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Kiku
09/11/2012

Wenn Berge  Feuer spucken

Vulkane bedrohen in vielen Regionen Menschen und ihre Siedlungen. Was bei einem Ausbruch im Inneren passiert.

von Sandra Lumetsberger

Eine fast zwei Kilometer hohe Wolke aus Gas, Sand und Asche erhob sich am Wochenende über dem 1.754 Meter hohen Berg San Cristóbal in Nicaragua, Südamerika. Tausende Tonnen Asche flogen aus dem Feuerberg. Knapp 3000 Menschen, die in den Dörfern am Fuße des Berges leben, mussten ihr Zuhause vorübergehend verlassen.
Ausbruch Was bei einem Ausbruch (Eruption) im Inneren des Vulkans passiert ist vergleichbar mit  dem Vorgang beim Schütteln einer Cola-Dose vor dem Öffnen: Die Flüssigkeit spritzt durch den Druck  aus dem Deckel. San Cristóbal gehört zu den andesitischen Vulkanen. Sie tragen diesen Namen, weil man sie zum ersten Mal im südamerikanischen Anden-Gebirge entdeckte. Ein andesitischer Vulkan hat die Form eines Kegels. Im Inneren befindet sich flüssiges Gestein (Magma), das sich in der Kammer ansammelt. Wenn sich die Erdplatten bewegen (für Menschen kaum spürbar), beginnt es im Inneren zu brodeln. Aufgrund der Gase steigt das Magma aus der Kammer wie in einem Kamin durch den Schlot nach oben. Ab dem Moment, wo das tausend Grad heiße Magma austritt, nennen es die Forscher Lava. Grund für die Entstehung von Vulkanen sind  die tektonischen Erdplatten, die sich bewegen. Stoßen zwei Platten zusammen, schieben sie sich untereinander, wobei die untere Platte schmilzt. Daraus erhebt sich ein Vulkan. Bei besonders heftigen Ausbrüchen kann es sein, dass sich die ganze Magmakammer leert. Dach und Wände des Vulkans brechen ein und hinterlassen ein Loch, die Caldera.
Aktive Vulkane können jederzeit ausbrechen und trotzdem siedeln sich in ihrer Nähe Menschen an. Der Grund: Vulkanerde ist sehr fruchtbar und bringt gute Ernte. Die Asche ist wie ein Dünger, denn sie enthält viele Nährstoffe, speichert  Wasser und gibt es an den Boden ab. Deshalb wachsen an den Vulkanhängen des Ätna in Sizilien Zitronen, Mandarinen, Orangen, aber auch Wein und Oliven. Dass der Berg vor der Haustür jederzeit aktiv werden kann,  nehmen die Menschen in Kauf.

Wusstest du, ...

... dass es weltweit rund 1900 aktive Vulkane auf der Erde gibt?
... dass der größte Vulkan der Welt, Mauna Loa, auf der Hauptinsel Hawaiis liegt? Seine Höhe vom Meeresgrund zum Gipfel beträgt 9000 Meter. 4139 Meter liegen über dem Meeresspiegel.
... dass der höchste Vulkan auf dem Festland in Chile liegt? Der Nevado Ojos del Salado ist 6885 Meter hoch.
... dass die griechische Inselgruppe um Santorin  ein Vulkan ist? Der letzte Ausbruch vor 3500 Jahren  führte dazu, dass sich mehrere kesselförmige Inseln bildeten.2011 bebte die Erde unter Santorin (Bild unten) einige Male. Seither sammelten sich  große Mengen an Magma unter der Oberfläche an. Laut Forschern besteht aber keine Ausbruchgefahr.

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