Musik, Tanz und Kabarett für Japan

7-Soul-Mates
Foto: Yvonne Eymann

Auf Initiative einer Jugendlichen luden mehrere Schulen zu Benefiz-Vormittag

Drei Stunden Rap, Songs, Tänze, Musik-Kabarett - und danach hatten die Jugendlichen nciht nur ihren spaß gehabt, sondern auch für 1800 Euro gesrogt - zugunsten von Menschen in Japan, die an Folgen der Erbeben-, Tsunami- und nicht zuletzt des AKW-Unfalls leiden. Auf die Beine gestelltvon mehreren Wiener Schulen, zurückgehend auf Initiative einer 17-jährigen Schülerin.
Die Initiative geht auf Maria-Jobeth "Joy" Kurtulmaz aus der Handelsschule im Schulzentrum Friesgasse in Wien 15 zurück. Die 17-Jährige organisierte ausgehend von ihrer Stammschule gemeinsam mit Schüler_innen aus Partnerschulen (Schulzentrum Ungargasse, Business Academy Polgarstraße, HTL Ottakring, HAK 13) ein beachtenswertes Projekt: Charity for Japan. Junge Kabarettist_innen, Kleinkünstler_innen, Musiker_innen und Tänzer_innen begeisterten am Freitag Vormittagl drei Stunden lang das Publikum im ausverkauften Saal der Arbeiterkammer Wien.

7-Soul-Mates Foto: Yvonne Eymann 7-Soul-Mates

PJS & Deutsch 5 stöberten kunstgerecht in der Improtheater-Kiste, verursachten Lachstürme und brachten bereits in den ersten 15 Minuten den Saal zum Brodeln.
Der junge Kabarettist Flo Reichl beschäftigte sich charmant und pointiert wortwitzig mit den sensiblen Themen Beziehung und Familie und deren Fallstricken.
Die Dancegroup 7 Soul Mates begeisterte mit gekonnter Choreographie und zeigte sich als einer der ersten Rhythmushöhepunkte des Vormittags.
Der Comedian 3 Efe alias Rene Peckl zeigte in einem Ausschnitt seines Soloprogrammes die Leiden des jungen Franzosen Frédéric Français in Wien.
Ricardo Etemi & Natalie Long, nach Eigendefinition eine lustige und sexy Partyüberraschung, brillierten sowohl gesanglich wie auch tänzerisch. Aber Hallo!
Den Themen Generationenkonflikt, Aneinander-vorbei-Reden und Missverständnis widmete sich die Gruppe Schizophrene Paranoiker. Nomen ward hier nicht Omen, die Show wohl strukturiert und furchtlos auf den Punkt gebracht.

7-Soul-Mates Foto: Yvonne Eymann 7-Soul-Mates

Running Gags, eine weitere Crew, die wacker die Flagge des Kabaretts schwenkt, bearbeitete mit ihrer "Polski Connection", einem feinen Spiel mit den Fallgruben von Klischees, die Lachmuskeln des Publikums. Drogen, Vorurteile und Psychologie, die Fäden, aus denen Pointen gestrickt werden können.
Da Niko & Dzingiz, zwei Rapper mit großartigen Texten über die Liebe, den Schmerz, das Leben und den Weg, den wir dennoch oder gerade deshalb zu gehen haben. Die beiden waren noch bei keiner Casting-Show zu sehen. Gut so, denn die Jungs sind gut wie sie sind, ohne dem Mainstream ihre Referenz zu erweisen. Ihre Songs: "Flügel Part II", "Leben & Licht" und "Hymne" werden wohl noch öfter zu hören sein.
Adil Embaby, Tänzer im Rollstuhl, Komponist, Texter, Interpret und Darsteller und alles davon mit Herz und einem tollen Gefühl für den richtigen Moment! Hier u. a. präsent mit seinen Titeln "Einer seiner Herzschläge" und "Anders als ihr …"
Katrin Wieser, die anzumerken pflegt, dass es sich bei ihrem Instrument, mit dem sie die Bühne betritt, nicht um eine Kindergitarre sondern um eine Ukulele handelt, beweist die absolute Ernsthaftigkeit dieses kleinen Instruments gemeinsam mit ihrem großen Instrument, der Stimme, und tollen Songs, in denen sie z. B. musikalisch darüber nachdenkt, wie es den wohl wäre, als Katze wiedergeboren zu werden. Erstklassig auch ihre Coverversion des Johnny Cash-Klassikers "Folsom Prison Blues" über die Arbeit am Fließband im Dienste der Kosmetikindustrie.
The Nation of old skool cings: Bei diesen Herrschaften sind Tanz und Rhythmus zu Hause. Drei Energiebündel, die akrobatische Körperbeherrschung und Gefühl für Moves genial verbinden.
Und wenn hier schon das eine oder andere Mal von außergewöhnlichen und gescheit witzigen Menschen die Rede war, darf das Musik-Kabarett-Duo Gerafi nicht fehlen. Ihr aktuelles Programm "Ein Traum von Freundschaft" ist sehens- und hörenswert, ihr Auftritt an diesem Vormittag war es ebenfalls.
Internationals, last but sicher not least, die Gruppe um die Urheberin der Aktion Joy Kurtulmaz. Ihre Melange aus Sketch und Tanzperformance war ein wundervoller Abschluss eines langen aber nie langweiligen Vormittags. Ihre Message, es gibt einen Rhythmus, der alle Menschen verbindet, wurde mit Standing Ovations gerne angenommen.

Der Beifall galt neben dem beispielhaften Engagement der Schülerinnen und Schüler auch dem kongenialen Moderatorenduo Leo Toriser und Katrin Wieser, der Arbeiterkammer Wien, die den Saal für die Veranstaltung zur Verfügung stellte, und natürlich auch den Lehrer_innen der beteiligten Schulen, die durch ihre Anwesenheit im wahrsten Sinne des Wortes ein gutes Beispiel für überschulische Gemeinsamkeit und tolle Ansätze für ein nachahmenswertes Lehrverständnis lieferten.

Die gesamten Einnahmen der Veranstaltung von über 1.800,- € wurden der Caritas und deren Hilfsprojekt für die Erdbebenopfer von Japan zur Verfügung gestellt.
Respekt!

Andre Blau

(kurier) Erstellt am
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