Die Hauptsieger_innen: Shajjad und Katie Rizvi von Little People Romania für das Projekt "Ich fürchte mich nicht!", die Siegerstatuette, ein Seeigel aus 635 Metallspitzen und Kinder von einem der ((superar))-Chöre - mit einem Spezialpreis der Jury bedacht
Die Hauptsieger_innen: Shajjad und Katie Rizvi von Little People Romania für das Projekt "Ich fürchte mich nicht!", die Siegerstatuette, ein Seeigel aus 635 Metallspitzen und Kinder von einem der ((superar))-Chöre - mit einem Spezialpreis der Jury bedacht

© heinz wagner

Preis für soziale Integration

Roter Teppich und richtig viel Geld für Sozialprojekte

1988 Projekte aus 13 Ländern, Preise für Projekte, die die Welt ein Stück zum Besseren verändern

von Heinz Wagner

06/26/2013, 06:33 PM

In einer Galanacht wurden Ende Juni in Wien 35 der 136 Finalprojekte des internatinalen Preises für soziale Integration ausgezeichnet. Insgesamt 616.000 € helfen, engagierte Arbeit weiter zu betreiben bzw. auszubauen. Weiters startet die ERSTE Stiftung eine Akademie für Weiterbildung und Vernetzung.

2013 ist Österreich zum ersten Mal unter den Teilnehmerländern. Es wurde ein Preisgeld von insgesamt 616.000 Euro an 35 Gewinnerprojekte aus 13 Ländern vergeben. Die Preisverleihung fand mit 700 geladenen Gästen im Wiener MuseumsQuartier statt.

Der Preis für soziale Integration der ERSTE Stiftung ist die bedeutendste Auszeichnung seiner Art in Zentral- und Osteuropa. Er würdigt das Engagement von Menschen und Organisationen für eine Gesellschaft, in der alle die gleichen Chancen haben (sollen). Der Preis fördert Best-Practice-Projekte und -Organisationen und weist daraufhin, wie wichtig soziale Integration und gesellschaftlicher Wandel für ein faires Miteinander sind.

Rückblick und Zahlen

Mit 400 Bewerbungen aus vier Ländern (Bosnien und Herzegowina, Kroatien, Slowenien, Serbien inklusive Kosovo) begann dieser Preis im Jahre 2007. Damals kamen 20 Projekte ins Finale, die Hälfte davon wurde in Ljubljana (Slowenien) mit einem Preisgeld von insgesamt 85.000 Euro belohnt.
Bei der diesjährigen vierten Runde bewarben sich 1988 Projekte, von denen 136 Projekte nach eingehenden Prüfungen ins Finale nominiert wurden.
Alles in allem haben sich bisher 5400 Projekte beworben, auf insgesamt 100 prämierte Projekte entfielen 1,6 Millionen Euro.

www.socialintegration.org

Nu mi-e frică – ich fürchte mich nicht

„Nu mi-e frică!“ steht in roter Schrift auf den gelben T-Shirts. Zum Schriftzug der auf Deutsch „ich fürchte mich nicht“ bedeutet, gesellt sich die gezeichnete Figur eines lächelnden Löwen. Der ist allgegenwärtig im obersten Stockwerk des onkologischen Krankenhauses sowie der ebenfalls ganz oben angesiedelten Krebsstation im Kinderkrankenhaus am anderen Ende von Cluj-Napoca. In der im Nordwesten Rumäniens gelegenen Stadt mit großer ungarischer Minderheit werden krebskranke Kinder und Jugendliche aus weitem Umkreis nicht nur medizinisch sehr gut versorgt. Hier sind auch Mitarbeiter_innen und viele Freiwillige der internationalen Organisation „Little people Romania“ tätig. Diese NGO erhielt den mit 40.000 € dotierten Hauptpreis für Soziale Integration. Und dazu den 635 Stacheln zählenden gläsernen See-Igel.

Familiäre Atmosphäre

Sie sorgen dafür, dass der KURIER beim Lokalaugenschein in den beiden genannten Kinderstationen eine eher familiäre Atmosphäre vorfindet.
Ionuţ, zwei Márias und Elena sitzen um die Tische in der „Sala de joacă“, dem Spielzimmer, schneiden papierene Figuren zur griechischen Mythologie aus und gestalten ein Plakat Grecia Antică. „Fun-School“ nennt sich eines der Programme, das Edina leitet. Spielen und lernen lockert den Alltag der Kids auf, die oft stundenlang an den erforderlichen medizinischen Infusionen hängen. Geta sitzt gleichzeitig vor einem der Bildschirme und gibt sich ein Video, gesellt sich jedoch als sie Gewurl rund um die Tische bemerkt, zumindest zeitweise dazu. Dazwischen wuselt die rund zweieinhalbjährige Antonella mit ihrer rosa Schirmmütze herum. Mia bringt dem besuchenden Reporter das Kartenspiel Halli Galli bei. Raul zeigt stolz seine Monster-Zeichnungen. Die Monster symbolisieren für ihn seine Krankheit. Und die will er besiegen.

