Kiku

Über den Teppichboden des Raums im 6. Stock des bfi-Gebäudes am Alfred-Dallinger-Platz (Wien-Landstraße) flitzt ein Gebilde aus vier himmelblauen Kugeln – drei unten und die vierte in der Mitte über diesen dreien. „Dash“ heißt dieser Roboter. Lukas programmiert ihn so, dass er mit Hilfe eines Katapult-Aufsatzes Bälle durch die Gegend schleudert. Später ersetzt er das Wurf-Element durch ein Xylophon und versucht dem Roboter das Spielen der Melodie von „Alle meine Entlein“ beizubringen, sprich, ihn entsprechend zu programmieren. Der Kinder-KURIER durfte den Kindern im Feriencamp von RoboManiac auf die Finger schauen.

Autorennen

In der Zwischenzeit bauen Elena, Caroline, Victor, Lorenz, Milan und Kalojan mit Teilen aus „LittleBits“-Baukästen Fahrzeuge für ein späteres Autorennen. Steckplatten, große Räder, elektronische Bauteile mit Kabeln und eine Batterie – das alles muss richtig zusammengefügt werden, damit die Teile auch fahren können. Nicht immer ganz einfach. Die größte Schwierigkeit im späteren Rennen ist nicht, schneller als die anderen zu sein, sondern das Fahrzeug dazu zu bringen, dass es möglichst gerade fährt, um das gegenüber vom Start liegende Ziel zu erreichen. Eines der Fahrzeuge dreht sich beispielswiese im Kreis. Grund dafür: Die beiden Räder werden in verschiedene Richtungen angetrieben. Glück für Lorenz, den Konstrukteur: Das Fahrzeug der unmittelbaren Konkurrentin Elena fährt so schräg, dass es neben dem Ziel vorbeirollt.

Lukas hat sich mittlerweile vom Dash getrennt und baut mit Ferdi aus Bausteinen einen Lego-Boost-Roboter. Während bei den oben genannten Kästen der Zusammenbau eher nach Versuch und Irrtum erfolgt, gibt hier das Programm auf dem Tablet jeden einzelnen Stein und Schritt vor.

Tüftel, tüftel...

Nach dem Autorennen zerlegen die Kinder, die hier eine Woche lang spielerisch in die Welt des Programmierens eintauchen, aber auch erfahren wie ein Stromkreis funktioniert, ihre Autos wieder, um Neues zu schaffen. Nun tüfteln sie – teils in 2er-Teams – was sie erfinden könnten: Lorenz baut den kleinen Ventilator ein und kombiniert ihn mit einem Temperatursensor. Victor verwendet bei seinem Ventilator einen Geschwindigkeitssensor. Caroline konstruiert ein Gerät, bei dem die Räder einen Filzstift so bewegen, dass er auf einem großen Blatt Papier zu malen beginnt und nennt diesen Roboter Guppy 4444“ und das drei Mal wiederholt, „weil ich diese Fische mag, ich hab ungefähr 50 zu Hause im Aquarium, 35 kann man zählen und dann sind aber noch viele ganz kleine“. Sie und Elena erzählen, das Bauen hier sehr zu mögen, es für sie aber in diesem Roboter-Camp das allererste Mal ist, dass sie mit solchen Teilen hantieren.

Milan und Kalojan bauen gemeinsam an einem größeren Auto mit nun vier Rädern – die Autorenn-Fahrzeuge hatten immer nur zwei. Allerdings hängt die Mitte, dort wo die Steckplatten zusammenstoßen, durch. Der Versuch, darunter eine weitere Platte quer mit einem Gummiringerl zu fixieren, macht das Ding nicht stabiler. Zerlegen, wieder zusammenbauen, und nochmals und wieder... – nichts scheint zu klappen. Auf einmal haben sie DIE Lösung. Sie versetzen die Räder vom Ende in Richtung Mitte – und siehe da: das Ding stabilisiert sich.

Fußballspiel

Kurz vor der Mittagspause schnappen sich Julian und Lukas je einen Dash und die beiden spielen ein Roboter-Ballspiel gegeneinander, indem sie über Tablets die beiden Figuren in Echtzeit steuern. Andere Kinder dieses Semesterferien-Camps von RoboManiac bauen flugs eine Begrenzung des Spielfeldes mit hölzernen Bausteinen, damit der Ball nicht immer durch den ganzen Raum geschleudert wird.

Viele Fotos aus dem Roboter-Kinder-Camp