Good Times aus Neumarkt am Wallersee holten den Sonderpreis für die bestecorporate culture.

© heinz wagner

Trend: Innovativ Traditionelles
06/16/2013

Trend: Innovativ Traditionelles

Jugendliche gründen Firmen auf Zeit und handeln - echt - mit Produkten und Dienstleistungen. Bundesfinale in Wien

von Heinz Wagner

Tradition – in Kombination mit innovativen Produkten war im diesjährigen Bundesfinale der Junior-Firmen das wohl auffälligste gemeinsame Merkmal.

Den Sieg holten sich die Unternehmerinnen und Unternehmer auf Zeit aus dem steirischen (Real-)Gymnasium Stainach mit Technik in Tracht. „Wir wollten was Modernes mit regionaler Tradition verbinden“, beginnt die große Gruppe im Gespräch mit dem (Kinder-)KURIER.

„In Zeiten der Globalisierung ist das Handy dafür ein gutes Symbol. Und so haben wir uns Handytaschen aus Hirschleder ausgedacht und dann herstellen lassen. 178 haben wir verkauft, sogar an Jamaikaner bei der Ski-WM in Schladming.“ 210 solcher Täschchen für mobile Telefone haben die zehn Schüler_innen aus drei Klassen im Wahlpflichtfach produzieren lassen, wobei die ersten Exemplare nicht auf ihr Wohlwollen gestoßen waren und sie deshalb den Hersteller wechselten. Als Flop erwies sich die Teilnahme an einer Messe in Bayern, wovon sich die Jugendlichen viel erwartet hatten, geht das südlichste deutsche Bundesland doch schon länger etwa mit dem Slogan Laptop und Lederhose hausieren. Die Messe fand jedoch so ungefähr in den middle of nowhere statt.

Platz 2 ging an die Jugendlichen der Tourismusschulen im Tiroler St. Johann mit eigenen Salz und Zucker-Mischungen.Soiz n' Zugganannten die Schüler_innen des ersten Aufbaulehrgangs ihre Company. Von der Mischung Bella Italia, die sie beispielsweise auf der Bühne für Tomaten mit Mozzarella anpreisen über eine würzige „Komposition“ für Fisch bis zu einer Zuckermischung, die aus Sekt beinahe DAS In-Getränk „Hugo“ zaubert, haben die 18 Jugendlichen sich nach vielen Experimenten mit den dazugehörigen Kost-Proben für vier Salz- und ebenso viele Zucker-Mixturen entschieden, um dem Leben der Konsument_innen wahlweise Würze zu verleihen bzw. es zu versüßen, wie Alexandra Embacher, Iris Fohringer, Emily Rass, Elisabeth Prantner und Anita Horngacher dem Kinder-KURIER einen ihrer Werbeslogans lächelnd präsentieren.

„Bronze“ holten sich Schülerinnen des Hollabrunner Gymnasiums.LavenDeluxebesteht aus 16 Girls der 7b. In ihrer Junior-Firma stellen sie – nicht schwer zu erraten – Produkte mit Lavendel her. „Übrigens alle selber gemacht!“, verweisen Anika Steinböck, Theresa Gessl, Julia Vlahović, Christina Mechtler und Janine Baumeister stolz auf die viele Handarbeit beim mischen, aufkochen, rühren, brauen usw. von Badesalzen, Cremes aber auch Lebkuchen, Schokolade-Konfekt.... Mehr als ein Dutzend verschiedener Teile umfasst ihre Produktpalette, die sie auf der Bühne neben Deutsch und den Fremdsprachen Englisch, Französisch und Spanisch anpriesen, sondern auch in Kroatisch – und so eine der weiteren (Mutter-)Sprachen einer Mitschülerin nutzten.

Ein ganz neues Ding, das es bisher praktisch nicht gab – und das so auch niemand brauchte – ließen sich Jungs der HTBLVA Ferlach in Kärnten mit der FirmaIron Lionseinfallen. Die Schüler aus dem Zweig Fertigungstechnik (Maschinenbau) der vierten Klasse kreierten im Laborunterricht Metallgürtel mit Wappen für Lederhosen. „So etwas gab es bisher nicht (zu Lederhosen gehören Hosenträger, Anm. der Red.), aber wir dachten, uns, warum nicht, das könnt gut ausschauen!“ So erläutern Lukas Müller, Michael Korenjak, Gregor Schönlieb, Roland Gall und Christopher Schmidt die Überlegungen zur Geschäftsidee, wobei sich zum Metall-Gürtel im zur Ledernen passenden Design auch noch Armbänder aus Leder und ein Flachmann mit Lederhülle gesellten. Der Geschäftserfolg war überwältigend: „Wir haben 1000 Gürtel produzieren lassen und die meisten schon verkauft.“ Dafür konnten sie übrigens den Special Award für High Performance in der Kategorie Innovation einheimsen.