Mut machen

Der Löwe, in dessen Kostüm auch hin und wieder eine Art Clown kommt, will die jungen Patientinnen und Patienten nicht nur zum Lachen bringen. Er steht auch für den Mut. Die Behandlungen sind kein Honiglecken. Mühsam, langwierig, mitunter auch schmerzhaft, und die Chemotherapie lässt bekanntlich die Haare ausfallen. Und während das Spielzimmer und seine „Schätze“ für die jüngeren Kinder einigermaßen genügend Abwechslung bietet, ist’s für Jugendliche wie die 16-jährige Elena - na ja… Die blüht dafür am Nachmittag auf, als Emi, einer der Temerarii (Mutige), zu seinem Freiwilligendienst kommt. Der Englisch und Japanisch-Student hatte selber Krebs und für ihn war nach seiner Gesundung klar, als Freiwilliger bunte Abwechslung in den Spitalsalltag für akut erkrankte junge PatientInnen zu bringen. Und als Beispiel eines Überlebenden auch heutigen Kranken Mut zu machen. Zu Japanisch kam er, „weil ich Manga gerne mag, über den Weg zur japanischen Kultur kam und die Sprache lernen wollte“. Damit punktet er voll bei Elena. „Ich steh auch auf Manga und Anime.“ Außerdem eifert sie Emi auch bei seiner freiwilligen Tätigkeit nach. „Wenn ich wieder gesund bin, werde ich sicher auch eine der Temerarii.“

Freiwillige

Bei weitem nicht alle Freiwillige sind ehemalige Erkrankte. Der KURIER trifft auch die beiden Jüngsten vor dem Kinderkrankenhaus. Alexandra und Diana holen dann aus einem bunt bemalten Kasten auf dem Gang in der obersten Etage Bastelmaterialien, Farben, Scheren und – Spritzen. Mit Tudi, Gabi, Tibi, auch hier einer Elena und einem Raul umwickeln sie die Spritzen mit buntem, Krepppapier, schneiden runde Kreise aus Papptellern, bemalen sie und nehmen so den großen Spritzen, die immer wieder mit einer Ladung starker flüssiger Medikamente in die „branulă“, wie hier der Butterfly heißt, gefüllt werden. Zwei bunt verpackte Spritzen werden zu einem Zug, die Kreise sind die Räder. Danach machen einige der Kinder aus Papptellern Clowngesichter oder schneiden einen lachenden Mund aus, den sie auf die grün-weißen OP-Masken kleben.

Katie und die "kleinen Leute"

Die quirlige, Herzlichkeit und Kraft ausstrahlende Katie aus Budapest, die ihren britischen Ehemann Shajjad Rizvi bei einem Hilfsprojekt in Bosnien kennen gelernt hatte, startete vor 17 Jahren „Little People“ als kleine private Initiative am onkologischen Institut von Cluj-Napoca. Stieß die Initiative anfangs nicht immer auf Gegenliebe des medizinischen und psychologischen Personals, so ist sie heute in sechs Spitälern Rumäniens und einem der Republik Moldau akzeptierter und erwünschter Partner bei der psychosozialen Betreuung der jungen Patientinnen und Patienten. Von Anfang an spielte die Einbeziehung Freiwilliger und besonders der Überlebenden und deren Vorbereitung und Ausbildung auf ihren Einsatz eine große Rolle.

www.thelittle-people.org

Trommeln, tanzen, kochen, Sprachen lernen mit Flüchtlingen, Asylwerbenden sowie Migrant_innen

Nach und nach trudeln die Leute ein, durchqueren das Kaleidoskop, einen alternativen Kulturraum in der Wiener Schönbrunnerstraße bis sie im letzten, etwas höher gelegenen Raum mit seinen gemütlichen Sitz-Lümmel-Bänken angelangt sind. Sie jedoch setzen sich alle in aufrechte Positionen, schnappen sich der Reihe nach in der Mitte stehende Trommeln. Die letzten Schüler_innen dieses Abends kommen, ebenso der gastgebende Lehrer Baba, sein Co., David, ist schon länger da. In der Zwischenzeit erzählt dieser, dass er schon als achtjähriges Kind in seiner ersten Heimat Gambia trommelnd von Haus gezogen ist, um Geld zu sammeln für ärmere Leute.

