theaterklubs@tdj.at

( Kurier ) Erstellt am 05.12.2011