© Rita Newman

Kiku
12/05/2011

Richtiges Leben fängt hinter der Mauer an

"Das größte Abenteuer der Welt" im Wiener Renaissancetheater

von Heinz Wagner

Ach, könnte ich doch frei sein! Einmal nur der elterlichen Überbehütung entkommen! Dem was früher in Wien "Quargelsturz" (für die gläserne Käseglocke) bezeichnet wurde. Das wünscht sich Jonty (Jan Alexander Zabbée ) in Shaun Prendergast "Das größte Abenteuer der Welt", das seit kurzem im Wiener Renaissancetheater läuft. Natürlich meinen's die Eltern nur gut, sie wollen nur das beste für ihren Sohn. Auch wenn sie das nicht gerade immer zeigen (können).

Mutmacher_innen

Und dann landet der Weg zum Abenteuer im elterlichen Garten. In Form des Jungen Mickser (Joe Ellersdorfer). Mit ihm zieht er hinaus - vom Jahrmarkt bis zum finsteren, gruseligen Wald. Dazwischen gesellt sich noch Nadia (Natalie Ananda Assmann) zu ihnen. Echte und vorgestellte Abenteuer erleben sie zu dritt, wobei sich unter anderem herausstellt, dass der goscherte Mickser so mutig auch wieder nicht, Nadia hingegen ziemlich taff ist. Und Jonty selbst fasst mehr und mehr Mut. So viel, dass er eigene Fehler zugeben kann. Und letztlich sogar zu den Freunden steht, mit denen ihm die Eltern den Umgang verbieten wollen.

Mitreisen/mitreißen

In einem rasanten, spannenden Mix an erlebten und fantasierten Abenteuern mit gelungen eingebauten Rückblenden zaubert das genannte Trio - verstärkt um den Rest des Ensembles einen bogen von Abenteuern auf die große Bühne des Theaters der Jugend, der das junge Publikum mit auf die Kopfreisen nimmt und streckenweise mitreißt.

Einziger kleiner Wermutstropfen: Bei der Erinnerung Nadias an ihre liebevolle Mutter Valentina und daran, wie sie ihr die Reihenfolge der Planeten beibringt, ist der Pluto noch ein solcher geblieben, obwohl er seit einigen Jahren wissenschaftlich nicht mehr zu diesen gezählt wird.