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Verkehrsmittel
07/19/2013

Unterwegs im Schneckentempo

Die Fahrt in den Urlaub wäre ohne historische Vorgänger nicht möglich

von Sandra Lumetsberger

Reisen Menschen in den Urlaub, benützen sie Auto, Flugzeug, Zug oder Schiff. Verkehrsmittel, die heute selbstverständlich zur Verfügung stehen, wären ohne ihre historischen Vorgänger undenkbar. Eine der wichtigsten Erfindungen, die alles ins Rollen brachte, war das Rad. Zuerst aus Stein, dann aus Holz. Das Rad befestigte man am Wagen, spannte Ochse oder Pferd davor. Dies ermöglichte den Menschen Dinge zu transportieren.

Die ersten Boote

Damit dies auf hoher See möglich war, begannen sie Wasserfahrzeuge zu bauen. Das Wort Schiff kommt aus der althochdeutschen Sprache und bedeutet „ausgehöhlter Stamm“. Ähnlich dieser Beschreibung wurde der „Einbaum“ hergestellt. Eine Art Boot, das zum Beispiel die Kelten im Donauraum aus einem einzigen Baumstamm schnitzten.
Wenn die Menschen früher reisten, hatte dies zwei Gründe: Sie waren auf der Suche nach einem größeren Nahrungsangebot und besseren Lebensbedingungen. Oder um Länder zu erobern und die dort vorhandenen Rohstoffe zu nutzen. Reisen, um sich zu erholen, kam nur für Wohlhabende und Adelige in Frage. Der bezahlte Urlaub, so wie ihn heute deine Eltern haben, war den Menschen erst im Kaiserreich um 1871 erlaubt.
Trotz technischer Errungenschaften wie dem ersten Dampfschiff oder Heißluftballon (beide 1783) waren die Menschen auf Pferde angewiesen. In Österreich ging 1827 die erste Pferdeeisenbahn auf der Strecke Budweis-Linz-Gmunden in Betrieb. Mit einem Tempo von 10km/h dauerte die Fahrt von Budweis nach Linz 13 Stunden (heute sind es mit dem Auto eine Stunde und 26 Minuten). Es dauerte nicht lange, bis Maschinen die Tiere verdrängten. London war die erste Stadt, in der die öffentliche Eisenbahn fuhr. Sie fiel – wie viele Erfindungen – in eine Zeit, in der Maschinen die Handarbeit der Menschen ablösten (Industrielle Revolution).
1886 meldete Carl Benz seinen dreirädrigen Wagen mit Verbrennungsmotor als Patent an – das erste moderne Automobil.

Vorreiter England

In England war man mit der Entwicklung öffentlicher Verkehrsmittel der Zeit wieder voraus. 1890 eröffnete in London die erste U-Bahn. In Wien geschah dies erst 1978. Dass Menschen höher hinaus wollten, beweisen der Bau von Flugzeugen und Fahrten ins Weltall. 1910 gelang Karl Illner der erste Überlandflug von Wien nach Wiener Neustadt. Bei dem Erfindergeist der Menschen dürfen wir gespannt sein, was uns in Zukunft erwartet. Vielleicht eine Urlaubsreise auf den Mars.

... reiste einst Kaiserin Elisabeth

Eine Österreicherin, die als Weltenbummlerin bekannt ist, war Kaiserin Elisabeth (1837– 1898). Ihre zahlreichen Reisen führten „Sisi“ per Schiff und Zug durch die ganze Welt. Damit die Kaiserin auf ihren Bahnfahrten nicht auf den gewohnten Luxus verzichten musste, wurden für sie 1873 spezielle Eisenbahnwaggons angefertigt.

Fahrender Palast

Eingerichtet waren der Wohn- und Schlafwagen wie ein prunkvolles Palastzimmer in Schönbrunn. Zudem verfügten sie über elektrisches Licht, eine Wassertoilette und eine Dampfheizung. Aufgrund der Ausstattung und Technik zählte der Hofsalonwagen zu den modernsten Verkehrsmitteln der damaligen Zeit. Im Gegensatz zur öffentlichen Bahn hatte der kaiserliche Zug auch ein spezielles Heizsystem. Unterhalb des Wagens montierte man Kohleöfen, die von außen beheizt wurden. Die Temperatur im Innenraum konnten die Bediensteten der Kaiserin über einen Luftschieber regeln.
Nachdem die Kaiserin 1898 auf einer Reise in der Schweiz von einem Attentäter ermordet wurde, stellte man den Hofsalonwagen am Westbahnhof ab. Dort blieb er lange Zeit ungenützt, bis ihn das Technischen Museum Wien in seine Ausstellung aufnahm.

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