Ängste vorm Mikro überwunden!

poetry slam
Foto: Daniela Matejschek Slammerin Lena Haiden, eine der drei ex-aequo-Gewinner_innen

Neo-Slammerin beschreibt ihr erstes Mal auf der Bühne mit Mikro - beim Poetry-Slam „Be a Border Crosser“.

Neues auszuprobieren ist nicht immer einfach. Vor allem nicht, wenn man dabei entweder vor der Herausforderung steht etwas Persönliches preiszugeben oder vor anderen Menschen sprechen zu müssen oder dabei gar auf einer Bühne zu stehen. Bei einem Poetry Slam tut man allerdings genau das!

Klingt erstmal gruslig, das gebe ich zu. Aber keine Sorge: Ergreift man die Gelegenheit bei einem solchem Slam mitzumachen, überwindet man sich und seine Ängste und traut sich – trotz vor Aufregung laut pochendem Herzen – ins Scheinwerferlicht zu steigen, dann ändert man blitzschnell seine Meinung.

 

Fünf Minuten hörbare Literatur

poetry slam Foto: Daniela Matejschek Und genau das haben kürzlich zwei Dutzend Jugendliche getan und sind aus verschiedenen Orten Österreichs, sowie aus Tschechien und Ungarn nach Melk gefahren, um zu einem von den Europäischen Literaturjugendbegegnungen (Eljub) organisierten Poetry Slam-Workshop zusammenzukommen: „Be a Border Crosser“. Der Workshop fand heuer zum 3. Mal statt und ist eine Kopperation von Tischlerei Melk, Zeitpunktlesen und eljub.

 

poetry slam Foto: Daniela Matejschek Nachdem sie von Wachauer Marillensaft und schmackhaften Brötchen willkommen geheißen wurden, ging es dann auch schon los. Die wenigsten wussten schon im Vorfeld was ein Poetry Slam eigentlich war geschweige denn, was man bei einem solchen genau tun sollte. Doch diese Fragen wurden von Mieze Medusa und Markus Köhle, zwei erfolgreichen österreichischen Slammer_innen, nicht lange unbeantwortet gelassen.

poetry slam Foto: Daniela Matejschek Literarische Texte vor einem Publikum innerhalb einer bestimmten Zeitspanne (in unserem Fall fünf Minuten) vorzutragen und sich dabei einer Menge anderer Werkzeuge wie Gesang, Lautmalerei, Schauspiel oder anderen Sprachen bedienen zu können, – das wussten die Jugendlichen am Ende des Nachmittags. Und nachdem sie sich vorgestellt, in Kleingruppen geteilt hatten und fleißig an ihren Texten schrieben, kamen auch schon die ersten Gäste und das Abendprogramm begann.

 

Gewinnen stand nicht im Vordergrund

poetry slam Foto: Daniela Matejschek War die Stimmung bereits zuvor angenehm locker gewesen, wurde sie jetzt auf ein wahrlich großartiges Level gehoben. Es wurde unterhaltsam moderiert und ein einzigartiger Text nach dem anderen vorgetragen. Das Publikum brachte durch lautstarkes Klatschen und Jubeln seine Begeisterung zum Ausdruck und eine Jury, welche aus zufällig ausgewählten Gästen aus dem Publikum bestand, wertete die Slams durch Punktevergabe. Ums Gewinnen ging es aber weniger. Viel mehr stand Mut, Zusammenhalt und Diversität im Fokus des Abends. Und so fuhren die Jugendlichen nicht nur mit zuvor ungewohnten, ihr Selbstvertrauen stärkenden Erfahrungen, sondern auch mit ein paar neuen Bekanntschaften mehr und einem Gefühl der Euphorie nach Hause.

Elodie Arpa,
Poetry Slam-Teilnehmerin

 

(kiku / E.A.) Erstellt am
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