Im weitesten Sinn knüpfte auchGood Timesvon der Handelsschule Neumarkt am Wallersee (Salzburg) an Traditionellem an. Aus alten Schallplatten fabrizierten sie Wanduhren, später auch welche aus auf Kunststoff gebannten Fotos. Am Anfang stand, so die multikulturelle Gruppe aus Cynthia Tolde, Ajdin Dindić, Marijana Ilić, Sabine Pham und Ilir Osmanaj zum KiKu: „Dass wir mit all unseren Mitschülerinnen und -schülern im Projekt eine gute Zeit haben wollten. So landeten wir bald bei der Idee, irgendwas mit Uhren zu machen und als dann ein Mitschüler eine alte Schallplatte mitbrachte, die der Vater nicht mehr brauchte, haben mir mit der Black Vinyl begonnen. Dann haben wir nach bunten Platten gesucht...“ Die Vielsprachigkeit der Gruppenmitglieder samt gut zu spürendem Teamgeist brachte den Salzburger Handellschüler_innen den Spezialpreis für die beste „Corporate Culture“ ein.

Einen weiteren Sonderpreis, den fürs Marketing, vergeben von den Alumnis, also früheren Junior-Firmen-Teilnehmer_innen gab es für die vielleicht innovativste Produktidee des Tages:MAKO. Die Wiener Billroth-Gymnasiast_innen designten Umhöngetaschen individuell. Das wär's nicht gewesen, aber manche der Bags statteten sie auch mit Lichtern aus. Zippverschluss geöffnet, und ein kleines Lämpchen beginnt zu leuchten. Auf einmal kommt Licht ins Dunkel des großen Durcheinander. Maximilian Koch, Valerie Vigl, die Zwillingsschwestern Denise und Alissa Kovarik und Markus Maksaymous glänzten aber nicht nur mit der genialen Idee, sondern auch mit unterschiedlichsten, auffälligen Marketingaktionen.

Da es im Burgenland sowie in Vorarlberg in diesem Schuljahr keinen Junior-Bewerb gegeben hatte, gab es nur sieben Final-Firmen. Die noch fehlende istForciavon der Linzer HBLA Lentia. Die Mode- und Bekleidungsschülerinnen Anna Stingeder, Katharina Weiß, Christina Gösweiner und Sarah Triml präsentierten – stellvertretend für ihre Kolleg_innen (insgesamt 20 im vierten Jahrgang – Kunstschmuk aus Kunstleder, Metall und Straß. „Kleidung zu schneidern wär sich in der kurzen Zeit nicht ausgegangen, so haben wir uns für den zweiten Bereich unserer Ausbildung entschieden und haben Schmuck gemacht.“ Was ihnen immerhin des Sieg im oberösterreichischen Landesbewerb und damit die Teilnahme am Bundesfinale eingebracht hatte.

Jugendliche gründen in der Schulzeit eine Firma – auf Zeit, lassen sich eine Geschäftsidee einfallen, verkaufen Produkte oder bieten Dienstleistungen an. Das ist die Idee der Junior-Companys. Im Gegensatz zu den verpflichtenden Übungsfirmen (ÜFA) in den Handelsakademien handeln sie echt, dafür kommen sie - da nicht so einschlägig ausgebildet - mit einfacheren Abrechnungsvorschriften aus (ohne doppelte Buchhaltung...)-

Erfunden in den USA vor rund 100 Jahren, gibt es diese Firmen für jeweils ein Schuljahr in Österreich seit fast zwei Jahrzehnten. In sieben Landesfinali wurden diesmal die jeweiligen erfolgreichsten Firmen gekürt (Vorarlberg und Burgenland machten nicht mit). Dabei zählen Geschäftsbericht ebenso wie Präsentation am „Marktstand“ sowie auf der Bühne und ein Hearing bei der Jury.

Die sieben Finalprojekte

Junior-Firmen_Bundesfinale 2013

Junior-Firmen_Bundesfinale 2013

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