Leben | Kiku 02.02.2018

Stephansdom: "Friede für Kurden in Syrien"

Einige Wiener kurdische Friedensaktivist_innen waren zu der symbolischen Aktion vor den Wiener Stephansdom gekommen © Bild: Heinz Wagner

Zehn Meter lange Fahne mit Friedensparole wehte Freitag Früh vom Wiener Stephansdom.

Friede für die Kurden in Syrien“ – dieser Spruch in schwarzen Blockbuchstaben auf einem zehn Meter langen weißen Stoff wehte Freitag am frühen Vormittag eine Zeitlang von der Ballustrade über der Bartholomäuskapelle im Wiener Stephansdom. Davor riefen einige Wiener kurdische Aktivistinnen und Aktivisten denselben Spruch und dazu noch „Türkische Armee raus aus Afrin“, „Überall ist Afrin“ sowie „Überall ist Widerstand“ samt dem Friedenszeichen mit gespreizten Zeige- und Mittelfingern.

Einige Wiener kurdische Friedensaktivist_innen waren zu der symbolischen Aktion vor den Wiener Stephansdom gekommen © Bild: Heinz Wagner

Mit der symbolischen Aktion wollten die kurdischen Aktivist_innen in Zusammenarbeit mit der Kirche aufmerksam machen darauf, dass nicht zuletzt Dutzende Angehörige der Zivilbevölkerung in dieser nordsyrischen Region in den vergangenen Tagen und Wochen ums Leben gekommen sind. Türkisches Militär war ins Nachbarland eingedrungen und bekämpft die Menschen in der Region, die eine Zone relativen Friedens erreicht haben, nachdem die kurdischen Kämpferinnen und Kämpfer den IS besiegt hatten.

Auch der Papst ...

Friedensaktion für Kurden, Stephansdom Wien
Dompfarrer Toni Faber und der Initiator der Aktion, Ali Gedik © Bild: Heinz Wagner

Die Idee dazu hatte der seit Jahrzehnten in Wien lebende Jugendarbeiter Ali Gedik. Vor ein paar Tagen wanderte er, wie er dem KiKu erzählt, stundenlang neben dem Dom auf und ab. „Ich wollte unbedingt mit dem Dompfarrer sprechen und ihm eine gemeinsame Aktion vorschlagen.“ Toni Faber war in wenigen Minuten sofort dafür. „ich habe erst kurz davor mit in Wien lebenden Kurden gesprochen, die mir ihr Leid geklagt haben, dass Verwandte von ihnen in Afrin getötet worden sind“, begründet er dem KURIER gegenüber seine sofortige Bereitschaft. „Wir beten in allen Kirchen jeden Tag für den Frieden auf der ganzen Welt, jeden Mittwoch aber greift der Papst eine besonders bedrohte Region heraus, um für die gesondert zu beten. Das machen wir mit dieser Symbolaktion heute hier.“

Hindernisse

Kopie von Kopie von Friedensaktion für Kurden, Stephansdom Wien
Einige Wiener kurdische Freidensaktivist_innen waren zu der symbolischen Aktion vor den Wiener Stephansdom gekommen © Bild: Heinz Wagner

Ursprünglich sollte die Fahne aus einem Fenster des Steffl-Südturms wehen, verhängte sich aber so, dass nicht der ganze Spruch zu lesen war. So stiegen die beiden Männer mit dem wieder eingerollten Transparent im Turm innen einige Stufen weiter hinauf, nächster Versuch von einem höher gelegenen Fenster dieses „Fingerzeigs in den Himmel“. Hier verblies der Wind dann den Stoff gehörig, sodass der Dompfarrer – zum Glück gibt es schon längst Handys – mit den beiden sowie einem Mitarbeiter im Dom kommunizierte und als Alternative die eingangs genannte Ballustrade an der Südwestflanke von St. Stephan gefunden wurde.

Fotostrecke von der Aktion

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Einige Wiener kurdische Friedensaktivist_innen waren zu der symbolischen Aktion vor den Wiener Stephansdom gekommen © Bild: Heinz Wagner
( kurier.at , kiku-heinz ) Erstellt am 02.02.2018