"Mich zu fragen, schadet nicht!"

Die junge Theater- und Medienpädagogin Stefanie Seidel checkt bei Dominic Gebhart, wie sicher ihr Facebook-Account eingestellt ist
Foto: heinz wagner

12-Jähriger programmierte Facebook-Check und Computerspiele...

Oje - ein rotes fettes X. Sehr sicher sind diese Privatsphäre-Einstellungen nicht. Bei einem Fünftel der Teilnehmer_innen des Kongresses "Kinder + digitale Medien" , die ihren Facebook-Zugang überprüfen ließen, traf dies zu. So weit die schlechte Nachricht. Die logische Gute: 80 Prozent konnten stolz auf ein dickes grünes Hakerl sein: "perfekte Einstellungen". Die noch bessere Nachricht: Programmiert hatte diesen Facebook-Check der 12-jährige Dominic Gebhart aus der Mittelschule Bludenz. Gemeinsam mit Ines Meraner und Harald Amann, Lehrer_innen derselben Schule, war er nach Wien zum Kongress gekommen. Um die Auszeichnung für eines der vier besten Schulbeispiele im Umgang mit sicherem Internet und digitaler Medienkompetenz entgegen zu nehmen. Interaktiv wie die Veranstaltung für die sie prämiert wurden, war eben ihr Auftritt in Wien. Was für den "Rest" des Kongresses leider weniger galt.

Selber Strecken bauen

Die junge Theater- und Medienpädagogin Stefanie Seidel checkt bei Dominic Gebhart, wie sicher ihr Facebook-Account eingestellt ist Foto: heinz wagner Die junge Theater- und Medienpädagogin Stefanie Seidel checkt bei Dominic Gebhart, wie sicher ihr Facebook-Account eingestellt ist

Im Gespräch mit dem Online-Kinder-KURIER erzählt der junge Vorarlberger: "Seit mehr als zwei Jahren programmiere ich." Begonnen hatte alles mit einem Plakat in der Volksschule. Dort war ein Computercamp beworben worden. Dort wollte er in den Sommerferien eine Woche hin. "Doch 380 Euro - da hat meine Mama gesagt, das ist zu teuer. Da bin ich zu meiner Oma gegangen. Und die hat gesagt, als Geburtstagsgeschenk könne ich das haben."
Der Vorgang wiederholte sich mit Abwandlungen in den beiden Folgejahren. Schon nach dem ersten Jahr programmierte Gebhart seine erste eigene Homepage. Weiteres Wissen "hab ich mir aus Büchern geholt". Dieses sowie die Folge-Sommer-Computercamps führten dazu, dass er nicht nur den beschriebenen Facebook-Check, sondern auch alles mögliche andere, unter anderem Spiele programmierte. Von seiner Homepage ist die Beta-Version eines Autorennspiels runterzuladen, bei dem die Spieler_innen selber neue Levels gestalten können.

Cybergebi

Die junge Theater- und Medienpädagogin Stefanie Seidel checkt bei Dominic Gebhart, wie sicher ihr Facebook-Account eingestellt ist Foto: heinz wagner Die junge Theater- und Medienpädagogin Stefanie Seidel checkt bei Dominic Gebhart, wie sicher ihr Facebook-Account eingestellt ist

"Ideen kommen oft auch von Kollegen, ich programmier, einen Kollegen hab ich (Kubat Karaaslan), der mit dem Mund alle Sounds machen kann, ein Super-Beat-Boxer. Andere nehmen wir mit einem Mikro einfach auf der Straße auf - zum Beispiel Geräusche auf Kies, Stein, Beton…".
Seine Computerleidenschaft verschafft "Cybergebi" auch eine klare Vorstellung über den weiteren bildungsweg. "Nach der Mittelschule (derzeit 3. Klasse) geh ich auf die HTL und mach dort Betriebsinformatik", meint der vife, nicht selten schelmisch lächelnde, ziemlich selbstbewusste junge Mann. Beim Kongress trat er mit einem - selbst gestalteten, im Internet bestellten, bedruckten T-Shirt "Computerexperte, Internetexperte Dominic Gebhart - Mich zu fragen, schadet nicht!" auf.
Der 12-Jährige programmiert übrigens nicht nur Software, sein Laptop bei der Check-Station am Safer-Internet-Station ruhte auf einem Holzgestell. In dem zwei Ventilatoren. "Jeder Laptop wird woanders heiß, Drum hab ich mir einen Lüfter gebaut, der genau für meinen passt", hebt den Laptop auf und zeigt die angepasste Kühlung.

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(kurier) Erstellt am
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