Sterne fürs heimische Kinder- und Jugendtheater

Stella 17, Kinderstück
Foto: Anja Koehler Bestes Kinderstück: „Atlas der abgelegenen Inseln“ von makemake produktionen in Koproduktion mit dem Vorarlberger Landestheater, Wien/Vorarlberg

Stella17: in Salzburg wurden Samstagabend die Preise für herausragende Stücke, Musik, Ausstattung und darstellerische Leistung vergeben.

Zum elften Mal gab es am Samstagabend Preise für die besten Leistungen im österreichischen Kinder- bzw. Jugendtheater. „Stella“ heißen die „Nestroys“ für junges Publikum. Sie werden vom Dachverband der österreichischen Theater- und Tanzszene für junges Publikum, ASSITEJ Austria, vergeben. Diesmal fand die Preisverleihung im Landestheater Salzburg am Ende eines kleinen Festivals (17. bis 22. Oktober) in diesem Bundesland statt.

Stella 17 Foto: Norbert Bayer/ASSITEJ AUSTRIA Für den STELLA17 wählte die dreiköpfige nationale Jury - Nina Fritsch, Theresa Luise Gindlstrasser und Bernhard Studlar - aus 130 gesehenen Stücken 19 Nominierungen in 5 Kategorien (Stücke, Musik, Ausstattung, darstellerische Leistung) aus. Die nationale Jury vergab die Preise in den Kategorien Musik, Ausstattung und darstellerische Leistung. Eine internationale Jury - Katrin Maiwald, Bernd Mand (beide aus Deutschland) und Gabriele Villbrandt (Liechentstein) -kürte dann aus den beim Festival gezeigten nominierten Kinder- bzw. Jugendstücken die jeweils besten für das jüngere bzw. ältere Publikum.

Produktion für Kinder

Stella 17 Foto: Norbert Bayer/ASSITEJ AUSTRIA „Atlas der abgelegenen Inseln“ von makemake produktionen in Koproduktion mit dem Vorarlberger Landestheater, Wien/Vorarlberg
Aus der Jury-Begründung: „Dieser Musiktheaterproduktion gelingt es, das außergewöhnliche Buchprojekt der Vorlage in ein Theater zu verwandeln, in dem sie Sprache, Tanz und Musik gekonnt zu einem Gesamtklang verdichtet. „Atlas der abgelegenen Inseln“ gelingt es, Entdeckerlust zu wecken und dabei eine postkoloniale Perspektive einzunehmen. Auf sinnliche Weise vermittelt die Inszenierung ihr komplexes Thema und besticht zugleich durch starke Visualität.“

Produktion für Jugendliche

Stella 17, Jugendstück Foto: Clemens Nestroy „Beißen“ vom TaO! Theater am Ortweinplatz, Steiermark (ab 14 J.)
Aus der Laudatio: „Fünf jugendliche Spieler auf einer leeren Bühne ziehen uns von Beginn an in den Bann ihrer schweißtreibenden Leidenschaft. Die Auseinandersetzung mit dem eigenen, zu optimierenden Ich und der unbedingte Ehrgeiz, im Spiel gewinnen zu müssen, erzählen hier eindringlich vom Leben in einer neoliberalen, von Leistungsdruck geprägten Gesellschaft. Mit „Beißen“ zeichnen wir heuer eine Produktion aus, die es mit empathischer Sorgfalt, lauter Spielkraft und scharfsinnigem Hinterfragen ihres Themas geschafft hat, unmittelbar vom Leben der Jugendlichen zu erzählen.“

Musik

Stella 17, Musik Foto: Pablo Leiva Julia Meinx für die Musik in „Die Geschichte eines Jungen aus Afghanistan“ vom Theater Ansicht (Wien). Aus der Jury-Begründung: „Die ausgezeichnete Musik bezwingt sowohl als eigenständiges Werk, als auch im Hinblick auf den Gesamtkontext der Inszenierung. Die Erzählung des Stückes verläuft über Assoziationen, die sich aus der Ton-Ebene ergeben und über den konkreten Inszenierungs-Rahmen hinaus in die wirkliche Wirklichkeit verweisen. Die Musik von Julia Meinx ist so spärlich subtil wie grandios genau. Die Anbindung an das Bühnenbild ermöglicht das Entstehen diverser disparater Orte nur aus den Tönen heraus.“
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Ausstattung

Stella 17, Musik Foto: Alexi Pelekan Nanna Neudeck für die Ausstattung in „Mio mein Mio“, Landestheater Niederösterreich. Aus der Laudatio: „Nanna Neudeck hat für „Mio, mein Mio“ eine träumerische Bühnen-Ausstattung geschaffen. Ein wilder Garten wandelt sich zum klaustrophobischen Schloss. Während der Reise dazwischen zeigen sich die Weg-Bekanntschaften anhand ihrer Kostüme in ihrer jeweiligen Rolle. Farben, Formen, Muster, Details verbinden sich zu einer überschwänglichen Optik.“
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Darstellerische Leistung

Stella 17, Musik Foto: Lupi Spuma Christoph Steiner und Michael Großschädl für ihre darstellerische Leistung in „Patricks Trick“, Next Liberty, Steiermark: Aus der Lobrede: „In „Patricks Trick“ wird das Publikum schon beim Einlass Zeuge von zwei großartigen Spielern. Christoph Steiner und Michael Großschädl kicken für sich, für uns und vor allem zum Spaß und mit einer unglaublichen Spielfreude, die sie die nächste Stunde nicht mehr verlässt. Ihre Energie ist umwerfend, ihre Genauigkeit beeindruckend und ihre Schlagfertigkeit und ihr Schmäh nehmen das Publikum von der ersten bis zur letzten Sekunde der Aufführung ein. Dass diesen beiden Schauspielern ein sehr präziser und zurückhaltender Regisseur zur Seite stand, sei hier der Vollständigkeit halber auch erwähnt, nicht zuletzt, weil es um Zusammenspiel geht.“
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Sonderpreis des Vorstandes

Stella 17 Foto: ASSITEJ AUSTRIA Der Sonderpreis des Vorstands wird direkt von diesem für langjährige herausragende kulturpolitische und/oder künstlerische Leistung einer Person, einer Gruppe oder einer Institution auf dem Feld der darstellenden Kunst für junges Publikum vergeben. 2017 fiel die Wahl auf die Dramaturgin Marianne Artmann aus Wien. Sie war von 2000 bis 2003 Assistentin des künstlerischen Leiters bei Szene bunte Wähne und 2002 auch beim Theaterfestival SCHÄXPIR (OÖ). 2003 wechselte sie an den Dschungel Wien, wo sie als Assistentin des künstlerischen Leiters beim Aufbau dieses neuen Theaterhauses für junges Publikum (Eröffnung 2004) mitgewirkt hat. Seit 2006 ist sie dort als Dramaturgin tätig. Neben der Realisierung von Eigen- und Koproduktionen sind ihr die Zusammenarbeit mit der freien Szene, die Kooperation mit anderen Institutionen und die Nachwuchsförderung besondere Anliegen

www.assitej.at/stella17/

(kiku) Erstellt am
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