Talking Drums

Als auch Baba seine eigene Trommel ausgepackt hat beginnt er zu „rufen“. Bam ba bma, ba ba ba bam. Und wartet auf Antworten. Trommeln ist auch eine Art des Gesprächs. Nach und nach stimmen alle ein – zunächst in den selben Rhythmus. Manchmal wird kurz unterbrochen, um die eine oder andere Schlagfolge zu üben, auf die/den einzelnen zu hören, auf Britta, Elisabeth, Kristina und Michi, David und Baba selbst. „Noch einmal, nur schneller!“, meint der Meistertrommler, bittet aber noch: „Zuerst nur hören, bitte und dann langsam anfangen, dann erst schneller werden.“ Und er nimmt Kristina den Wind des skeptischen „das kann ich gar nicht“ aus den Segeln, lässt sie allein langsam die rhythmische Schlagfolge ausprobieren, gibt Tipps zur effektiveren Haltung der Hand und die Weisheit: „Du musst es einfach immer probieren!“, widerspricht ihrem „schwierig“ mit einem bestimmten „nein!“ um wenige Minuten später, als alle im selben „Chor“ trommeln, ein freudiges „ah ja, so ist das super!“ auszustoßen.

Viele Angebote

Trommeln ist einer von vielen Kursen, die KAMA anbieten.Die Kursangebote von Asylwerber_innen, Migrant_innen und Asylberechtigten sind eine eindeutige Win-Win-Geschichte Zum einen können Interessierte eben trommeln, kochen (afganisch, armenisch, äthiopisch, bengalisch, chinesisch, gambisch, indisch, libanesisch… bis tibetisch), tanzen, musizieren und diverse Sprachen lernen oder verbessern (Arabisch, Farsi/Persisch, Französisch, Portugiesisch, Russisch, Spanisch bis Wolof). Zum anderen können Menschen Fähigkeiten, die sie aus ihren Herkunftsländern und -kulturen mitbringen, an andere weitergeben und bekommen dafür Spenden, weil sie wie Asylwerbende nicht wirklich arbeiten dürfen.

To chetori?

Schauplatzwechsel aus Wien-Margarethen in die Innenstadt. In der Schottengasse 3a hat der Verein sein Büro, das mit anderen Initiativen geteilt wird (ARGE Zivildienst). Hier steht Immanuel an der Tafel, um mit Marlene, Katharina, Mischa und Yvonne die Begrüßungen auf Farsi/Persisch aus der vorangegangenen Stunde zu wiederholen – Salam, (to) chetori? An diesem Tag kommt die erste – übliche - Antwort auf die fragende Begrüßung „wie geht’s?“ (how are you?) hinzu. Khubam heißt „mir geht’s gut. „Du kannst dann auf die Gegenfragen mit man ham khubam/mir geht’s auch gut antworten. Dazwischen schreibt der junge Lehrer aus dem Iran (der dort schon in der Oberstufe als Tutor für Physik, Mathematik und Englisch tätig war), der bei den Erklärungen immer wieder auch Parallelen zu Spanisch, Arabisch (zwar eine ganz andere Sprachfamilie, aber gerade im Iran wurden viele Wörter in den eigenen Sprachgebrauch aufgenommen) oder Urdu herstellt, die 32 Buchstaben des Farsi-Alphabets an die Tafel – allesamt Konsonanten, nur aus solchen besteht die Schrift eigentlich. Etliche klingen ziemlich ähnlich bis praktisch gleich. Um dann doch die richtigen Vokale zu sprechen und nicht aus einer Leila eine Lale zu machen, werden, so zeigt er vor, sechs Hilfszeichen verwendet.
Die meisten Schüler_innen wollen Farsi lernen, weil sie im Bereich Sozialarbeit, Flüchtlingsbetreuung oder Rechtsberatung tätig sind „und die Sprache oft hören, manches oder vieles kommt dann bekannt vor, aber richtig versteh ich nicht, will das aber können“, meint etwa Yvonne.

