Wie Ella die Welt retten soll

Ellas fremdes Leben
Foto: Rainer Berson

ELLAs fremdes Leben von Theater Foxfire im Dschungel Wien

Ellas fremdes Leben Foto: Rainer Berson Wie ein Mix aus einem Besatzungsmitglied eines Raumschiffs der Föderation, einem Roboter mit menschlichem Antlitz und einem Androiden taucht er im Labyrinth auf – Dr. Günther Erskine, Erfinder und Leiter der Zukunftsföderation.  In der befinden wir uns – im Jahre 2026. Von hier aus werden Experimente an und mit sogenannten Prisma-Kindern durchgeführt. Benannt sind sie nach einem Gen, das für besondere Fähigkeiten unterschiedlichster Art zuständig ist. Die steigen zu „Supremes“ auf, sozusagen der Elite der Welt.

Hier taucht auch Ella Winter auf. Die 14-Jährige ist sozusagen Top of the top. Noch stärkere besondere Fähigkeiten. Schon gezüchtet als die Retterin des Planeten. Gefangen in der totalen Überwachung der Zukunftsföderation. Einsam. Deshalb fantasiert sie sich einen Freund – namens Jonathan – herbei. Der können die anderen natürlich nicht sehen. Außer Penthesilea, Anführerin der Amazonen, Gegenspielerin von Erskine. Sie nimmt Jonathan wahr, weil sie Ella in ihrer Gesamtheit sehen kann, wie sie ist - samt ihren Gefühlen und Vorstellungen.

Erlösung?

Ellas fremdes Leben Foto: Rainer Berson Totale Überwachung, Kälte auf der einen, Gefühle wahrnehmen, kämpfen gegen das System auf der anderen Seite. Und dazwischen Ella, die erwartete, erhoffte, „programmierte (?) Erlöserin?

So einfach wie’s vielleicht wirken mag, ist’s aber nicht. Das Blatt zwischen Gut und Böse wendet sich mehrfach mit immer wieder auch überraschenden Wendungen. Dazwischen Ella unter dem Druck der Erwartungen, auf sie projizierten Hoffnungen. Zwischen den langjährigen Profis wie insbesondere Tristan Jorde als Erskine und Yap Sun Sun als Penthesilea agiert die tatsächlich erst 14-jährige Anais Mazic souveräne, genau in der richtigen Dosierung, genau die ihr von beiden Seiten zugedachte Rolle nicht spielen zu wollen.

Überraschungen

Ellas fremdes Leben Foto: Rainer Berson Vor allem aber lebt die knapp weniger als eineinhalbstündige Aufführung von einer hervorragenden Ensembleleistung, die von Musik, Bühne, Kostümen und Lichtstimmung wunderbar abgerundet wird. Das genialste aber: Obwohl nie standpunktlos, gibt das Stück – die  fünfte Zusammenarbeit von Regisseurin Corinne Eckenstein mit Autor Benedict Thill – nichts vor, ergreift „nur“ Partei für Ella gegen die Überforderung, die ihr – stellvertretend – umgehängt wird, die Welt zu retten.

Infos

Mitwirkende, Termine

ELLAs fremdes Leben
TheaterFOXFIRE & DSCHUNGEL WIEN

Ellas fremdes Leben Foto: Rainer Berson Autor: Benedict Thill
Regie: Corinne Eckenstein
Darsteller_innen: Anais Mazic, Adrian Dorfmeister, Anton Nikolaus Fogl, Lilian Grof, Tristan Jorde, Alexandra Ava Koch, Richard Schmetterer, Yap Sun Sun
Musik: Sue-Alice Okukubo
Bühne: Andreas Pamperl
Kostüme: Ulli Nö
Fotos, Video: Rainer Berson
Lichtdesign: Hannes Röbisch (DSCHUNGEL WIEN)
Regieassistenz: Roxana Rahnama / Stephan Witzlinger
Produktion: Roxana Rahnama

Bis 31. Jänner und 5. bis 8. März
Dschungel Wien, MuseumsQuartier Wien
Telefon: (01) 522 07 20-20

www.dschungelwien.at

(KiKu) Erstellt am
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