© heinz wagner

"SAG'S MULTI!", Runde 4
11/26/2012

Sprachen & Wissen - "Geheimwaffe" im Kampf um Zukunft

Zum vierten Mal startet der Redebewerb "SAG'S MULTI!" für mehrsprachige Schüler_innen.

von Heinz Wagner

Willst du Großzügigkeit, sei selber großzügig. Möchtest du, dass die Welt toleranter wird, beginne selber damit. Ist dir Egoismus zuwider, sei selber nicht egoistisch. Die Veränderung der Welt beginnt mit deinem Handeln. Diese Gedanken äußerteNaima Chowdhuryin ihrer Rede – auf Deutsch und Bangla beim Auftakt zur nächsten, der vierten Runde des mehrsprachigen Redebewerbs „SAG’S MULTI!“ im Wiener Raiffeisenhaus in der Leopoldstadt. 406 Jugendliche aus sieben Bundesländern halten in der ersten Runde ihre Reden zum Überthema „Meine Zukunft – unsere Zukunft“ in insgesamt 45 Sprachen.
Zurück zur oben zitierten Rednerin, die es sich nicht nehmen ließ, trotz eines Sportunfalls auf Krücken zu kommen und noch davon zu sprechen, dass sie für sich selber als Perspektive sehe helfen zu wollen, beispielsweise als Ärztin in Bangladesch.

Auch Naemi Klausner rückte ins Zentrum ihres Beitrags über wechselseitige Veränderung von Individuum und Welt, „sich selber einzubringen, um das gemeinsame Haus zu gestalten“.

Sehr vielsprachig

In Deutsch und ihrer Erstsprache müssen die Teilnehmer_innen ihre Rede halten. Für manche gilt es dafür aber schon eine schwierige Auswahl zu treffen, weil sie sogar mit mindestens drei Sprachen aufwachsen. Eine davon ist Lisa Dzabrailova. Sie entschied sich dafür Russisch zu nehmen, hätte gut und gern aber auch auf Tschetschenisch reden können. Neben diesen drei Sprachen lernt sie natürlich im Gymnasium am Wiener Schulschiff noch Englisch und Französisch, was ihr aber nicht genug ist, weshalb sie samstags in der Freizeit Arabisch lernt und sich als nächstes noch Spanisch vornimmt. Wissen und Sprachen seien für sie – so in ihrer Rede – „eine Geheimwaffe im Kampf um die Zukunft“.

Sich selbst, der Jury und den Zuhörer_innen verschaffte die am Tag der Rede 18 gewordene Clarita Velarde Gaméz mit ihrer Spanisch-Deutschen Rede ein Geburtstagsgeschenk. Die in Bolivien geborene Schülerin vom Ottakringer Gymnasium Schuhmeierplatz fasziniert vor allem die Vielfalt der Kulturen – in Wien und in ihrer Schule. Da könne viel von einander gelernt werden – was Sprachen und Kultur betrifft. Genau dieser Austausch sei ein wichtiges Potenzial für eine hoffnungsfrohe Entwicklung der Zukunft.

Eher pessimistisch begannMaryam Moravejiihre Rede, wie sie sich Europa im Jahr 2030 vorstelle. Die Rechen werden reicher, immer weniger besitzen immer mehr, für kreatives Denken bleibe weniger Platz… Nach den eher düsteren Aussichten in der ersten Hälfte ihrer Rede, plädierte Moraveji, die Polnisch gewählt hatte, genau so gut aber auch neben Deutsch auch Farsi (Persisch) spricht, im zweiten Teil dafür, Jugendliche, die etwas zum Positiven verändern wollen, ernst zu nehmen. Und appellierte an Jugendliche, die dem Pessimismus ein Schnippchen schlagen wollen, „allein bist du zu schwach, aber gemeinsam können wir die Welt zum Besseren so verändern, wie wir uns das vorstellen“.
Auch selber was anpacken möchteEsma Atak. „Ich will Volksschullehrerin werden, weil es das Wichtigste ist, jungen Kindern viel zu vermitteln, nicht nur zu unterrichten, sondern selber ein gutes Vorbild zu sein.“ So sieht die Deutsch und Türkisch sprechende Rednerin, die in der Schule in Französisch die Klassenbeste ist, ihre eigene und unsere gemeinsam Zukunft.

Gleich neun Teilnehmer_innen kamen aus der Europäischen Mittelschule in der Wiener Neustiftgasse. Magdalena Gajda und Helin Süner sprachen darüber, „miteinander sind wir weniger allein“, Sara Kubas nahm sich der Frage der Veränderung der Welt und des Wechselspiels mit der eigenen Veränderung an. Ein bisschen utopisch ging Tamás Komoróczy die Überlegungen zu Europa 2030 an. „Ich hab mir überlegt, wie könnte die Zukunft der Menschen, der Tiere, der Natur aussehen. Vielleicht gibt’s dann fliegende Fische! Und der WWF würde dann FWW – forever wild world – heißen.“

Auch Kevin Dascaliuc befasste sich mit der Aussicht auf unseren Kontinent in 17/18 Jahren. „Wenn wir weniger Energie verbrauchen und mit dieser Frage zurecht kommen, hätten wir mehr Geld für Spitäler und Bildung. Die Technik hat dann menschenähnliche Roboter entwickelt, die viele Arbeiten übernehmen können und wir fahren zum Mittelpunkt der Erde.“

„Wenn wir nichts gegen die Umweltzerstörungen unternehmen, dann haben wir in Zukunft vielleicht keine oder nur mehr zerstörte Wälder“ – davon sprach Liz Allison Betancourt.

Ein paar wirkliche Freunde sind besser als Tausende falsche – diesen Gedanken stellte Imani Cassidy in den Mittelpunkt ihrer Überlegungen.

Elma Gashi will sich vor allem für Veränderungen in Richtung friedliches Zusammenleben und Beseitigung von Armut stark machen. Nikita Aranbaev sieht ihren Beitrag zur Zukunft darin, mit zu helfen, dass es keine armen Kinder mehr gibt, die nichts zu essen haben.

Zur Homepage des Bewerbs

Fotos rund um die erste Runde des 4. mehrsprachigen Redebewerbs

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