www.kama.or.at

Sing, dance, succeed: Sonderpreis der Jury

Nach dem Vorbild von El Sistema aus Venezuela will die in Wien gegründete Initiative Kindern und Jugendlichen vor allem aus benachteiligten Regionen die Möglichkeit zum Singen, Tanzen und Musizieren – auf qualitativ hohem Niveau ermöglichen.
„Nebeneffekt“ der musikalischen Förderung (ab 2 Jahren) sind Stärkung und Förderung von Selbstvertrauen, Respekt, Disziplin, Verantwortungsbewusstsein und Gemeinschaftssinn. Regelmäßiges Training und höchstes künstlerisches Niveau stellen sicher, dass jedes Kind entsprechend seinen Fähigkeiten gefördert und gefordert wird und sich in einem freudvollen, motivierenden Umfeld weiterentwickelt. Dadurch soll auch der Aufbau von Klassen für Fortgeschrittene und Spitzenensembles gefördert werden.
((superar))will aber auch Wien ganz neu als Musikhauptstadt Europas verstehen, indem Partnerprojekte in anderen Ländern initiiert werden – derzeit in der Schweiz, in Bosnien und Herzegowina sowie Rumänien.
superar.eu

Sonderpreis der Jury. für internationale Zirkuscamps in Srebrenica

Was 2008 mit einem Projekt am Hochkönig in Salzburg begann, wuchs sich zu regelmäßigen Zirkuscamps in und um Srebrenica (Bosnien und Herzegowina) aus. Rund 400 Kinder und Jugendliche zwischen fünf und 18 Jahren erlernen unterschiedlichste artistische und andere Zirkuskünste beim Zirkuscamp SrebrenicaBlohappat.
Am Ende der ein- bzw. zweiwöchigen Camps steht jeweils eine Gala, bei der die Kids, die oft im Schatten stehen, in der Manege zu Stars werden.

Wichtiger Bestandteil der Zirkusprojekte ist die bunte Zusammensetzung: Teilnehmerinnen und Teilnehmer verschiedener Nationalitäten und Religionen, mit und ohne Behinderungen, sind ein wichtiger Baustein im multi-ethnischen Staat Bosnien und Herzegowina. Immerhin war dieser durch nationale Konflikte zerstört worden.
Multikulturell wie die Teilnehmenden sind auch die Lehrenden. Als solche sind Freiwillige aus Bosnien und Herzegowina, Österreich, Deutschland, der Schweiz und Großbritannien tätig.

Practitioners’ Award. Unterstützung für Kinder psychisch Erkrankter

Während sich professionelle Helferinnen und Helfer, Familie sowie Freundinnen und Freunde auf psychisch Erkrankte selbst konzentrieren und sie unterstützen, werden deren Kinder häufig übersehen. Daher will der Verein AhA (Angehörige helfen Angehörigen psychisch erkrankter Menschen) diese Kinder ins Blickfeld rücken.

Im dafür ins Leben gerufenen Projekt JoJo – Kindheit im Schatten können diese Kinder einstündige Einzelsitzungen in Anspruch nehmen. Wenn es mehrere gleichaltrige Kinder gibt und diese das auch möchten, können die Treffen auch in einer kleinen Gruppe erfolgen. Über einen Zeitraum von bis zu sechs Monaten besuchen die Kinder JoJo einmal pro Woche oder je nach Bedarf. In diesem geschützten Rahmen werden gemeinsam spezifische Themen rund um die Erkrankung kreativ und altersgerecht bearbeitet. Bei jedem Treffen stehen spezifische Themen im Mittelpunkt: Psychische Krankheiten, Gefühle, Familie und Familienrollen, Grenzen, Werte, Kommunikation, Schuld und Scham, Individualität u.v.m.
Die Kinder lernen so, wie sie mit der elterlichen Erkrankung umgehen können, was sich nachhaltig positiv auf das Familienleben auswirkt. Ganz wesentlich ist, dass die Kinder stabile soziale Kontakte knüpfen können, ihre persönlichen Ressourcen gestärkt und gefördert, und tragfähige Beziehungen außerhalb der Familie geschaffen werden.
Am Schluss wird gemeinsam mit den Kindern ein Krisenplan erarbeitet. Sollten sie nach JoJo noch Hilfe und Unterstützung benötigen, wissen sie, an wen sie sich wenden können.
www.aha-salzburg.at

Alle 35 ausgezeichneten Projekte

Fotos von den feierlichen Würdigungen

Aufschauen zu den Engagierten

Nicht nur, weil sie seit mehr als einem halben Jahr der ERSTE Stiftung vorsitzt, ist Doraja Eberle der Preis für soziale Integration ein Herzensanliegen.
Schon vor gut 20 Jahren als die gelernte Sozialarbeiterin selbst noch in Salzburg tätig war (zeitweise als Landesrätin), rief sie die Initiative „Bauern helfen Bauern“ ins Leben, fuhr oftmals nach Bosnien, um tatsächlich auch vor Ort anzupacken und den Kontakt mit den Menschen der Region zu halten.
Eine ihrer jüngsten persönlichen Initiativen war die Gründung einer Musikschule in Srebrenica, „nicht irgendeiner Musikschule, es soll die beste des Lands werden. Die Top-Musikschule soll mithelfen, dass Kinder und Jugendliche, die heute in Srebrenica aufwachsen, nicht immer und überall den Stempel Genozid aufgedrückt bekommen. Heuer im Sommer treten Kinder dieser Schule im Rahmen des Projekts Superar bei den Salzburger Festspielen auf.“
Zurück zum Preis: „Dass die Preise ordentlich dotiert sind, ist wichtig und zeigt auch eine zentrale Seite der Wertschätzung. Aber das Geld ist nicht das Wichtigste – für die ausgezeichneten Projekte nicht und für uns nicht.
Der rote Teppich, auf den wir die prämierten Projekte und ihre Vertreterinnen und Vertreter bitten – darum geht’s vor allem! Bei allen handelt es sich um Menschen, die alles geben, um die Welt ein Stück weit zum Besseren zu verändern. Solche Menschen gehören geehrt!“, meint Eberle.
„Gerade soziale engagierte Menschen sollten doch durchaus manchmal ins strahlende Rampenlicht gestellt werden!“ Sie zitiert den kroatischen Fotografen und Autor Zoran Filipović: „Geben sollst du auf Knien, empfangen aufrecht stehend!“

„Oh je“ ist hierzulande oft die erste Reaktion. Nur ein Zehntel aller Privatstiftungen sind gemeinnützig tätig, die übrigen sind und heißen offiziell „eigennützig“ und sorgen für das schlechte Image von Stiftungen. Doch einige wenige versuchen, dem eigentlichen Sinn dieser Einrichtung gerecht zu werden. Dazu zählt auch die ERSTE Stiftung. Sie ist Hauptaktionär der Erste Group und aus der Ersten Österreichischen Spar-Casse hervorgegangen. 2003 als Stiftung gegründet, die ihre Dividende von der Bankengruppe erhält, ist sie zu gemeinnützigem Handeln verpflichtet.
Eines der – im KURIER schon öfter dargestellten – Projekte ist ACES (Academy of Central European Schools), ein Netzwerk von Schulen aus 15 Ländern (Österreich und Zentral-, sowie Südosteuropa).
Helfern helfen helfenDas umfassendste Projekt ist der seit 2007 alle zwei Jahre vergebene Preis für soziale Integration. Mit dem diesjährigen Award wird eine Academy ins Leben gerufen. Die NGO erhalten Weiterbildung in Bereichen wie Fundraising, Medienarbeit, Ehrenamt usw. – in vier bis fünf Sprachen. Ziel ist, den Helfern helfen zu helfen.
Die Stiftung setzt sich dafür ein, dass Gesellschaften fairer und stabiler werden. Niemand soll ausgeschlossen bleiben, alle sollen die Chance bekommen, am sozialen, ökonomischen und kulturellen Leben teilzuhaben.

www.erstestiftung.org/
Die Integration einzelner benachteiligter Menschen und Gruppen soll gefördert werden. Und zwar dadurch, dass ihnen Mittel zur Verfügung gestellt werden, um ihr eigenes Leben gestalten zu können. Die Hilfe zur Selbsthilfe soll gleichzeitig zum Aufbau solidarischerer Gesellschaften beitragen.
Zweite SparkasseNeben dem Preis für soziale Integration zählt dazu auch die Zweite Sparkasse in Österreich – eine Bank für Menschen in schwierigen finanziellen Lagen, die keinen Zugang zu Finanzdienstleistungen (z.B. Konto)haben.
Ein weiterer Schwerpunkt widmet sich der wissenschaftlichen Erforschung gesellschaftlichen Wandels. Rechtzeitig soll erkannt werden, wo Gefahren neuer Benachteiligungen entstehen. Das größte Projekt dabei ist das ERSTE Foundation Fellowship for Social Research, das alle zwei Jahre mehr als 20 Stipendien in Zentral- und Osteuropa ausschreibt.

www.erstestiftung.org/

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